07.03.2008

1992/93: Bernd Hobsch über zwei Tore am letzten Spieltag

»Wir fühlten uns wie die Größten«

Als Werder Bremen am 5. Juni 1993 in Stuttgart antritt, kauert Bernd Hobsch zunächst auf der Bank. Dabei ist es die wichtigste Partie der Saison, es geht es um die Deutsche Meisterschaft. Und: Es sollte das Spiel seines Lebens werden.

Interview: 11Freunde Bild: imago


Sie sind ein eher zurückhaltender und bescheidener Typ.
Ja, aber nur zu Anfang. Als ich nach Bremen kam, war es für mich das erste Mal, dass ich von zu Hause weg war. Und da hat mich ein ganz anderes Leben erwartet, gerade in Westdeutschland. Da musste ich mich erstmal dran gewöhnen. Das haben auch die Mitspieler gemerkt. Das erste halbe Jahr war ich ziemlich ruhig. Aber das hat sich mit der Meisterschaft und dann noch mal nach dem Pokalsieg geändert. Erfolg macht eben selbstbewusst.

Als sie damals nach Bremen wechselten, mussten Sie sich mit Klaus Allofs, Stefan Kohn und Marco Bode um einen freien Platz neben dem gesetzten Wynton Rufer streiten. Der Wechsel spricht eigentlich für ihr Selbstvertrauen.
Das war eine besondere Leistung von Otto Rehhagel. Er war der einzige, der damals nach Leipzig gekommen ist. Dresden und Rostock hatten ja auch Interesse an mir. Und Rehhagel hat zu mir gesagt: »Wenn Sie zu uns kommen, dann spielen Sie auch.« Er hat Wort gehalten und ich habe es ihm zurückgezahlt. Aber trotzdem war die Entscheidung schwer, denn da waren ja auch noch Uwe Harttgen und Frank Neubarth, insgesamt waren wir sieben Stürmer. Toll war natürlich, dass ich gleich in den ersten drei Spielen getroffen habe. Und dass man ab und zu mal auf der Bank sitzt bei so einer Stürmerauswahl, ist doch ganz normal.

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