Alexander Frei im Interview

»Ich bin kein Jahrhunderttalent«

Alex Frei will nach einer für ihn durchwachsenen Hinrunde wieder Stürmer Nummer 1 bei Borussia Dortmund werden. Im Interview spricht er über motivierenden Druck, fehlende Geduld und sein Verhältnis zu Jürgen Klopp. Alexander Frei im InterviewImago

Herr Frei, im ersten BVB-Testspiel 2009 gegen Freiburg standen Sie und Nelson Valdez in der Startelf. Ein erstes Signal?

Nein. Testspiele darf man nicht überbewerten. Wichtig ist, dass ich am 28. Januar im DFB-Pokal gegen Bremen auflaufe. Das ist mein Ziel.

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Sie haben in einem Bild-Interview gesagt, dass Sie Stürmer Nummer 1 beim BVB werden. Worauf basiert diese Zuversicht?

Man muss in der Vorbereitung ein Ziel haben, sich unter Druck setzen. Ich bin endlich wieder völlig beschwerdefrei und habe schon in den »Ferien« mehr gemacht, als vorgeschrieben. Ich will wieder in die Form kommen, in der ich in meiner ersten BVB-Saison war.

Sie gelten als äußerst ehrgeizig. Droht die Gefahr, dass Sie sich zu sehr unter Druck setzen?

Nach drei Operationen in den letzten eineinhalb Jahren bin ich geduldiger geworden, obwohl Geduld nicht meine Stärke ist. Früher war das positiv und hat mich nach vorne gebracht. Ich wollte immer besser sein als andere. Ich war nie das Jahrhunderttalent, das man auf der Straße findet und sagt »Wow, das wird der beste Stürmer, den die Schweiz je hatte«. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich am besten bin, wenn ich mich unter Druck gesetzt habe.

Ihre Konkurrenten im Sturm, Mohamed Zidan und Nelson Valdez, sehen sich auch als Stammspieler. Wo ordnen Sie sich in diesem Trio ein?

Das müssen andere beurteilen. Klar hat der eine oder andere, zu Recht oder zu Unrecht, einen Vorsprung. Aber im Winter werden die Karten neu gemischt.

Jürgen Klopp setzt auf laufintensives Spiel, die Stürmer müssen viel Pressing-Arbeit leisten. Passt Alex Frei da hinein?

Das System von Jürgen Klopp ist neu für mich als Spieler. Aber da ich beim BVB jetzt schon den vierten Trainer habe, habe ich gelernt, mich an das Spiel und an den Trainer anzupassen.

Heißt anpassen, dass Sie sich komplett umstellen müssen?

Läuferisch bin ich nicht so stark, wie manch einer meiner Kollegen. Ich bin nicht so schnell wie Kuba Blaszczykowski. Da kann ich 1500 Sprints machen und werde es nicht. Ich kann auch nicht so viel laufen wie Nelson Valdez oder Florian Kringe. Aber Jürgen Klopp weiß, was meine Stärken sind. Und die muss ich ausspielen.

Wie ist Ihr Verhältnis zum Trainer?

Es gab Dinge, da waren wir anderer Meinung. Das darf ich auch beibehalten. Es gibt aber auch Dinge, die der Trainer anders sieht – die muss ich akzeptieren. Wir haben ein professionelles Verhältnis.

Sie gehören zu den BVB-Führungsspielern. Was ist diese Saison möglich?

Wir stehen auf Platz 6, haben sechs Punkte Rückstand auf Platz 1. Da träumen einige Fans wieder von glanzvollen Zeiten. Aber wir müssen aufpassen. In meiner ersten Saison hier waren wir Siebter, als Bert van Marwijk entlassen wurde und Husch-Husch standen wir auf Platz 17. Wir haben ein schweres Auftaktprogramm und Klubs hinter uns, die unseren Platz wollen. Wir dürfen uns nicht zufrieden geben.

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