21.02.2009

Albert Streit im Interview

»Ich bereue gar nichts«

Einst galt er als der beste Flankengeber der Liga. Doch so steil Albert Streits Karriere begann, so hart landete er bei Schalke auf dem Boden. Beim HSV will er einen Neuanfang wagen. Ein Gespräch über Images, Fehler und David Beckham.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Albert Streit im Interview
Dietmar Beiersdorfer hat über Sie gesagt, Sie könnten Flanken schlagen wie einst David Beckham...

Ich vergleiche mich nicht mit David Beckham. Beckham ist weltweiter Superstar, ich ein normaler Bundesligaspieler. In der Saison mit Eintracht Frankfurt, in der es für mich sehr gut lief, kamen schon ein paar richtig gute Flanken, und ich habe auch ein paar Tore vorbereitet. Aber Beckham ist eine andere Liga.

In der Saison 2006/2007 haben viele in Ihnen einen der besten offensiven Außenspieler gesehen. Sind sie das auch heute noch, wenn man sie lässt?

Mein Selbstvertrauen hat im letzten Jahr schon ziemlich gelitten. Ich hatte vor zwei Jahren eine super Phase in der Liga und auch mehrere Angebote von guten Klubs. Aber wenn man dann ein Jahr lang nicht richtig zum Spielen kommt, dann geht Selbstvertrauen verloren. Sollte ich natürlich meine Einsatzzeiten bekommen und Selbstvertrauen tanken, kann ich auch wieder an meine alte Form anknüpfen.

Welche Klubs hatten damals Interesse?

Ich hatte zu dieser Zeit die Möglichkeit, zum HSV zu gehen. Außerdem war da Schalke. Die standen damals auf Platz eins. Jeder ist davon ausgegangen, dass die Meister werden. Und aus dem Ausland gab es auch ein paar gute Angebote.

Früher galt die Vorgabe für Außenspieler, bis zur Grundlinie durchzulaufen und dann zu Flanken. Heute kommen viele Flanken aus dem Halbfeld. Hat sich die Spielweise der Außenspieler geändert?

Das ist von den Trainern abhängig. Wenn sie kopfballstarke Spieler in der Mitte haben, sagen viele Trainer, dass auch Flanken aus dem Halbfeld geschlagen werden sollen. Aber ich bin eher der Typ, der die Eins-gegen-Eins-Situationen sucht und dann automatisch bis zur Grundlinie kommt.

Haben Sie das Gefühl, dass Spieler, die Eins-gegen-Eins-Situationen suchen, immer weniger gebraucht werden in Zeiten von schnellem Direktpassspiel?

Man hat in den letzten Jahren schon gemerkt, dass die Ausdauer und Athletik eines Spielers über allem steht. Ohne das ist es schwer zu bestehen in den ersten Ligen in Europa.

Kann man sagen, dass körperliche Fitness wichtiger ist als fußballerisches Talent?

Ja, das denke ich schon. Es gibt so viele super Straßenfußballer, die mit dem Ball alles können. Aber wenn die dann auf dem Platz einmal hoch und runter laufen müssen und keine Luft mehr haben, um noch eine Aktion zu starten, haben sie ihr Pulver schnell verschossen.

Wie ist es um Ihre Fitness bestellt?

Mit Ausdauer habe ich mir zwar immer etwas schwer getan, aber ich spiele schon ein paar Jahre als Profifußballer und habe bewiesen, dass ich mithalten kann. Meine Stärken sehe ich vor allem in den schnellen Sprints.
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