Aachen auf Abwegen bei der Bundeswehr

»Es wird auch mal dreckig«

Spieler mit Uniform und Marschgepäck, schweißtreibende 15 Kilometer beim Orientierungslauf. Zweitligist Alemannia Aachen war zu Gast bei der Bundeswehr. Erik Meijer hat uns die neuen Trainigsmethoden erklärt. Aachen auf Abwegen bei der Bundeswehr

Erik Meijer, Hand aufs Herz: Wie viel Prozent dieser Aktion waren PR und wie viel wirkliches Training?

Das waren null Prozent PR, sondern eine reine Teambuildingmaßnahme. Ich glaube nicht, dass man etwas über Fußball lernt, wenn man einen Kilometer durch einen Fluss läuft. Das hatte mehr damit zu tun, dass die Spieler lernen, sich untereinander zu helfen und der Trainer erkennt, was für verschiedene Typen er im Verein hat. Wer übernimmt die Führung, wer denkt erst einmal nach und welche Spieler handeln einfach, das sind wichtige Erkenntnisse. Letzte Saison war es etwas kühl in der Mannschaft geworden. Es war zwar eine Mannschaft, aber keine geschlossene Einheit. Ich lege aber sehr viel Wert auf einen geschlossenen Mannschaftsauftritt, da ich in meiner aktiven Zeit gemerkt habe, dass man mit Zusammenhalt Berge versetzen kann.  Daher hoffen wir, dass wir mit solchen Aktionen die Spieler noch weiter motivieren können.

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Wie kam diese spezielle Trainingseinheit bei den Spielern an?

Diese Aktion, werden die Spieler ihr Leben lang nicht vergessen. Am Ende waren alle ziemlich müde. Wir haben noch zusammen gegrillt und das Deutschland-Spiel gegen Spanien geschaut. Danach sind alle happy im Zelt eingeschlafen.
     
Das heißt, dass in der nächsten Saison eine ähnliche Trainingseinheit folgen wird? Wie wäre es mit Fallschirmspringen?

Ach, lassen sie sich überraschen, aber das könnte schon sein. Vielleicht nicht in der gleichen Art und Weise wie dieses Jahr, denn das wäre ja eine schlichte Kopie. Aber wir haben gesehen, dass solche Aktionen die Mannschaft zusammenschweißen und allen Spaß gemacht haben. Uns wird schon etwas einfallen, was bisher noch keiner gemacht hat. Dabei müssen wir natürlich auch auf unser Budget achten. Da kam uns die erfolgreiche Kooperation mit der Bundeswehr schon sehr gelegen. 

Auf ihrer Homepage sieht man die neue Kampagne »Auf Gedeih und Verderb«. Die Spieler auf den Fotos sehen dabei aus, als ob sie einen dreckigen 90 Minuten-Kampf hinter sich gebracht hätten. Die Trikots sind verschmutzt, die Spieler sitzen erschöpft in der Kabine.  Wie hängt diese Kampagne mit der Trainingseinheit zusammen?

Beides hat mit Arbeit und Zusammenhalt zu tun. Dabei wird man auch mal dreckig und nass. Und wenn es beim Orientierungslauf bis auf »Gedeih und Verderb« geht, passt das natürlich zusammen. Die Jungs hatten bei diesem Fototermin natürlich auch viel Spaß, denn nicht jeder wird mal eben eine Stunde geschminkt. Das war schon was Besonderes. Am nächsten Tag kamen alle ins Büro und wollten die Bilder unbedingt auf CD gebrannt haben. Das zeigt, dass sich die Jungs gut gefühlt haben und wenn dabei noch etwas Positives für das Umfeld und die Fans herauskommt, ist das natürlich klasse.

Zu Zeiten, als Jürgen Klinsmann Trainer beim FC Bayern München war, sah man Buddah-Figuren auf dem Gelände und den Spielern wurde eine Bibliothek zur Verfügung gestellt. Die Spieler sollen sich also auch neben dem Platz fortbilden und kulturelle Angebote nutzen. Was halten Sie von diesem Trend? Wäre das auch eine Idee für Alemannia Aachen?
 
Puh, das geht vielleicht etwas zu weit. Ich brauche auch keinen Bereich, wo Yin-Yang-Symbole an der Wand hängen. Aber die Spieler sollen miteinander reden, anstatt sich den iPod in die Ohren zu stöpseln. Kommunikation im Team ist wichtiger als eine Bibliothek auf dem Gelände. Aber Fakt ist, dass es keinem Spieler wehtun würde, wenn er mal ins Theater ginge oder sich mit der Stadt beschäftigt, in der er arbeitet. Deswegen haben wir haben wir auch gemeinsam mit der Mannschaft die Stadt und den Aachener Dom besichtigt.

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