31.07.2008

Andreas Ottl im Interview

»Ich will mich durchsetzen«

Die kommende Saison ist für Andreas Ottl die entscheidende. Kann er sich im defensiven Mittelfeld durchsetzen? Hier spricht er über seine Ziele, seine Konkurrenten und einen Kegelabend mit seinem Freund Mehmet Scholl.

Interview: Fabian Jonas Bild: Imago
Andreas Ottl, es war viel zu lesen über das neue Leistungszentrum des FC Bayern München. Jeder Spieler hat ein eigenes Display in seinem Spind, das sogenannte Message-Board, das über den Tagesablauf unterrichtet. Stand da heute morgen: Interview mit 11FREUNDE?

Selbstverständlich. Darauf sind die Trainingszeiten vermerkt, heute also 10:30 und 15:30 Uhr, dazwischen gibt es Mittagessen und eventuell stehen Pressegespräche an, wie heute das Telefoninterview mit 11FREUNDE. Um 14:00 habe ich dann meinen Spanischkurs.



Wir halten Sie also nicht vom Spanischunterricht ab?


Nein, ich denke, ich schaffe beides.

Lernen Sie auch Spanisch, damit Sie sich besser mit Martin Vasquez unterhalten können, dem neuen Co-Trainer?


Mit ihm funktioniert die Verständigung schon gut, das war nicht der Grund. Ich hatte in der Schule schon Spanisch und jetzt die Möglichkeit, meine Kenntnisse aufzufrischen. Natürlich ist es umso besser, wenn es Leute gibt, mit denen man sich unterhalten und das Gelernte gleich in die Praxis umsetzen kann.

Welche ist denn die Amtssprache beim FCB?


Das ist unterschiedlich. Es wird viel auf Englisch gemacht, aber natürlich auch auf Deutsch. In unserem Auditorium gibt es außerdem die Möglichkeit, bei Sitzungen mit Simultandolmetschern zu arbeiten, was wir auch schon gemacht haben. Wenn Martin Vasquez auf Englisch spricht, wird das auch auf Deutsch übersetzt.

Und dann sitzen die deutschen Spieler da mit Kopfhörern?


Ich gehe davon aus, bisher hatten wir aber nur deutsche Ansprachen, und die Brasilianer, Argentinier, Italiener und Franzosen mussten die Kopfhörer tragen. Aber das wird bestimmt noch kommen.

Sagt Ihnen eigentlich der Name Siddharta Gautama etwas?


Jetzt auf Anhieb nicht.

Das ist der historische Buddha, der im 5. Jahrhundert vor Christus gelebt hat und von dem Figuren an der Säbener Straße stehen.

Gut zu wissen, dann habe ich wieder etwas dazu gelernt. (lacht)

Wie finden Sie das neue Leistungszentrum denn?


Wir sind alle sehr positiv überrascht. Was hier in der kurzen Zeit gebaut wurde ist sensationell. Es wird ja viel von der Wohlfühl-Oase gesprochen, aber das ist wirklich so. Hier gibt es alle Möglichkeiten, sich optimal vorzubereiten, vom Frühstück über das Aufwärmprogramm im Kraftraum bis hin zum Mittagessen. Und es ist sehr abwechslungsreich. Man kann auf der Couch sitzen und ein Buch lesen, Billard spielen oder sich auf der Terrasse ausruhen. Vor allem wenn man wie wir gerade zweimal pro Tag trainiert, ist das sehr angenehm. Deshalb mussten wir auch nicht ins Trainingslager fahren.

Haben Sie sich auch erst einmal verlaufen? Das schien so eine Art Bewährungsprobe zu sein, für jeden, der dort ankam.

Ich stand schon teilweise in Räumen und habe mich gefragt: »Wo bin ich gerade? Was war früher hier?«  Mittlerweile kenne ich mich aber aus.

Kommen wir zum Fußball. Wären Sie einverstanden, wenn wir behaupten, dass die kommende Saison für Sie besonders wichtig werden könnte? Zé Roberto hört danach bei Bayern auf, und Sie könnten die Verantwortlichen davon überzeugen, dass für Ihre Position kein hochkarätiger Neuzugang notwendig ist.


Sicher wird es wieder eine wichtige Saison für mich. Deswegen gab es für mich auch nie die Überlegung, den Verein zu verlassen. Ich will mich hier durchsetzen und glaube, dass ich das fußballerische Können habe, um das auch zu schaffen. Hier kann ich mich jeden Tag im Training verbessern und aufdrängen, um am Ende auch auf dem Platz zu stehen.

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