05.06.2014

Andrea Petkovic im Interview

»Fußballer sind behüteter«

Andrea Petkovic spielt heute ihr Halbfinal-Match bei den French Open. Was die Dame mit Fußball zu tun hat? Mehr als man denkt. In unserer Ausgabe 122 erzählte sie uns von ihrer Liebe zu Eintracht Frankfurt, ihrem Austausch mit Maik Franz und einer Ansage von Bastian Schweinsteiger.

Interview: Ron Ulrich Bild: Imago

Andrea Petkovic, Sie stammen aus der Nähe von Darmstadt und fiebern mit Eintracht Frankfurt. Wie kommt es dazu?
Mein Trainingsplatz lag zwar neben dem Böllenfalltor in Darmstadt, aber das Waldstadion war einfach noch mal eine Nummer größer. Die Jungs aus meiner Klasse waren alle Lilien-Fans, doch ich bin schon als Kind ständig nach Frankfurt gefahren, das fing zu der Zeit von Jay-Jay Okocha an.

Das waren die großen Tage der Eintracht, von denen viele Fans heute schwärmen.
Ja, danach ging es bergab. Doch gerade diese Underdogmentalität hat mich fasziniert. Die Eintracht hat ständig eins drüber bekommen, doch bis zum Schluss gekämpft. Und die Fans haben nie die Hoffnung verloren und weitergesungen. Spätestens da habe ich mein Herz an die SGE verloren.

Sie sind ständig auf der ganzen Welt unterwegs.
Kann man da die Bundesliga überhaupt noch verfolgen? Es ist schwierig, gerade wegen der Zeitunterschiede. Doch im Abstiegskampf der letzten Saison habe ich mitgefiebert, egal wo ich war. Ich werde nie vergessen, wie ich mir in Amerika den Wecker morgens um sechs Uhr gestellt habe, um einen Livestream zu sehen: vom trostlosen 0:0 gegen Kaiserslautern.

Spielt Fußball in der Tenniswelt eine Rolle?
Total. Wir waren in Cincinnati und plötzlich kam aus der Kabine der Männer ein Riesen-Gebrüll. Da spielte gerade Real Madrid gegen Barcelona, und alle sind durchgedreht.
Es gab viele Madrid-Fans, darunter natürlich Rafael Nadal, drei Barcelona-Fans - und alle hatten auf ihren Laptops einen Stream laufen. Die sind wie geisteskrank hin und her gelaufen, weil abwechselnd der Stream abgestürzt ist.

Sehen Sie Parallelen zwischen beiden Sport arten?
Ich denke, dass man bei allen Ballsportarten ein gutes Gefühl für den Ball entwickelt - egal für welchen. Fast alle Tennisspieler können ausgezeichnet Fußball spielen, zumindest die Männer. Ich habe auch genügend Fußballer Tennis spielen sehen - wie Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer, die sind nicht mal schlecht.

Wie steht es um Ihre fußballerischen Fähigkeiten?

Mies. Ich bin nicht für den Mannschaftssport gemacht und lieber selbst verantwortlich für die Ergebnisse, mir liegt das Eins-gegen-eins mehr.

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