Andreas Wolf über Falcao und die Transferoffensive seines AS Monaco

»Nicht die schlechtesten finanziellen Voraussetzungen«

In der Winterpause 2011/12 wechselte Andreas Wolf von Werder Bremen in zweite französische Liga nach Monaco. Nun ist sein Klub aufgestiegen und hat jüngst 130 Millionen Euro auf dem Transfermarkt investiert. Ein Gespräch über Trainingsduelle mit Falcao, Steuervorteile und den schwerreichen Investor Dmitri Rybolowlew

Andreas Wolf, können Sie Ihren Urlaub gerade genießen?
Ja, ich bin bei meiner Familie in Deutschland und erhole mich von der langen Saison. Das tut auch mal gut. Wieso fragen Sie?

Ihr Klub, der AS Monaco, wirft in diesen Tagen mit Geld nur so um sich. Für 130 Millionen Euro wurden Joao Moutinho, James Rodriguez und Atletico Madrids Stürmerstar Falcao verpflichtet, Dazu kommt Verteidiger Ricardo Carvalho von Real Madrid. Fabio Coentrao, Carlos Tevez und Victor Valdez werden gehandelt. Haben Sie nicht Angst, dass bei diesem Tempo bei Verpflichtungen auch ihr Platz bald in Gefahr ist?
Nein. Es ist doch toll, mit solchen Spielern zusammen zu spielen. Ich freue mich sogar auf die Trainingsduelle mit Falcao. Für mich ist er einer der besten Stürmer der Welt. Natürlich weiß ich auch, dass es da nicht einfach wird, sich zu behaupten. Jeder muss seinen Platz in Zukunft noch mehr verteidigen, der Konkurrenzkampf steigt. Aber damit kann ich umgehen.

Sie sind im Januar 2012 von Werder Bremen zum AS Monaco gewechselt. Zur Winterpause stand der Klub auf dem letzten Platz der zweiten französischen Liga. Warum haben Sie sich damals für diesen Schritt entschieden?
Ich war von Anfang an von dem Konzept überzeugt. Mir wurde klar gesagt, welche Pläne der Klub verfolgt und wie die Rahmenbedingungen dafür aussehen. Deshalb wusste ich, dass die zweite Liga kein Dauerzustand sein soll. Die jetzige Entwicklung überrascht mich nicht.

Sie wussten also von der anstehenden Transferoffensive?
Es ist normal, dass man sich als Aufsteiger verstärken muss um eine Liga höher zu bestehen. Und wir haben nun mal nicht die schlechtesten finanziellen Voraussetzungen dazu.

Nicht jeder Aufsteiger kann mal so eben 130 Millionen Euro für Neuzugänge ausgeben. In Frankreich wird erwartet, dass Monaco schon zur kommenden Saison Meister Paris St. Germain Konkurrenz an der Spitze macht. Ist das realistisch?
Wir werden Zeit brauchen, um dieses Niveau zu erreichen. Das war bei Paris auch der Fall. Alles muss sich erst einmal finden. Aber wir haben die Qualität, es zu schaffen. In absehbarer Zeit wollen wir vorne mitmischen.

Die Spieler müssen im Steuerparadies Monaco kaum Abgaben auf ihre Gehälter zahlen. Die künftigen Konkurrenten in der Ligue 1 protestieren vehement, dass Monaco einen Standortvorteil hätte. Haben Sie die Ablehnung gegen den Klub schon in der zweiten Liga gespürt?
Nein, dass war ok. Es gab keinen Spießrutenlauf.

Als Sympathieträger wird der AS Monaco auch nicht wahrgenommen. Der Klub ist seit 2011 in der Hand des russischen Milliardärs Dimitri Rybolowlew. Als Investor wird er nicht lange warten wollen, bis sich Erfolg einstellt.
Natürlich steigt die Erwartungshaltung, aber ich denke, dass alle im Verein die Situation realistisch einschätzen können. Wie gesagt, als Aufsteiger können wir auch keine Wunder vollbringen.

Wie gestaltet sich der Umgang mit Rybolowlew aus Spieler-Sicht? Ist er in das tägliche Geschehen involviert?
Er ist nicht stets persönlich präsent, aber als Kapitän habe ich schon das ein oder andere Mal mit ihm Kontakt gehabt. Er will immer alles wissen und informiert sich täglich, was in der Mannschaft vor sich geht. Ich habe ihn als ruhigen, angenehmen Typ kennen gelernt.

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