08.01.2013

Alexander Baumjohann über Louis van Gaal, Brasilien und den FCK

»Die Zweite Liga war kein Abstieg«

Einst wurde Alexander Baumjohann als das neue Supertalent gehandelt, dann drückte er die Reservebänke beim FC Bayern und auf Schalke. Ein Gespräch über den Neuanfang beim 1. FC Kaiserslautern, brasilianische Vorbilder und Hans Sarpeis Scherze.

Interview: Johannes Ehrmann Bild: Imago

Alexander Baumjohann, stimmt es, dass Sie vom brasilianischen Fußball schwärmen?
Der Bezug zu Brasilien ist schon groß, meine Frau ist Brasilianerin, wir sind etwa alle sechs Monate dort, in Belo Horizonte. Ich habe auch Kontakt zu all den Brasilianern, mit denen ich zusammengespielt habe, Dante, Edu, Rafinha oder Breno.

Was gefällt Ihnen am Fußball in Brasilien?
Es ist mehr Spektakel als in Deutschland, es wird nicht so viel Wert auf Effektivität gelegt. Es geht in Brasilien mehr darum, dass die Zuschauer ausrasten, wenn zum Beispiel ein guter Trick gelingt.

Für welchen Klub würden Sie dort am liebsten spielen?
Wenn dann wohl bei Atletico Mineiro in Belo Horizonte, wo gerade Ronaldinho spielt. Meine Frau und ihre Familie schwärmen schon immer für den Verein, das Stadion ist nicht weit entfernt von ihrem Haus.

Und dann nehmen Sie Ansgar Brinkmann irgendwann den Beinamen »Weißer Brasilianer« ab?
Ach, Quatsch, nein.

Ihr Lieblings-Brasilianer auf dem Fußballfeld?
Ganz früher Ronaldo, er war mit einer der besten Spieler, die es je gab. Und Ronaldinho, der hatte seine große Zeit, als ich Jugendlicher war. Heutzutage ist Neymar der beste Brasilianer, denke ich.

Kommen wir zu Ihnen: Wie konnte Sie Franco Foda zum Abstieg in die zweite Liga überreden?
Für mich ist das gar kein Abstieg gewesen. Wichtig war mir, bei einer Mannschaft zu spielen, die offensiv guten Fußball bieten will, und nicht vielleicht bei einem Erstligisten, der nur hinten drin steht. Der Trainer hat mir gesagt, dass er auf der Zehn mit mir plant, das war der wichtigste Aspekt.

Sie wechselten erst Ende August. War es schwierig, sich in die Mannschaft einzufinden?
Nein, gar nicht. Viele Spieler kannte ich schon. Das einzige Problem war vielleicht, dass ich die Vorbereitung nicht komplett mitgemacht habe, das hat man am Ende der Hinrunde gemerkt. Jetzt habe ich einen Monat Zeit, mich auf die Rückrunde vorzubereiten.

Sie freuen Sich also auf die Schufterei im Trainingslager?
Natürlich. Die Vorbereitung ist ja dafür da, dass es härter wird. Außerdem hatte ich in der Vergangenheit ja schon mal Trainer, bei denen es härter war als bei allen anderen. Mich kann da eigentlich nichts mehr schocken.

Sie spielen auf Felix Magath an.
Wissen Sie, ich habe mir vorgenommen, nie wieder über ihn zu reden.

Das klingt verbittert.
Nein, nicht verbittert, aber ich will einfach nicht nachtreten oder den Eindruck erwecken, schlecht über ihn zu reden.

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