Alan & Denise singen's noch einmal

»Rummenigge, what a man!«

Vergesst Udo Jürgens, ignoriert Michael Schanze! Das hingebungsvollste Fußballlied der Achtziger sangen Alan & Denise. Wir sprachen mit den Songwritern über ihre Ode an die »sexy knees« und die Begegnung mit ihrer Muse. Alan & Denise singen's noch einmalimago

Alan & Denise, die englische Nationalmannschaft verlor 1982 in einem Freundschaftsspiel mit 2:1 gegen Deutschland, eigentlich eine Schande für jeden englischen Fußballfan. Sie jedoch schrieben daraufhin einen Song für den zweifachen deutschen Torschützen Karl-Heinz Rummenigge.

Alan: Eine Schande, ja, aber Rummenigge war in diesem Spiel einfach überragend, er hat uns im Alleingang nass gemacht.

Denise: Und dann dieser süße Name ...

... mit dem sich der englische Kommentator sehr schwertat.

Alan (lacht): Wir Engländer können dieses »Rummenigge« nicht so aussprechen und betonen wie die Deutschen. Wir sprechen ein »Ru« wie hinten bei »Kangaroo«.

Denise: Der Kommentator brüllte nach dem zweiten Tor: »Rummenigge, what a man!« Wir waren sofort inspiriert.

Inspiriert schienen Sie jedoch vor allem von dem Typen Rummenigge, seinen langen Beinen, seinen blonden Haaren.

Denise:
Mmhhh, dieser hübsche junge Mann war schon eine Erscheinung in seinen kurzen Shorts.

Alan, waren Sie damals eifersüchtig auf den deutschen Mittelstürmer?

Alan: Sie haben mich noch nicht in Shorts gesehen! (lacht) Nein, im Ernst, dieser Liedtext war natürlich nur ein großer Spaß.

Dieser Spaß sollte zum größten Erfolg Ihrer musikalischen Karriere werden.

Alan: Unglaublich, oder? Die englischen Plattenfirmen hatten nie Interesse an einer Veröffentlichung. Auf der Insel waren in den Achtziger Jahren Synthesizers angesagt, ich wollte das Stück aber unbedingt mit der Gitarre begleiten.

Sie mussten also woanders eine Plattenfirma finden.

Denise: Eine Freundin von uns hatte in dieser Zeit eine Plattenveröffentlichung in Deutschland. Dort haben wir dann auch vorgespielt und die waren auf Anhieb begeistert.

Der Song stieg sofort in die deutschen Charts ein. Wie sind Sie damals wahrgenommen worden, als richtige Stars – oder vielmehr als Kultfiguren?

Denise: Es war nicht so, dass die Teenager vor unseren Hotels gezeltet haben. Aber für ein One-Hit-Wonder waren wir wirklich angesagt. Das Lied wurde im Radio rauf und runter gespielt, wir hielten uns zwölf Wochen in den Charts – wir waren in aller Munde.

Alan: Als Rummenigge nach Italien ging, kaufte Inter Mailand die gesamten Plattenbestände in Deutschland auf. Ich weiß auch nicht genau, warum ...

Denise: Und sogar heutzutage erinnert man sich an unseren Song, das ist ja jetzt über 25 Jahre her. Wenn man von Rummenigge liest, liest man auch von uns, als eine Art Fußnote.

Alan: Rummenigge hat uns unsterblich gemacht! (lacht)

Es war damals nur eine Frage der Zeit, wann Sie Ihrem Songhelden tatsächlich einmal begegnen würden. Sie hatten gemischte Gefühle?


Alan:
Ja, genau so war es. Ich konnte nicht richtig einschätzen, was er von dem Song halten würde, schließlich machten wir uns ja auch irgendwie über ihn lustig.

Denise:
Als wir ihn dann trafen, fragte ich ihn gleich nach seiner Meinung. Er sagte, als er das Lied das erste Mal hörte, sei er sich nicht sicher gewesen, was er davon halten sollte. Als seine Frau dann aber sagte, sie würde es unheimlich gut finden, mochte er es schließlich auch.

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