22.10.2009

Andreas Hinkel über Celtic-HSV

»Wir müssen gewinnen«

Seit Januar 2008 spielt Andreas Hinkel für Celtic Glasgow. Heute trifft er in der Europa League auf den Hamburger SV. Wir sprachen mit ihm über sein Wiedersehen mit der Bundesliga, schottisch-irische Mönche und die WM 2010. 

Interview: Roland Wiedemann Bild: Imago
Herr Hinkel, am vergangenen Wochenende ist eigens ein Spezialist aus Deutschland nach Glasgow eingeflogen worden. Sie wollen unbedingt gegen den HSV spielen?

Ein Freund, der ist Osteopath, hat seine Hilfe angeboten. Ich musste drei Wochen pausieren. Es war nicht wirklich klar zu sagen, was mir gefehlt hat. Es zog im Oberschenkel, vor allem beim Dehnen. Aber jetzt ist die Sache fast überstanden. Ich habe am Montag erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert, und es hat sich gut angefühlt. Also freue ich mich sehr darauf, endlich mal gegen eine deutsche Mannschaft spielen zu können. Weder mit Sevilla noch mit Celtic bin ich bisher in einem internationalen Wettbewerb auf ein Bundesliga-Team gestoßen.



Nach einer Niederlage und einem Unentschieden braucht Celtic in der Europa League gegen den HSV unbedingt einen Sieg.

Wenn wir in die Zwischenrunde kommen wollen, müssen wir gewinnen. Nach der Niederlage in Tel Aviv war ich sehr enttäuscht darüber, dass wir das Spiel noch hergegeben haben. Beim 1:1 gegen Rapid hatten wir Riesenchancen. Aber ich glaube in unserer Gruppe ist noch alles drin. Das wird bis zum letzten Spieltag spannend bleiben.

Sie zogen im Januar 2008 vom sonnigen Sevilla ins graue Glasgow um. Fiel die Umstellung schwer?

Zuerst war es nicht ganz einfach. Meine Frau und ich hatten uns in Sevilla einen Freundeskreis aufgebaut. In Glasgow mussten wir wieder vorne anfangen. Die Menschen und die Kultur sind ganz anders hier. Und dazu noch die klimatischen Unterschiede. Der Sprung von Sevilla nach Glasgow ist im Winter besonders schwierig. Dort den ganzen Tag Sonne mit 20 Grad, hier wird es um vier Uhr dunkel und es regnet sehr viel. Wir mussten eineinhalb Monate warten, bis wir in Glasgow überhaupt das erste Mal die Sonne gesehen haben. Aber inzwischen haben wir uns gut eingelebt. Man darf Glasgow nicht unterschätzen. Die Stadt war europäische Kulturhauptstadt und besitzt eine hohe Lebensqualität.

Es heißt, Celtic Glasgow ist ein ganz besonderer Verein.

Absolut. Der Klub lebt seine Geschichte und hält an Traditionen fest. Celtic wurde ja von einem irischen Priester gegründet, und der hat dabei weiß Gott nicht an professionellen Fußball gedacht. Celtic ist heute noch der irische Klub in Schottland und engagiert sich sozial sehr stark. Es geht hier bei aller Professionalität sehr familiär und menschlich zu. Die Identifikation der Fans mit dem Verein ist gigantisch. Im Celtic-Park zu spielen, ist ein echtes Highlight. Das Stadion hat mit 60.000 Sitzplätzen die optimale Größe. Es ist eines der lautesten Stadien, in denen ich gespielt habe. In den Bundesligastadien sorgen die Leute in den Fankurven für die Stimmung. Im Celtic-Park singen alle, auch die Zuschauer auf der Haupttribüne.

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