Andreas Reinke über: Busfahrten

»Bier für die Durchblutung«

Andreas Reinke machte sich einst einen Namen als Asphalt-Cowboy, als er aus Spanien mit dem Bus zum ersten Training seines neuen Vereins Werder Bremen fuhr. Wir sprachen mit ihm über Barca im Bus und belegte Brötchen. Andreas Reinke über: Busfahrten

Andreas Reinke, sitzen Sie gerade im Bus?

Nein, ich hänge am Flughafen von Thessaloniki fest.

Sie scherzen.

Das ist mein voller Ernst. Heute sollte unser Flieger gehen, aber dieser Vulkan aus Island hält uns auf. Wenn wir Glück haben, kommen wir noch vor dem Wochenende von hier weg.

Und wo, bitteschön, steht Ihr Bus »Bussi«?

In Berlin am Flughafen. Der wird noch eine Weile auf mich warten müssen.

Sie sind bekannt dafür selbst die weitesten Strecken mit Ihrem VW-Bus zu bewältigen. Warum haben Sie dieses Mal darauf verzichtet?

Meine Frau hat ein Machtwort gesprochen, da hatte ich keine Chance. Wir wollten für ein paar Tage Freunde in Griechenland besuchen, da hätte sich eine zweitägige Anreise nicht gelohnt. Das wir jetzt hier mehr als eine halbe Woche fest hängen werden, konnte ja keiner ahnen.

Heute Abend spielt der FC Barcelona gegen Inter Mailand in der Champions League, die Katalanen mussten die 1000 Kilometer lange Anreise mit dem Bus bewältigen...

...was natürlich eine klare Wettbewerbsverzerrung ist. Eigentlich sollte die UEFA verfügen, dass die Teams die Anreise zum Rückspiel auch mit dem Bus antreten müssten. Das wäre nur fair.

Sie als Experte für lange Busreisen – was raten Sie den Fußballern auf der Autobahn?

Viele Pause, gutes Essen – und gerne auch ein Schlückchen Bier oder Wein trinken.

Bier und Wein?

Viele Vitamine, gut für die Durchblutung.

Und wie sieht die klassische Fußballer-Verpflegung im Bus aus? Powerriegel und Energydrinks?

Wir hatten früher immer ein paar Broiler (Brathähnchen, d. Red.) mit an Bord. Die haben zwar fürchterlich gestunken, aber fantastisch geschmeckt.

Sie haben zwei Jahre für Real Murcia gespielt – welche Fresspakete werden sich die Spanier eingewickelt haben?

Ganz sicher ein paar leckere Bocadillos*, quasi die spanische Variante von belegten Brötchen.

Letzte Frage: Als Fußballer werden Sie sicherlich immer ein Ball im Kofferraum dabei gehabt haben. Musste Ihre Frau Sie auf den Rastplätzen warm schießen?

Wir haben die Murmel ein wenig hoch gehalten, das hat auch ganz gut getan.  


*Kochen mit Andy: Bei der katalanischen Variante des Bocadillo werden die Schnittflächen mit Tomatenhälften eingerieben und mit Olivenöl und ggf. mit Salz gewürzt - dies nennt man auf Katalanisch Pá amb Tomaquet (Brot mit Tomate).    

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