17.08.2013

Alex Meier über Fehlstarts und seine Zukunft

»Jeder kommt mal unter die Räder«

Nach einer überragenden Vorsaison erlebte Alex Meier mit Eintracht Frankfurt einen waschechten Horrorstart in die neuen Spielzeit. Vor dem heutigen Spiel gegen den FC Bayern sprachen wir mit ihm über den Humor von Armin Veh, den Hype um Pep Guardiola und seine Zukunft.

Interview: Manuel Schumann Bild: Imago

Alex Meier, was halten Sie davon, wenn ein Fan seinen Lieblingsklub wechselt?
So was gibt es? (lacht) Im Ernst: Wer meint, er müsse den Klub wechseln, der soll das tun. Ich habe kein Problem damit.

Sie waren als Kind Bayern-Fan - wann kam Ihnen der Gedanke: Dieser Klub ist nichts für mich?
Diesen Moment gab es nicht. Ich fand den Klub in meiner Kindheit einfach toll. Aber geht das nicht vielen Jungs so? Man schaut als Kind doch gern auf die Erfolgreichen und Starken und nicht unbedingt auf die Underdogs. Der FC Bayern ist auch heute noch der erfolgreichste Klub in Deutschland. Und genau das ist kein Zufall, diesen Stellenwert hat der Verein sich erarbeitet. Im Fußball wird niemandem etwas geschenkt. Kurzum: Egal, wie man zu den Bayern steht, Respekt sollte man ihnen schon entgegenbringen.

Hatten Sie damals einen Lieblings-Bayern-Spieler, in dessen Rolle Sie auf dem Bolzplatz geschlüpft sind?
Nein, ich wollte immer nur einer sein: Ronaldo! Aber der Richtige, der Brasilianer!

Hat Sie der Guardiola-Hype in der Sommerpause eigentlich genervt?
Heutzutage ist es doch normal, dass in den Medien vieles übertrieben oder dramatisiert wird. Mich hat dieser Hype weder überrascht noch sonderlich genervt. Man muss ja nicht alles lesen. Wer sich über solche Sachen aufregt, hat in diesem Geschäft nicht viel Freude. Mein Appell: Nicht alles so ernst nehmen.

Trotz der 1:6-Klatsche gegen Hertha BSC Berlin zum Saisonauftakt: Ist es nicht ein Vorteil, gleich zu Beginn der Runde gegen die Bayern zu spielen?
Quatsch! Wir sollten uns nicht alles schönreden. Ob wir nun am zweiten Spieltag oder erst im November auf die Bayern treffen, ist doch vollkommen egal. Es ist so oder so eine ganz besondere Partie, für die der Trainer keinen Spieler extra motivieren muss. Wir wollen einen super Auftritt hinlegen. Diejenigen, die uns bereits abgeschrieben haben, machen einen Fehler.

Die Bayern-Defensive wirkte zuletzt nicht immer stabil.
Das ist Jammern auf hohem Niveau! Fakt ist: Die Bayern haben ihr erstes Spiel deutlich gewonnen. Ich sehe nicht, dass sie zurzeit schlecht drauf sind. Das wird ein harter Fight.

Ist das Selbstvertrauen, das sie sich in der Vorbereitung geholt haben, nun bereits wieder verschwunden?
Nein. Wir alle wissen, dass wir einen katastrophalen Start hingelegt haben. Dennoch gibt es keinen Knacks im Team. Eine solche Partie wird sich in absehbarer Zeit nicht wiederholen, da bin ich mir sicher. Beinahe jede Bundesligamannschaft kommt im Laufe einer Saison einmal unter die Räder, dass das bei uns nun gleich zu Beginn der Fall gewesen ist: Pech! Entscheidend ist doch, wie wir in den kommenden Wochen darauf reagieren.

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