96-Trainer Düwel

»Fußball ist nicht Football«

Nobert Düwel sichtete einst die Europapokal-Gegner für Manchester United und ist seit der vergangenen Saison Co-Trainer von 96-Coach Mirko Slomka. Wir sprachen mit ihm über Alex Ferguson und American Football. 96-Trainer Düwel

Norbert Düwel, Sie waren Scout für Manchester United. Jetzt sind Sie Co-Trainer in Hannover. Warum?

Die Arbeit in Manchester konnte ich nutzen, um mal ein wenig in den Profibereich reinzuschnuppern. Mein Ziel war eigentlich schon immer die Bundesliga - diesen Traum habe ich mir erfüllt.

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Welche Erfahrungen konnten Sie aus England mitnehmen?

Bei einem der besten Vereine der Welt angestellt zu sein, ist an und für sich schon ein Erlebnis. Und dann noch mit Leuten wie Alex Ferguson zu arbeiten – der Mann ist eine lebende Legende! Nur auf so einem Niveau kann man sich auch weiterentwickeln.

Seit Januar 2010 sind Sie nun Co-Trainer unter Mirko Slomka in Hannover. Was war bisher Ihre größte Herausforderung?

Hier bei 96 den Klassenerhalt zu schaffen. Das war ein Riesenstück Arbeit, da die Ausgangssituation bekanntlich sehr schwierig war. Der Tod von Robert Enke hat das Ganze in den Monaten danach und bis heute sehr geprägt. Von daher war es eine hochkomplizierte Situation, die Mannschaft hatte eine riesige Negativserie und der Druck war gewaltig, weil allen natürlich auch klar war, dass die Erstligazugehörigkeit für den Klub enorm wichtig ist. Nicht nur für den Verein, auch für die Region, für das ganze Umfeld.

Andreas Bergmann hat es damals nicht geschafft die Mannschaft richtig zu motivieren. Was haben Mirko Slomka und Sie anders gemacht?

Ich weiß nicht, was wir anders gemacht haben, aber wir haben eine klare Vorstellung gehabt, was wir machen wollen. Wir haben bis heute eine ganz klare Ausrichtung, eine ganz klare Philosophie. Dabei ging es in erster Linie auch um die körperliche Fitness, um dann in den entscheidenden Spielen zum Saisonfinale auch topfit zu sein. Das ist bei den Spielern anfangs weniger gut angekommen, die waren das nicht gewohnt.

Ein großes Thema nach dem Tod von Robert Enke war die Arbeit von Psychologen in der Bundesliga...

In anderen Sportarten ist eine psychologische Betreuung doch längst normal. Deshalb ist es im Fußball auch schade, dass es immer noch unter dem Deckmäntelchen der Verschwiegenheit und des Heimlichen stattfinden muss. Das ist nicht nachvollziehbar, denn man kann schon einen großen Nutzen da rausholen, wenn man sich allein schon vorstellt, dass die sportliche Leistungsfähigkeit zu einem großen Prozentsatz von der psychischen Verfassung abhängt.

Wie eben schon erwähnt, sind andere Sportarten, beispielsweise American Football und Baseball, teilweise deutlich weiter entwickelt. Wäre eine solch umfassende, statistische Aufzeichnung auch im Fußball interessant?

Die gibt es ja, aber nicht in einem solchen Umfang. Fußball ist nicht wie Football. Fußball ist kreativer, unberechenbarer. Deswegen sind diese ganzen Daten manchmal gar nicht so aussagekräftig.

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