31.07.2008

Andreas Ottl im Interview

»Ich will mich durchsetzen«

Die kommende Saison ist für Andreas Ottl die entscheidende. Kann er sich im defensiven Mittelfeld durchsetzen? Hier spricht er über seine Ziele, seine Konkurrenten und einen Kegelabend mit seinem Freund Mehmet Scholl.

Interview: Fabian Jonas Bild: Imago
Es gab ja durchaus ein paar Anfragen für Sie. Bekannt geworden ist vor allem das Interesse von Eintracht Frankfurt. Wurden die Angebote von Vereinsseite mit Ihnen abgesprochen oder haben die Verantwortlichen gleich ohne Rücksprache mit Ihnen abgewinkt?

Stimmt, es gab mehrere Anfragen, unter anderem von Eintracht Frankfurt. Aber das ist gleich vom Verein abgelehnt worden. Das kam für mich auch gar nicht in Frage, weil ich die Herausforderung hier suche.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen zu spielen denn ein?

Ich bin sicherlich derjenige von den Mittelfeldspielern, der am Defensivsten spielt. Darin sehe ich auch meine Chance, die ich nutzen will.

Bei der Nationalmannschaft konnte man von Jürgen Klinsmann den Eindruck bekommen, dass er besonders gerne mit jungen Spielern arbeitet. Könnte dies ein Vorteil sein für Sie?


Das muss man erstmal abwarten. Letztlich wird immer die Leistung entscheidend sein. Aber ein Nachteil ist seine Verpflichtung sicher nicht.

Was ist denn jetzt so anders im Training des FC Bayern?

Jeder Trainer hat seine eigenen Methoden. Jürgen Klinsmann spricht viel mit uns Spielern, bei sehr vielen Einheiten ist der Ball dabei, das ist schon anders als vorher.

Wird jetzt individueller trainiert?

Momentan schon. Allerdings wird derzeit vor allem die Physis trainiert, besonders der Kraft- und Ausdauerbereich. Verschiedene Gruppen gibt es daher deswegen, weil nicht alle gleichzeitig in die Vorbereitung eingestiegen sind und noch nicht den gleichen Leistungsstand haben.

Gibt es eigentlich den klassischen Laktattest noch?


Nein, den Laktattest selber nicht. Es gibt andere Leistungstests, z.B. Lauftests mit Atemmaske, um den Atemrhythmus zu analysieren oder Kraft- und Schnelligkeitstests. Aber den typischen Laktattest haben wir bis jetzt noch nicht gemacht.

Darüber werden Sie wahrscheinlich nicht unglücklich sein.

Das ist schon sehr anstrengend. Andererseits bin ich bei Hermann Gerland (Trainer des FC Bayern II, d. Red.) und Felix Magath durch eine harte Schule gegangen und einiges gewohnt.

Was trauen Sie Felix Magath mit Wolfsburg denn zu? Die haben sich ja enorm verstärkt.

Das stimmt, da sind einige namhafte Spieler dazu gekommen. Wenn Sie es schaffen, zu einer Mannschaft zusammen zu wachsen, werden Sie sicher um die internationalen Plätze mitspielen. Um welche genau kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.

Wen halten Sie denn für den größten Konkurrenten im Meisterschaftsrennen?


Wahrscheinlich werden es wieder die üblichen Verdächtigen sein, also Bremen und Schalke. Vielleicht kommt noch eine Überraschungsmannschaft dazu, wie z.B. Wolfsburg oder Leverkusen.

Eher Schalke oder Bremen?

Mein Gefühl sagt mir, eher Schalke.

Und wie ist Ihr Gefühl für die Champions League?


Wir gehen sicherlich mit einigen Erwartungen in diesen Wettbewerb hinein und wollen auf jeden Fall die Gruppenphase überstehen. Danach braucht man ein bisschen Losglück, auch die Tagesform wird entscheidend sein. Es kommt darauf an, wie gefestigt man in der entscheidenden Phase, also im März, April, Mai, als Mannschaft ist. Ein Minimalziel gibt es aber nicht.

Jürgen Klinsmann hat den Acht-Stunden-Tag an der Säbener Straße eingeführt. War das eine große Umstellung?

So groß ist der Unterschied zu vorher gar nicht. Früher ist man zwischen den Trainingseinheiten woanders essen gegangen, aber dann auch wieder zurückgefahren. Jetzt können wir hier essen und uns behandeln lassen oder einfach mal entspannen, um nachmittags wieder fit zu sein.

Und? Schmeckt das FC Bayern-Essen?

Ja, bis jetzt können wir uns nicht beschweren. Es war immer sehr gut.

Hat Ihr Wunsch, beim FC Bayern zu bleiben, nur mit dem erfolgreichen Verein und der sportlichen Perspektive zu tun oder auch damit, dass Sie gebürtiger Münchner sind und München als ihre Lieblingsstadt bezeichnen?

Hauptsächlich hat das mit der sportlichen Perspektive zu tun und damit, dass Trainer gekommen sind, die einen jeden Tag an die Leistungsgrenze bringen wollen. Trotzdem ist München natürlich meine Heimat, das ist aber eher nebensächlich.

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