21.11.2007

Arne Friedrich im Interview

„Es ärgert mich nicht mehr“

PR-Berater würden sagen: Der Arne Friedrich hat ein Image-Problem. 55 Länderspiele stehen auf seinem Konto, doch noch immer gilt er als Notlösung. Wir sprachen mit ihm über seinen Ruf, eine Hertha im Aufbau und die EM 2008.

Interview: Stefan Hermanns Bild: Imago
Herr Friedrich, wir würden gerne mal testen, wie gut Sie sich mit der Geschichte der Nationalmannschaft auskennen.

Oh Gott!

Wer hat mehr Länderspiele bestritten: Arne Friedrich oder Paul Breitner?

Wenn Sie die Frage so stellen, wahrscheinlich ich.



Richtig. Breitner hat 48, Sie 55. Arne Friedrich oder Karl-Heinz Schnellinger?

Da sag ich – Schnellinger.

Falsch. Schnellinger hat 47. Arne Friedrich oder Gerd Müller?

Gerd Müller hat auf jeden Fall mehr Tore geschossen. Aber das wollen Sie nicht wissen. Dann wohl auch ich, oder?

Das war eine Falle. Müller hat 62. Trotzdem: Sie haben einige Legenden des deutschen Fußballs, Welt- und Europameister, bereits eingeholt. Was sagt Ihnen das?

Ich weiß, dass ich relativ viel Glück gehabt habe. Seit meinem zweiten Bundesligaspiel bin bei der Nationalmannschaft dabei, ich habe keine größeren Verletzungen gehabt. Aber 55 Länderspiele – das ist eine Zahl, auf die ich stolz sein kann. Andererseits: Bastian Schweinsteiger ist 22, der hat schon 47 Länderspiele bestritten. Das ist noch viel unglaublicher.

Zumindest in den Werbespots von Nutella zählen Sie noch zu den jungen Wilden. Müssen Sie da nicht schmunzeln?

Sie meinen, weil ich mit 28 Jahren schon so alt bin? Auf jeden Fall. Das mit den jungen Wilden ist bei mir schon verjährt. Aber ich bin da mittlerweile ein bekanntes Gesicht. Deswegen gibt es keinen Grund, mich auszutauschen.

Ihre Trainer sehen das ähnlich. Egal unter wem Sie bei Hertha und in der Nationalelf gespielt haben, Sie waren stets Stammspieler. Was schätzen die Trainer an Ihnen?

Ich bin eher der defensive Verteidiger, der versucht, seine Seite zuzumachen und die Aufgabe, die er vom Trainer bekommt, zu erfüllen. Deswegen bin ich auch stolz darauf, dass ich mich durchgesetzt habe – trotz der ganzen Kritik, die immer von außen kommt.

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