11.12.2012

Attraktivitätsforscher Ulrich Rosar über Fußballer und Schönheit

Hässlich kickt besser!

Der Soziologe Prof. Dr. Ulrich Rosar hat in einer Studie herausgefunden, dass hässliche Fußballer die besseren Spieler sind. Im Interview spricht der Wissenschaftler über die schönsten Spieler der Liga, die Frisur von Cristiano Ronaldo und wie man seine Mannschaft zusammenstellen muss, um auf dem Bolzplatz besser auszusehen.

Interview: Gareth Joswig Bild: Imago

Ulrich Rosar, Sie wollten in einer empirischen Studie herausfinden, wer mehr arbeitet: Attraktive oder unattraktive Menschen. Als Beispiel griffen Sie auf Fußballer zurück. Warum?
Im Fußball lassen sich Leistungen viel besser messen als in der alltäglichen Berufswelt. Wir haben für die Studie auf die Leistungsdatenbank zurückgegriffen, die auch von den Medien und Vereinen zur sportlichen Analyse verwendet wird. Die 8420 detaillierten Messungen von allen 483 Fußballprofis, die in der Bundesligasaison 2007/2008 zu Einsätzen kamen, liefern uns eine sehr gute Grundlage für die Untersuchung von Spielleistung in Abhängigkeit den physischen Attraktivität der Spieler.

Wie lässt sich die Leistung eines Stürmers mit der eines Abwehrspielers vergleichen? Wiegen Sie da eine gelungene Grätsche mit erfolgreichen Torschüssen ab?
So in der Art. Wir haben das positionsunabhängige Leistungsbewertungssystem der »Impire AG« übernommen. Tore aus unmöglicher Position bringen für einen Stürmer viele Punkte. Das Gleiche gilt für einen wichtigen gewonnenen Zweikampf eines Verteidigers. Vergibt ein Stürmer eine Großchance oder verliert ein Verteidiger einen wichtigen Zweikampf, gibt es Maluspunkte. Je höher am Ende die Punktezahl, desto besser. Bei jedem Spiel werden diese Daten von zwei unabhängigen Beobachtern für jeden eingesetzten Spieler ermittelt und später noch von zwei Experten mithilfe von Zeitlupen im Videostudium überprüft. Bei Toren lassen sich rund 20 Detailinformationen unterscheiden.

Wie bestimmen Sie die Attraktivität von Bundesligaspielern?
Das ist gar nicht mal so schwer: Das Schöne an der Attraktivitätsforschung ist, dass wir alle zu ähnlichen Einschätzungen hinsichtlich der Attraktivität eines Menschen kommen. Man benötigt daher lediglich Porträtfotos der Bundesligaspieler, die bewertet werden sollen. Diese Fotos zeigt man dann einer Testgruppe, die ein spontanes Attraktivitätsurteil der Bundesligaspieler auf einer Skala von eins bis sieben abgeben soll. Anschließend müssen die Einzelbewertungen nur noch zu einem Mittelwert verrechnet werden.

Haben Sie etwa veröffentlicht, wer die unattraktivsten Spieler der Liga sind?
Die unattraktivsten Spieler haben wir aus Gründen der Diskretion natürlich nicht veröffentlicht. Nur Franck Ribery haben wir erwähnt. Er ist wohl auch der Erste, der allen dazu einfällt, da er bekanntermaßen Opfer eines schlimmen Autounfalls wurde. Zudem ist Ribery das Paradebeispiel unserer Untersuchung: Obwohl er wegen seiner Narben der viertunattraktivste Spieler war, war er einer der besten Spieler der Saison. Die Namen der zehn attraktivsten Spieler haben wir übrigens veröffentlicht, bloß das hat niemanden interessiert. (Falls doch: Bildergalerie der zehn attraktivsten Bundesligaspieler der Saison 2007/2008, d. Red.)


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