15.05.2014

Armin Eck über Bielefelds und Hamburgs Relegationsspiele

»Für mich war der HSV die Nummer zwei der Liga«

Als Armin Eck zum HSV kam, dachte er, der Klub wäre einer der größten in Deutschland – doch ehe er sich versah, steckte er im Abstiegskampf. Besser ging es ihm in Bielefeld, wo er zweimal in Folge aufstieg. Ein Gespräch über die Relegationsspiele, verpasste Chancen und die Fehler der Saison.

Interview: Andreas Bock Bild: Imago

Armin Eck, Ihre Ex-Vereine stehen vor dem Abstieg. Wer hätte es denn eher verdient, in der Liga zu bleiben?
Beide. (lacht)
 
Wirklich? Der HSV hat die schlechteste Saison seiner Vereinsgeschichte gespielt. 
Nun ja, vielleicht muss man das ein wenig relativieren. Wenn der HSV gegen Greuther Fürth verliert, steigt er zurecht ab. Mit 27 Punkten die Klasse zu halten – das hat vorher jedenfalls noch nie eine Mannschaft geschafft.
 
Aber Ihr Herz schlägt noch für den HSV?
Klar, genauso wie für Arminia Bielefeld und den FC Bayern. Aber nicht nur deswegen wäre es wirklich sehr schade, wenn der HSV in die Zweite Liga muss. Der Bundesliga würde etwas fehlen. Und ich glaube auch nicht – wie viele andere –, dass dem HSV ein Abstieg gut täte. Kurzum: Ich hoffe sehr auf einen HSV-Sieg, auch wenn ich meinem alten Kumpel Frank Kramer (Trainer bei Greuther Fürth, d. Red.) einen Aufstieg gönnen würde.
 
In Ihrer ersten HSV-Saison, 1989/90, steckte Ihr Team auch lange im Tabellenkeller. Noch am 29. Spieltag belegte die Mannschaft Platz 17. Wie hat die Mannschaft damals den Abstieg verhindert?
Durch einen 1:0-Sieg am letzten Spieltag gegen Waldhof Mannheim. Ich erinnere mich noch sehr genau an diese Partie. Die Beine waren wackelig, wir liefen verdammt nervös aufs Feld. Und jedes Mal, wenn die Mannheimer über die Mittellinie kamen, stockte uns kurz der Atem. Und dann erlöste uns Jan Furtok in der 88. Minute. Der Jubel war unfassbar laut und intensiv. Es fielen Zentnerlasten von unseren Schultern.
 
Eine Niederlage hätte den Abstieg bedeutet. Merkte man die Anspannung auch auf der Tribüne?
Zum Teil. Allerdings muss man sagen, dass die Fans uns damals wahnsinnig unterstützt und die Nervosität genommen haben. Die hatten ein ganz gutes Gespür für die Lage.
 
Diese Saison kam es nach der Niederlage gegen Wolfsburg vor der Geschäftsstelle zu Fantumulten. Gab es so was damals auch?
Nicht in dieser Größenordnung. Natürlich trafen wir auch Fans in der Stadt, und gerade in dieser ersten Saison waren die nicht immer super gelaunt. Doch selbst in dieser brenzligen Situation konnte man mit denen recht sachlich diskutieren.

Der HSV hatte wenige Jahre zuvor den Landesmeister-Cup, Meisterschaften und den DFB-Pokal gewonnen. Doch als Sie kamen, geriet er prompt in den Abstiegskampf. Wieso eigentlich?
In den Jahren gab es beim Klub viele Umbrüche. Trainer und Spieler kamen und gingen. Darunter auch wichtige Säulen der Mannschaft.
 
Die ewige Fluktuation beim HSV.
Sehen Sie: Dieselben Probleme wie heute. (lacht) Wobei ich mich mit Ferndiagnosen gerne zurückhalte, kann man wohl sagen: dem HSV fehlt immer noch Kontinuität. Durch die stetigen Wechsel geht es dauernd auf und ab – und ehe man sich versieht, steht man auch mal ganz unten.

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