06.03.2009

Bastian Reinhardt über die drei Hochzeiten

»Wir zahlten Lehrgeld«

Nach seinem Mittelfußbruch muss HSV-Verteidiger Bastian Reinhardt momentan tatenlos dem Saisonendspurt zusehen. Wir sprachen mit ihm über seine Genesung, den Unterschied zwischen Jol und Stevens und die Ziele in dieser Saison.

Interview: Benni Kuhlhoff Bild: Imago
Bastian Reinhardt, wie geht es Ihnen?

Es geht soweit ganz gut. Der Gips ist jetzt seit ungefähr vier Wochen ab. Nach der OP habe ich eine Schiene bekommen, wie man sie auch bei Bänderrissen trägt. Die trage ich momentan. Nach Angaben der Ärzte verheilt mein Bruch gut,



Wie sieht Ihr Alltag momentan aus?

Ich bin eigentlich jeden Tag am Stadion und durchlaufe die ganz normale Behandlung bei unseren Medizinern. Danach gehe ich den Kraftraum und trainiere alles, bei dem ich meinen rechten Fuß nicht belasten muss. Ich bin also gut ausgelastet.  

Die Saison geht auf die Zielgerade zu. Läuft man in einer so wichtigen Phase nicht Gefahr, in der Reha zu schnell zu viel zu wollen?  

Die Gefahr besteht natürlich. Aber ich habe in meiner Vergangenheit schon einige Male die Erfahrung machen müssen, dass ich zu früh wieder anfangen wollte und die alte Verletzung wieder aufgebrochen ist. Diesen Fehler will ich nicht noch einmal machen. Deswegen versuche ich, mich komplett raus zu halten. Das nimmt etwas Druck von mir. Momentan bin eher in der Rolle des Beobachters.  

Sie rechnen also in dieser Saison mit mehr mit einer Rückkehr.

Ob es in dieser Saison noch für einen Einsatz reicht, kann man in der momentanen Situation nicht sagen. Ich muss erst einmal schauen, wie sich der Fuß unter Belastung verhält. Gerade bei einem Mittelfußbruch muss man da vorsichtig sein und nicht zu früh anfangen. Da verpasse ich lieber noch fünf Spiele, bevor ich das Ganze noch einmal von vorne machen muss.

Dabei könnte Ihre Mannschaft Sie momentan gut gebrauchen, denn nach Michael Graavgaards Fingerbruch fällt ausgerechnet Ihr Nachfolger in der Innenverteidigung aus. Können Sie in Ihrer momentanen Situation ihrer Mannschaft überhaupt helfen?  

So richtig helfen kann ich ihnen nicht. Natürlich spreche ich viel mit meinen Mitspieler, aber momentan habe ich keinen Einfluss auf die Leistung der Mannschaft. Da mache ich mir auch keine Illusionen.  

In dieser Saison geht es bisher drunter und drüber: Jeder schlägt jeden, mit einer Mini-Serie könnte man sich nach oben absetzen. War es jemals so leicht, Meister zu werden, wie in diesem Jahr?  

Meister zu werden ist nie leicht, aber zumindest ist es in dieser Saison mal möglich für uns. Wir sind gut im Rennen, aber wir stehen damit nicht allein da. Inwiefern ein Titel überhaupt machbar ist, werden wir erst in den nächsten Wochen sehen. Dass wir aber überhaupt die Möglichkeit haben, etwas zu gewinnen, ist schon ein Erfolg.  

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