08.07.2013

Arjen Robben über verpatzte Saisonstarts

»Es reicht, wenn Du im Oktober kommst«

Arjen Robben über epochemachende Tore auf YouTube, den Wechsel von Mario Gomez und verpatzte Saisonstarts.

Interview: Tim Jürgens Bild: Imago

Arjen Robben, hat sich Ihr Leben durch Ihr entscheidendes Tor im Champions League Finale verändert?
Nicht nur für mich, sondern für die gesamte Mannschaft. Durch den Gewinn des Triples haben wir Geschichte geschrieben und werden als Team in Erinnerung bleiben.

Aber durch den Treffer hat sich Ihre Wertschätzung in der Mannschaft und im Umfeld verändert.
Natürlich war es toll. Wie Sie wissen, habe ich mit Bayern schon einige Finals verloren, dazu ein WM-Endspiel mit Holland. Deswegen war es sehr wichtig, endlich einen großen Titel zu gewinnen. Und dann das entscheidende Tor kurz vor Schluss zu schießen, hat natürlich große Bedeutung für mich.

Ausgleichende Gerechtigkeit für die Entbehrungen der zurückliegenden Jahre?
Eine Belohnung! Eine Belohnung dafür, dass ich immer weitergemacht und daran geglaubt habe, dass es klappen kann. Trotz Verletzungen und der Geduld, die ich auch in der Saison 2012/13 zwischenzeitlich aufbringen musste.

Haben Sie sich das Tor gegen den BVB seitdem auf DVD noch einmal angesehen?
Nein, auf DVD habe ich es noch nicht. Wenn Sie einen kennen, der das Spiel auf DVD hat, sagen Sie mir Bescheid. (lacht) Aber natürlich habe ich mir den Treffer mit meinem Sohn noch einmal auf YouTube angeschaut.

Sie sind erst vorgestern ins Trainingslager an den Gardasee gekommen. Wie war der Urlaub?
Erstmal sehr kurz, eine Woche kürzer als im vergangenen Jahr. Aber insgesamt war er natürlich angenehmer, als nach dem verlorenen Finale 2012.

Sind Sie also besser erholt?
Vielleicht vom Kopf her, aber körperlich nicht. Die Zeit ist seit dem Saisonende ist doch sehr schnell vergangen.

Macht’s schon wieder Spaß?
Zu meiner Frau habe ich bei der Abreise gesagt: Mein Gott, jetzt muss ich schon wieder los. Aber als ich gestern Abend gegen den Ball trat, war da wieder dieses gute Gefühl. Es macht einfach wahnsinnig Spaß zu kicken. Besonders, wenn man in so einer Mannschaft spielt.

Die Hinrunde war für Sie in der Vergangenheit oft eine Leidenszeit. Was können wir in diesem Jahr erwarten?
Ich lasse es jetzt einfachauf mich zukommen. Vernünftig trainieren, auf den Körper achten und versuchen, es positiv zu sehen. Das könnte ein Schlüssel sein, dass es diesmal besser läuft.

Waren Sie in jungen Jahren zu Saisonbeginn vielleicht zu verkrampft?
Als Fußballer hat man immer Druck. Und ständig lernt man über seinen Körper dazu. Aber, ehrlich gesagt, ich weiß es nicht: Letztes Jahr kam bei mir der innige Wunsch dazu, mich für die Niederlage in der Champions League zu revanchieren. Vielleicht wollte ich da zu viel. Aber zumindest in dem Punkt kann ich ja gelassener sein, schließlich haben wir jetzt gemeinsam diese Genugtuung geschafft. Was nicht heißen soll, dass wir nicht nach wie vor heiß auf Titel sind.

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