13.05.2013

2006/07: Thomas Hitzlsperger über Stuttgarts Meisterschaft

»Uns kann niemand schlagen«

50 Jahre, 50 Spieler: 11FREUNDE lässt die Protagonisten aus fünf Jahrzehnten Bundesliga zu Wort kommen. Mit Thomas Hitzlsperger sprachen wir über die Saison 2006/2007.

Interview: Felix Landwehr Bild: Imago

Thomas Hitzlsperger, Sie haben dem VfB Stuttgart 2006/07 – durch ein Traumtor im Meisterschaftsfinale gegen Energie Cottbus – den Titel ermöglicht. Wie häufig träumen Sie noch von jenem Moment?
Ab und zu kommen die Bilder natürlich wieder hoch, gerade wenn mich die Leute auf das Meisterschaftsjahr ansprechen. Aber mittlerweile ist es nicht mehr ganz so präsent wie noch vor ein paar Jahren.

War das Tor möglicherweise das schönste Ihrer Karriere?
Ja, das kann man schon so sagen. Außerdem war es ganz sicher das wichtigste meiner Karriere. Rückblickend hätte dieser Moment gar nicht besser laufen können.

Wie viele Versuche, eine Ecke per Direktabnahme in die Maschen zu zimmern, sind im Training über den Zaun geflogen?
Schwer zu sagen. Im Training ist mir gelegentlich das eine oder andere Volleytor gelungen, zwar nicht aus einer Ecke, aber immerhin. Im Spiel scheitern in schöner Regelmäßigkeit die meisten Spieler bei dem Versuch per Direktabnahme das Tor zu treffen, weil der Druck größer ist und der Gegner es oftmals einfach nicht zulässt.

Das Spiel am letzten Spieltag verlief zunächst alles andere als geplant. Cottbus ging in Führung und es schien, als würden der Mannschaft die Nerven flattern. Haben Sie selbst die Befürchtung gehabt, die Meisterschaft im letzten Moment zu verspielen?
Zugegebenermaßen: Wir waren nervös. Wir waren damals eine richtig junge Truppe und ich weiß nicht, wie viele Spieler vorher schon einmal eine Meisterschaft erleben durften. Die Anspannung in der Woche vor dem Spiel, war innerhalb der Mannschaft schon deutlich zu spüren.

Wie hat sich die Nervosität bemerkbar gemacht?
Wir hatten am Freitag vor dem Spiel unser Abschlusstraining, bei dem es unheimlich ruhig zuging. Es war eine merkwürdige Stimmung auf dem Platz, fast niemand hat etwas gesagt. Für unsere Mannschaft ein völlig untypisches Bild. In der gesamten Rückrunde war die Stimmung im Team sehr ausgelassen und im Training war es eigentlich immer laut.

Die Leichtigkeit, die die junge Stuttgarter Mannschaft ausgemacht hat, war plötzlich weg?
Normalerweise waren wir immer schon vor dem Training auf dem Platz und haben Fünf gegen Zwei gespielt. An dem Tag war irgendwie alles etwas anders und ich habe mich am Abend vor dem Spiel gefragt, ob wir unsere Nerven am nächsten Tag in den Griff kriegen würden.

Wie war es um das Nervenkostüm am Spieltag bestellt?
Am Spieltag selbst hatten wir unsere Nerven besser im Griff. Jedenfalls besser als am Tag vorher.

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