13.01.2011

Alex Popp im Interview

»King of Curry-Wurst«

Zehn Tore bei der U 20-WM haben sie populär gemacht, dabei ist Alexandra Popp im Verein linke Verteidigerin. Im Oktober 2010 sprachen wir mit ihr über plötzlichen Ruhm und das richtige Leben im falschen.

Interview: Jens Kirschneck und Maike Schulz Bild: Lioba Schneider

Alexandra Popp, kennen Sie Klaus-Peter Thaler?
Nein. Wer ist das?

Ein Radrennfahrer der Achtziger und bis vor kurzem der bekannteste Gevelsberger. Jetzt haben Sie ihn möglicherweise abgelöst.

Na ja, eventuell dann, wenn ich nächstes Jahr mit den Frauen die WM gewinne. Noch stehe ich ja erst am Anfang meiner Karriere.

Hat sich durch die U 20-WM Ihr Leben verändert?

Was den Medientrubel angeht, auf jeden Fall. Und ich werde jetzt hier in Gevelsberg auf der Straße erkannt. Da wird geguckt und auch mal getuschelt: »Das ist doch die von der WM.«

Vor ein paar Monaten kannten Sie nur Kenner des Frauenfußballs. Müssen Sie sich manchmal kneifen?

So richtig habe ich das noch nicht realisiert. Wenn mir jemand erzählt, dass in Berlin oder Bayern ein Artikel über mich erschienen ist, frage ich mich schon, was ich eigentlich dafür gemacht habe. Aber es ehrt mich total.

Ist das U 20-Turnier so verlaufen, wie Sie erwartet haben?

Bei der U 19-EM 2009 haben wir mit fast der gleichen Mannschaft dermaßen versagt, dass wir jetzt nur qualifiziert waren, weil die WM in Deutschland stattfand. Aber wir haben in der Vorbereitung sehr hart gearbeitet, und diese Arbeit hat sich ausgezahlt.

Vorne hieß es: Wenn nix mehr geht, fällt der Ball der Alex auf den Fuß. Hatten Sie in Ihrer Karriere schon mal einen solchen Lauf?

Als ich in Silschede noch mit den Jungs gespielt habe, da gab es auch mal eine Zeit, wo ich in jedem Spiel drei Tore gemacht habe. Es freut mich, dass das diesmal zur richtigen Zeit kam.

Hat es Sie am Ende gar nicht mehr überrascht, wenn der Ball schon wieder drin war?

Das Tor im WM-Finale hat mich zum Beispiel sehr überrascht.  

Warum das?

Weil ich sehr schlecht ins Spiel gekommen bin, und dann kam der Ball auch noch auf meinen schwachen Fuß. Eigentlich hatte ich schon abgeschaltet und wollte den Ball nur vernünftig treffen. Und dann ist er ins lange Eck geflogen und war doch wieder drin.

Hatten Sie schon mal eine Phase, in der Sie gar nichts getroffen haben?

Oh ja, in meinem zweiten Jahr in Recklinghausen. Da habe ich überall hingeschossen, nur nicht ins Tor. Ähnlich wie 2008 bei der U 17-WM. Laut der Statistik habe ich zwölfmal aufs Tor geschossen, davon gingen sieben Schüsse ans Aluminium, zwei waren drin, und den Rest hatten die Torhüterinnen.

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