Annenmaykantereit über die große Liebe 1. FC Köln

»Kevin McKenna ist eine Legende!«

Die Kölner Band Annenmaykantereit ist spätestens seit ihrem Hit »Oft gefragt« in aller Munde. Ihr Verein ist – natürlich – der Effzeh. Ein Interview über Carsten Jancker, Toni Polster und die »Hauptstadt der Schwulen«.

Fabien J Raclet

Malte Huck, Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit: Ihr kommt aus Köln, Karneval ist zwar grade rum, aber wir hätten da trotzdem was für euch. Die »Perücke im Stil von Jogi Löw – aus Kunsthaar mit Haarschnitt des Bundestrainers«. Interessiert?
Henning May: Großartig! Nur echt mit Nivea-Creme. Wäre tatsächlich eine gute Idee.
Severin Kantereit: Malte geht auf jeden Fall als Oliver Bierhoff. Oder Carsten Jancker (alle lachen).

Warum ausgerechnet Carsten Jancker?
Henning: Jancker ist unser Platzhalter auf den Gästelisten. Die Vorgeschichte ist etwas pikant: Ein Bekannter der Band schleppte vor Jahren mal eine Frau mit sehr kurz rasierten Haaren ab, prahlte mit der Dame und bekam den Spruch gedrückt: »Mann, die sieht aus wie Carsten Jancker!« Wir lagen unter den Tischen. Seitdem ist Jancker ständiger Begleiter der Band.

Für die Sendung »Startrampe« vom »Bayrischen Rundfunk« habt ihr euch vor knapp einem Jahr mit einer anderen Fußball-Legende getroffen: den von euch bewunderten Dirk Lottner. Etwas irritiert waren wir von Hennings Satz: »Fußballer sind eh die interessanteren Typen als Musiker.« Ist das so?
Christopher Annen: Vielleicht liegt es daran, dass man als Musiker in kürzester Zeit so viele andere Musiker kennenlernt, und sich deshalb freut, auch mal anderen interessanten Charakteren zu begegnen. Bei einer Veranstaltung stand plötzlich Gerald Asamoah neben uns, großartiger Typ!
Henning: Das soll nicht arrogant klingen, aber für uns ist es nichts mehr besonderes, wenn Samy Deluxe an uns vorbeiläuft. Bei Fußballern bin ich dagegen jedes Mal ganz aufgeregt.



Möchte man Fußballer denn wirklich kennenlernen? Oder einfach nur Fußball spielen sehen?
Severin: In erster Linie will ich Fußballer Fußball spielen sehen. Die kommen in einen Verein und haben sich da in gewisser Weise anzupassen, entsprechend bestimmt auch der Klub das Image. Bei Musikern ist es schon etwas anderes. Ob solo oder in einer Band schafft man sich sein Image ja selbst und das wird zu einem wichtigen Teil deiner Arbeit. Dementsprechend interessieren sich die Fans noch mehr für dein Privatleben oder deine Ansichten über die Welt, als das vielleicht schon bei Fußballern der Fall ist.
Henning: Obwohl ich Fußballer, die aus der Reihe tanzen, wahnsinnig spannend finde. Mein Vater stammt aus Bremen, früher bin ich immer mit ihm zum Trainingsplatz von Werder gegangen und fand das jedes Mal wieder geil, wenn Marco Bode mit dem Fahrrad zum Training kam. Das war schon so eine Art Statement.

Welches Statement muss der Fußball in Köln zu bieten haben?
Severin: Der ist schon ein Statement an sich. Ich zum Beispiel bin nicht wirklich der größte Fußball-Fan, aber als Kölner kann ich gar nicht anders, als den FC zu supporten. Mein Vater hat eine Dauerkarte seit ich denken kann, meine Freunde sind Fans und wenn der Verein spielt, spricht die ganze Stadt davon.

Nervt Dich das nicht?
Severin: Nein, das ist so eine Art sozialer Kitt, bringt die Menschen zusammen und lässt sie stolz auf ihre Stadt sein. Das kann ich als Kölner doch nur begrüßen.

Wir sprachen über Marco Bode – welche Publikumslieblinge hat der FC produziert?
Henning: Kevin McKenna ist eine Legende! Ein wahnsinnig netter, wahnsinnig langsamer und wahnsinnig alter Kanadier, der die Herzen im Sturm erobert hat. Warum? Weil er sich auf dem Spielfeld in jeden Zweikampf warf und abseits vom Rasen auch mal ein paar Gags eingestreut hat. Wie die Szene, als gemeinsam mit Thomas Kessler das Maskottchen abgeschossen hat. Das lieben die Leute.
Christopher: In so einer emotionalen Stadt kann das bei so einer emotionalen Sportart aber auch schnell in die andere Richtung gehen. Da sei nur an Thomas Broich erinnert, der den Leuten irgendwie nicht passte und dann vom »Express« auch noch als schlimmer Kiffer dargestellt wurde. Der war froh, als er irgendwann weg war.

Wie wünscht sich der Kölner seine Fußballer?
Henning: Ein bisschen ruppiger, mit etwas mehr persönlicherer Note und ziemlich lustig. Wie Anthony Ujah, der seine Buden schoss und dann irgendwann den Geißbock beim Torjubel an den Hörnern packte.

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