19.02.2013

Beckham, Messi, Balotelli: Gastwirt Lorenzo Tonetti kennt sie alle

»Platini liebt meine Gnocchi«

Seit sechs Jahren ist das Mailänder Restaurant »Da Giannino« der Treffpunkt für Meetings und Transfergeschäfte des großen AC. Gut möglich, dass Besitzer und Milan-Fan Lorenzo Tonetti heute Abend hohen Besuch aus Barcelona bekommt. Schließlich ist auch Lionel Messi »ein guter Freund«. Ein Gespräch über Gnocchi, Platini und exklusive Informationen.

Interview: Raffaela Angstmann Bild: Imago

Lorenzo Tonetti, in Ihrer Trattoria »Da Giannino« isst jeder, der im Fußball Rang und Namen hat. Verraten Sie uns die Namen Ihrer Gäste?
Wissen Sie, wer ein guter Freund von mir ist? Lothar Matthäus! Er kam vor drei Jahren sogar an meinen Geburtstag. Immer wenn er in Mailand ist, schaut Lothar im »Da Giannino« vorbei.

Worüber sprechen Sie dann?
Wir tauschen uns über die aktuellsten Partien aus.

In Ihrem Restaurant werden die größten Transferdeals des AC Mailand abgewickelt. Vor seinem Wechsel nach Mailand traf sich Mario Balotelli mit Milan-Präsident Adriano Galliani in Ihrem Restaurant. Was hat er bestellt?
Mario Balotelli aß etwas typisch Italienisches: Pasta-Gratin mit Brot und Schinken. Ich hoffe, er schaut nun ganz oft bei uns vorbei. Bei ihm ist immer was los, ein ganz sympathischer Typ.


Er lockte viele »tifosi« vor Ihre Eingangstür. Dort soll es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen sein. Geschieht das öfter, wenn Stars zu Gast sind?

Das war doch nur eine kleine Geschichte und wurde in den Medien absolut unnötig aufgeblasen. Die Fans waren da, weil Balotellis Ankunft zuvor auf Sky angekündigt worden war. Sie haben sich so gefreut und waren nicht da, um zu randalieren! Wir pflegen gute Beziehungen zu den Mailänder Fans.

Welche Transfers wurden in Ihrer »Trattoria« noch beschlossen?
Ronaldinho, Beckham, Ibra. Sie können davon ausgehen, dass alle größeren Transfers zum AC hier beschlossen wurden. Wir organisieren auch regelmäßig Spielervorstellungen.

Sie sind das Hauptquartier für den AC Mailand. Was ist mit dem Stadtrivalen Inter?
Die haben kein eigenes Restaurant, soweit ich weiß. Bei uns geht nur der AC Mailand ein und aus. Aber auch Spieler und Manager von ausländischen Klubs.

Zum Beispiel?
Ich habe viele Freunde im Fußball. Ezequiel Lavezzi ist ein persönlicher Freund von mir, aber auch zum FC Barcelona pflege ich Kontakte. Ich bin auch mit Lionel Messi befreundet.

Messi? Dann können Sie morgen eventuell ja wieder hohen Besuch erwarten.
Vielleicht! Als Mailand vergangenen März im Viertelfinale der Champions League auf Barcelona traf, war Messi tatsächlich hier.

Und jetzt sind Sie Freunde. Können Sie uns verraten, wie es dazu kam?
Ich sage nur soviel: Wir kannten uns schon vorher, weil wir ein paar gemeinsame Bekannte teilen.

Woher kommen diese innigen Beziehungen im Fußball. Haben Sie selbst mal gespielt?
Nein, aber ich bewege mich schon seit 15 Jahren in der Fußballwelt. Angefangen habe ich in der Stadiongastronomie. Adriano Galliani habe ich kennengelernt, weil ich früher mit seiner Tochter in einer Catering-Firma gearbeitet habe.

Sie und Galliani stehen sich sehr nahe.
Zu ihm pflege ich sicher die beste Beziehung. Dank seiner geschäftlichen Ratschläge habe ich dieses Restaurant erst aufbauen können.

Und was isst der Milan-Boss bei Ihnen?
Die Spezialität des Hauses: »Spaghetti al Pomodoro«.

Ihre Freundschaft soll so weit gehen, dass er Ihnen Transfergeheimnisse anvertraut. 

(lacht) Wie ist Ihnen denn das zu Ohren gekommen? Ja, ich war im Auto, als er mich anrief und mir erzählte, dass Zlatan Ibrahimovic zum AC Mailand wechseln wird! Ich wusste schon vom Deal, bevor die Medien davon hörten.

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