Bayern abgelöst: Die allumfassende ewige Fußball-Tabelle

»Eine unglaubliche Frickelarbeit«

Jürgen Teutenberg ist Fußball-Fan und hatte Langeweile. Was tut man dann? Richtig, sucht seit 1902 Daten von mehr als 600 Vereinen zusammen und bastelt daraus die größte Tabelle des deutschen Fußballs!

Jürgen Teutenberg, Sie haben nach eigenem Bekunden die allumfassende ewige Tabelle des deutschen Fußballs erstellt. Berücksichtigt wurden dabei mehr als 600 Vereine und sämtliche Ergebnisse aus den höheren Spielklassen seit der ersten Meisterschaftssaison 1902/03. Es sei die Frage erlaubt: Warum tut man das?
Das frage ich mich manchmal auch (lacht). Vor knapp eineinhalb Jahren gab es bei mir einen privaten Umbruch, der zur Folge hatte, dass ich noch mehr Zeit als sonst mit Fußball verbringen konnte. Vor dem Fernseher, im Stadion, auf dem Weg zu meinem Herzensklub VfL Bochum mit Freunden – dabei kommt man nun mal auf dumme Ideen. Eines Tages diskutierte ich mit Kumpels nach dem Kicken auf der Wiese über die »Ewige Bundesligatabelle«, die ja lediglich die Ergebnisse seit der ersten Bundesligasaison 1963/64 berücksichtigt. Wir fragten uns: Was ist mit 60 Jahren Fußball vor der Bundesliga-Gründung? Müssten die nicht eigentlich auch Maßstab für eine solche ewige Tabelle sein?

Also schlossen Sie sich ein und wälzten sich durch die Chroniken?
Nicht ganz, aber einige Stunden pro Woche sind in den vergangenen 18 Monaten schon drauf gegangen.

Entstanden ist ein gewaltiges Ungetüm von Tabelle. Nach welchen Kriterien haben Sie diese Liste erstellt?
Bis zur Einführung der Bundesliga habe ich sämtliche Vereine und deren Ergebnisse aufgenommen, die in der Meisterschaftsendrunde vertreten waren. Seit 1963 alle Klubs in der Bundesliga und den jeweiligen zweiten Ligen. Dazu kommen die dritten Ligen seit der Einführung der Regionalligen in den neunziger Jahren, sowie die markantesten Klubs der Oberliga. Jeder Punkt in der Bundesliga wurde 1:1 in die Tabelle übernommen, Punkte aus der zweiten Liga halbiert und so weiter. Allerdings gibt es eine ganze Vielzahl von verschiedenen Kriterien und Einschränkungen, um einer aussagekräftigen Tabelle gerecht zu werden.

Zum Beispiel?
Das im Detail zu erklären, wäre wirklich sehr speziell. Ich lade allerdings hiermit alle interessierten Leser dieses Interviews ein, mich via Facebook oder per Mail zu kontaktieren. Gerne gebe ich dann zu möglichen Fragen Antworten. Entscheidend ist diese Information: Um der Datenflut Herr zu werden, habe ich die Spielklasse, die jeweiligen Platzierung am Ende der Spielzeiten und die Punktezahl der Abschlusstabellen pro Verein aufgeführt. Die Tordifferenz ist nicht berücksichtigt, das wäre sonst ausgeufert.



Ist die Tabelle jetzt fertig?
Das Grundgerüst steht und an den jeweiligen Platzierungen dürfte sich auch nichts mehr ändern. Aber einige Daten und Ergebnisse fehlen noch, die pflege ich gerade nach.

Die erfassten Daten gehen bis zur ersten Deutschen Meisterschaft 1902/03 zurück. Ein Traditionsverein wie der 1. FC Köln, in der offiziellen »Ewigen Tabelle« immerhin auf Platz 8, wurde erst 1948 gegründet. Wie haben Sie dieses Problem umschifft?
Indem ich die Ergebnisse der jeweiligen Vorgängervereine mitgerechnet habe, im Falle des 1. FC Köln also die des Kölner BC 01 und der SpVgg Sülz 07. Eine unglaubliche Frickelarbeit – aber mir gefällt das (lacht).


(Quelle: Jürgen Teutenberg)

Gibt es schon Pläne, was jetzt mit der Tabelle passieren soll?
Mir schwebt eine Handy-App vor, die sämtliche erfassten Daten aufführt und sicherlich ein echte Fundgrube für jeden Statistikfreund wäre. Die App hätte natürlich auch den Vorteil, dass man mit einem Update jederzeit falsche oder fehlende Ergebnisse berücksichtigen könnte. Denn in einem solchen Datenwust kann man Perfektion nicht garantieren.

Herr Teutenberg, das müssen Sie uns jetzt noch verraten: Wer führt die »Allumfassende Ewige Tabelle des deutschen Fußballs« denn nun an?
Der Hamburger SV! Gratulation Richtung Norden.

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Unser Interviewpartner ist via Facebook oder per E-Mail (Juergen.teutenberg@web.de) zu erreichen.

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