06.10.2010

Andreas Görlitz über Musik

»Erste LP von Hasselhoff«

Fußball, Fußball, immer nur Fußball – dabei haben manche Profis viel mehr zu bieten. Ingolstadts Andreas Görlitz ist Gitarrist der Band »Room 77« und sprach mit uns über musikalische Jugendsünden und Groupies vor der Bühne.

Interview: 11Freunde Bild: Imago


Sie haben sich einen Produzenten gesucht.

Ja, das war während der Zeit in Karlsruhe. Damals habe ich in einem bestimmten Musik-Shop eingekauft und bin eines Tages mit einem Verkäufer ins Gespräch gekommen, der ein Studio in der Nähe von Karlsruhe hatte. Thomas Lichtenwalter ist bis heute unser Mitproduzent und Manager.

Wie liefen die ersten Recording-Sessions?

Ursprünglich wollten wir nur einen Song aufnehmen. Das hat uns dann aber so viel Spaß gemacht, dass wir direkt eine EP mit fünf Tracks gemacht haben. Als die im Kasten war, hat uns das immer noch nicht gereicht, also haben wir in zwei Monaten weitere fünf Songs geschrieben. So ist unser erstes Album entstanden.

Sie machen aber nicht nur Platten, sondern spielen auch live.

Ja, allerdings nicht besonders häufig. Unser erster Auftritt mit »Room 77« war in Karlsruhe, damals selbst organisiert. Es waren ein paar Freunde und Kollegen aus der Mannschaft da. Mittlerweile haben wir ungefähr 15 Gigs absolviert.

Vor kurzem waren Sie sogar Vorband von AC/DC. Wie kamen Sie zu dieser Ehre?

Wir haben mit ein paar Bayern-Spielern das Video zu unserer Single »Hope« gedreht – ein Song für das SOS-Kinderdorf. Wolfgang Nadvornik, ein Freund von mir, der bei dem Video Regie geführt hat, kannte den Tourveranstalter und hat uns ins Gespräch gebracht. Der Tourveranstalter wiederum fand unser Engagement toll – und schon standen wir vor AC/DC auf der Bühne.

Sie haben außerdem ein Festival mit den Donots organisiert? Nicht gerade ein kleiner Fisch in der Rocklandschaft. Wie haben Sie den an Land gezogen?

Durch Eigeninitiative. Ich habe die Band angeschrieben, anschließend gab es einen regen Email-Verkehr: Die wollten natürlich erstmal mehr Geld, was wir allerdings nicht zahlen konnten. Irgendwann wussten die, dass ich Andi Görlitz bin – das hat es vielleicht ein bisschen einfacher gemacht. Aber es war nicht so, dass die Band mir einen Gefallen getan hätten. Wir haben die Donots regulär gebucht.

Gab es auch mal einen Pannen-Auftritt?

Sicher! Irgendwann hat mich mal jemand für ein »In-Ear-System« (ein Kopfhörer-System für Bands, das den Sound auf der Bühne verbessern soll, Anm. d. Red.) begeistert. Ich habe dann so ein System für die ganze Band gekauft, allerdings nicht daran gedacht, dass man dafür einen professionellen Mischer braucht. Anstatt dessen habe ich einen Kumpel gefragt, der überhaupt keine Ahnung von Mischpulten hatte.

Keine gute Idee.

Wirklich nicht. Während des Auftritts ging in unseren Ohren alles drunter und drüber. Der Auftritt war fürchterlich, danach waren wir eine Woche lang richtig deprimiert. Aber auch solche Erfahrungen muss man machen…

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