Arie van Lent über seine Blitzentlassung

»Ich dachte nur: Mist«

18 Jahre spielte Arie van Lent in der Bundesliga – doch auch das rüstete ihn nicht für diese bizarre Erfahrung: als Trainer des Regionalligisten 1. FC Kleve wurde er in der 80. Minute eines Spiels entlassen. Wir sprachen mit ihm. Arie van Lent über seine BlitzentlassungImago

Herr van Lent, die Vereinsführung des Regionalligisten 1. FC Kleve versammelte sich am vorletzten Samstag beim Spiel gegen Sportfreunde Lotte auf der Tribüne und entschloss sich, Sie in der 80. Minute des Spiels als Trainer zu beurlauben. Haben Sie das in diesem Moment mitbekommen?

Nein, gar nicht. Null. Ich war voll auf das Spiel konzentriert.

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Gab es in diesem Moment keinen Hinweis, dass es Ihr letztes Spiel in Kleve sein würde?


Nein, ich dachte nur: Mist. Das 2:1 für den Gegner war gerade gefallen. Wir hätten selbst zuvor fast das 2:1 gemacht und hatten danach gute Chancen für den Ausgleich.

Hat es Sie denn überrascht? Sie standen auf dem letzten Tabellenplatz mit Ihrer Mannschaft und hatten aus den letzten acht Spielen lediglich zwei Punkte geholt.

Klar, wenn man so oft verliert, kann man nicht alles heilig sprechen. Da dachte ich schon mal daran, dass ich entlassen werden könnte, habe aber ganz normal weitergearbeitet.

Wann und wo haben Sie davon erfahren?

Unmittelbar nach dem Spiel im Kabinengang. Erst kam der Vizevorsitzende des Vereins, Eric Jansen. Dann haben sich die drei Vorsitzenden versammelt und es mir gesagt.

Haben Sie sich direkt nach dem Spiel von der Mannschaft verabschiedet?


Nein, ich war sauer, dass wir das Spiel verloren hatten, dann wurde ich auch noch gefeuert. Ich bin sofort gegangen. Viele Spieler haben mich danach angerufen und wir haben uns telefonisch verabschiedet.

Wie erfuhr die Mannschaft davon?


Anscheinend gingen die Vorsitzenden direkt nach meiner Entlassung in die Kabine und haben es allen gesagt.

Der Vorfall erinnert an eine andere Entlassung. Angeblich sagte der Klubchef von Fortuna Köln 1999 zum Coach noch auf dem Spielfeld: »Du hast hier nichts mehr zu sagen, du Wichser.«


Die Geschichte kenne ich. Der Trainer war der ehemalige deutsche Nationaltorwart Toni Schumacher. Und er wurde schon zur Halbzeit entlassen.

Was halten Sie davon, beim 1. FC Kleve so abrupt entlassen zu werden?


Dazu möchte ich mich nicht äußern.

Was haben Sie jetzt vor?


Ich möchte die DFB-Trainerausbildung machen. Dazu war ich kürzlich in Hennef und habe den Eignungstest absolviert.

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