Als der USC Pokal-Geschichte schrieb

»Das war ein verbotenes Loch«

Als 2002 in Hamburg die Deiche brechen, will der Uhlenhorster SC Paloma etwas dagegen tun – und tritt in der 1. Runde des DFB-Pokals mit einem Loch im Trikot an. Warum, verrät der damalige Ligaobmann Kai Rathke. Als der USC Pokal-Geschichte schrieb

Kai Rathke, Ihr Verein, der Uhlenhorster SC Paloma, trat in der ersten Runde des DFB-Pokals 2002/03 mit einem Loch im Trikot an. Warum?

Kurz zuvor waren in Hamburg durch das Hochwasser Teile des Deiches gebrochen. Ein kleiner Ort, an dessen Name ich mich leider nicht mehr erinnere, wurde ziemlich übel zugerichtet. Das gelochte Trikot war Teil einer Spendenaktion. Uns war ja klar, dass dieser PR-Gag auffallen würde.

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Dem Spiel Ihrer Mannschaft hat das nicht sonderlich geholfen...

Nein, gegen Kaiserslautern haben wir gleich fünf Stück bekommen. Zweimal Lokvenc, zweimal Klose, einmal Basler. Das war damals eine richtig gute Truppe.

Wer hatte denn eigentlich die Idee für das Trikot mit dem Loch?

Unser Trikotsponsor. Ein Mitarbeiter der Firma Kappa wohnte in eben jenem Ort und hatte selbst einene ziemlichen Wasserschaden durch die Fluten erlitten.

Wie hat der DFB darauf reagiert, dass Sie einfach so ein Loch in Ihr Trikot geschnitten haben?

Merkwürdigerweise gar nicht. Dabei war es eigentlich Sinn und Zweck unserer Aktion gewesen, dass der Schiedsrichter unsere Jungs vor dem Anpfiff noch einmal in die Kabinen schickt, um die Trikots auszutauschen. Das war ein verbotenes Loch. Aber es ist nichts passiert.

Machen Sie solche Aktionen häufiger in Ihrem Verein?

Nein, wir sind kein zweites St. Pauli, bloß ein ganz normaler Fußball-Verein, der mit einer netten Idee helfen wollte.

Ein ganz normaler Fußball-Verein? Und was soll dann die weiße Friedenstaube auf Ihrem Wappen?

Ganz simple Vorgeschichte: 1909 wurde unser Verein von Seefahrern als Schlagballverein gegründet und die Jungs vom Meer benannten den Verein nach einer der ersten Vokabeln, die sich aus Spanien mitgebracht hatten: Paloma. Zu deutsch: »die weiße Taube«. So einfach ist das.

Hatten Ihre Spieler gegen Kaiserslautern eigentlich Probleme mit ihrem neuen Trikot? Dürfte ja für Ramzy, Hengen und Co. nicht schwierig gewesen sein, unauffällig am Trikot zu ziehen.

Nein, da hat sich keiner beschwert. Die Lauterer waren ganz friedlich. Dabei hatten wir im Vorfeld Plakate drucken lassen: »Taube trifft Teufel« und unser Vereinsgetier auf den Kopf eines Teufels kacken lassen.

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