Begegnung mit Michael Oenning

Mehr Sein als Schein

Für unser Sonderheft (jetzt im Handel!) trafen wir uns mit Nürnbergs Coach Michael Oenning zum Interview. Wer ist der Mann, der einst den Grimme-Preis gewann? Hier der Erlebnisbericht aus der »Magic Lounge«. Begegnung mit Michael Oenning
Heft #93 Sonderheft 2009/10
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Die »Magic Lounge« im Nürnberger Hilton Hotel hält nicht, was ihr Name verspricht. Keine mondänen Discokugeln, keine Cocktails mit opulenter Garnitur, kein frisch gegelter Bar-Pianist und auch keine knapp beschürzten Kellnerinnen.   

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Die Lounge ist nichts weiter als die Pinte der Nobel-Herberge, und an heißen Sommertagen sitzen die Besucher am liebsten im Außenbereich direkt am vorgelagerten Parkplatz. Dennoch ist die Promidichte im Raum Nürnberg vermutlich nirgends höher als hier. Denn unmittelbar hinterm Hilton trainiert der Club, und nach den Einheiten schlürfen die Aktiven am Tresen gern einen Latte Macchiato.   

Als A-Promi geht in Franken neuerdings auch der Mann mit dem Slacker-Bart durch. Der Trainer, dessen größter Erfolg bis zum Auftstieg in die Bundesliga ein Grimme-Preis für einen TV-Kommentar war. Ein entsprechend ambivalentes Verhältnis zu der Rolle, die er aktuell in der Öffentlichkeit spielt, hat Michael Oenning . Zum Interview in der »Magic Lounge« tritt er im Club-Trikot an.   

Lehrer, Journalist, Cineast, Vater, Chopin-Fan – oder alles zugleich?

Dennoch sprechen wir mit einem Mann, der uns glaubhaft vermitteln kann, dass Fußball viel ist, aber längst nicht alles. Oenning gibt wahlweise den Lehrer, den Journalisten, den Cineasten, den Vater, ja mitunter sogar den Chopin-Fan. Wie Trüffelschweine graben Schreiberlinge derzeit, um ein trennscharfes Image zu anderen Übungsleitern für Oenning zu zimmern. Aber was normal und was maniriert ist, bestimmt am Ende immer noch der Leser.   

Irgendwann sagt Oenning: »Meine Herren, wir sind ja ungefähr gleich alt, insofern wäre mir der Michael schon lieber als der Herr Oenning.« Meine Marotte ist keine Marotte. Abteilung Kumpeltyp. Dann fragt der Fotograf: »Wollen Sie für die Bilder so bleiben?« Oenning antwortet: »Eigentlich ja, aber es ist ja auch in meinem Interesse, dass die Fotos gut werden und ich nach was aussehe.« Er geht also in die Umkleide, wechselt die Trainingsklamotte und kommt zurück – nicht im Anzug, sondern in T-Shirt und Flip-Flops.   

Merke: Eine Hotelpinte ist immer noch eine Hotelpinte, auch wenn sie »Magic Lounge« heißt. Und auch ein Trainer verliert nicht automatisch die Bodenhaftung, auch wenn er mit einer Pauken und Trompeten in die Bundesliga aufsteigt.  


»Bei einer Entlassung bin ich nicht todtraurig« – Das Interview mit Michael Oenning findet Ihr im neuen 11FREUNDE-Bundesliga-Sonderheft . Ab heute im Handel!

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