22.01.2007

Andreas Möller im Interview

„Jeder hat mal klein angefangen“

Weltmeister Andreas Möller übernimmt zum 1. Juli das Traineramt beim Oberligisten Victoria Aschaffenburg. Ein Zeitvertreib? „Nein“, sagt er im Interview mit 11freunde.de. „Ich möchte den Ehrgeiz vermitteln, den ich als Spieler vorgelebt habe.“

Interview: Andre Tucic Bild: Imago


Seit dem 20. Dezember 2006 sind Sie im Bereich Sportorganisation und Sponsoring bei Viktoria Aschaffenburg tätig. Cheftrainer werden Sie jedoch erst am 01. Juli 2007. Ist Ihre jetzige Anstellung ein gut bezahltes Praktikum?

Meine jetzige Tätigkeit ist unbezahlt. Es gibt natürlich noch einiges vorzubereiten. Sehr wichtig ist derzeit die Suche nach einem Hauptsponsor und einem Ausrüstern. Es gibt viele Sponsoren, die uns bei den ehrgeizigen Plänen in die Regionalliga begleiten wollen, jetzt müssen wir sie an den Verein binden. Ebenso wichtig ist es, im nächsten halben Jahr an der Mannschaft zu feilen. Ich werde viel auf Spielersuche sein und zahlreiche Gespräche mit den derzeitigen Spielern führen. Eigentlich bin ich froh, dass noch ein wenig Zeit verbleibt.

Der Name Andreas Möller ist bei der Suche nach einem Sponsor bestimmt nicht hinderlich.

Das ist sicherlich kein Nachteil.

Ein Welt- und Europameister, Deutscher Meister, UEFA-Cup-, Championsleague- und Weltpokal-Sieger in der hessischen Fußball-Provinz. Gab es etwa keine anderen Angebote?

Zum einen ist Aschaffenburg keine Fußballprovinz, die Viktoria ist ein Traditionsverein. Und zum anderen hat jeder Trainer einmal klein angefangen. Und den Spieler Andreas Möller gibt es nicht mehr. Er hat sicherlich Erfolge gehabt, aber das eine lässt sich mit dem anderen nicht vergleichen. Das kann man einfach nicht in einen Topf werfen. Für mich geht es als Trainer bei null los und es heißt erst einmal Erfahrungen zu sammeln. Das ist ein völlig neues Kapitel für mich.

Rudi Bommer und Werner Lorant waren auch schon Trainer in Aschaffenburg. Haben Sie Kontakt zu den beiden aufgenommen?

Ja, mit Rudi Bommer habe ich bereits gesprochen. Und sicherlich werde ich da noch mal auf ihn zurückgreifen, denn er hat mir angeboten, bei ihm vorzusprechen. Auch weil er die Region kennt.

Was befähigt Sie dazu, ein guter Trainer zu werden?

Darüber möchte ich gar nicht so viel sprechen. Ich kann es noch nicht sagen, das wird man sehen. Aber eines ist klar: Ich werde versuchen der Mannschaft meine Handschrift zu geben. Sicherlich möchte jeder Erfolg haben, und jeder macht es auf seine Weise.

Also keine großen Worte, es folgen Taten.

Es ist müßig, darüber zu spekulieren.

Vermutlich werden Sie nicht unbedingt als harter Hund gelten. Widersprechen Sie mir in diesem Punkt?

Ich weiß jetzt nicht, wie Sie auf harten Hund kommen. Wie bereits erwähnt, wird von mir keine Aussage kommen, wie man sich den Trainer Andreas Möller vorzustellen hat. Darüber werde ich weder sprechen, noch philosophieren. Vielmehr werde ich versuchen, meine Mannschaft zu motivieren und gut vorzubereiten. Das ist vordergründig meine Aufgabe.

Als Spieler waren Sie oftmals umstritten, konnten sich aber stets durch Zuckerpässe und Tore Respekt verdienen. Auf welchem Wege werden Sie das als Trainer schaffen?

Ich möchte die Jungs auf Situationen vorbereiten, die ich als Spieler schon erlebt habe. Da kann ich meine Erfahrung nützlich einbringen.

Als Spieler hatten Sie zahlreiche Spitznamen. Welcher bietet sich für den Trainer Andreas Möller an?

Gar keiner. Ich möchte ja gar nicht über den Trainer Möller sprechen.

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