11.04.2012

1982, Sensation im Emsland: Maradona vs. SV Meppen!

»Wie Woodstock und Schützenfest«

Am 3. August 1982 wird Meppen zum Nabel der Fußballwelt. Denn Diego Maradona gibt sein Europa-Debüt für den FC Barcelona! Der damalige Meppen -Trainer Hans-Dieter Schmidt erinnert sich an Bratwurst mit Diego und furchtlose Emsländer.

Interview: Jörn Lange Bild: Helmut Kemme

Und, wem wurde diese Ehre zuteil? 
Hans-Dieter Schmidt: Wir spielten damals schon eine Raumdeckung, aber einer sollte sich trotzdem um Maradona kümmern. Hermann Eiting, damals gerade Anfang zwanzig, aber ein zuverlässiger Mittelfeldspieler. Ich habe ihm gesagt, dass er fair spielen soll – und das hat er auch gemacht.

Hat er keine schlotternden Knie bekommen? 
Hans-Dieter Schmidt: Hermann ist richtiger Emsländer – das sind gestandene Kerle, die kennen keine Angst. Er hat sein Bestes gegeben und sich super geschlagen. Überhaupt hat die ganze Mannschaft phantastisch gespielt.

Hat Maradona sein Aufwärmprogramm damals schon so zelebriert, wie man es später von ihm kannte? 
Hans-Dieter Schmidt: Das war ein Spektakel! Er musste von Polizisten aufs Spielfeld eskortiert werden, dann schnappte er sich einen Ball und fing an zwischen Sechzehner und Mittellinie hin und her zu dribbeln. Fuß, Oberschenkel, Kopf, Nacken – alle möglichen Tricks. Innerhalb kürzester Zeit folgte ihm ein Schwarm aus gut 100 Fans. Immer wenn er wieder in die Gegenrichtung lief, bildete sich kurz eine Gasse. Maradona tänzelte hindurch und anschließend hängte sich die Menschentraube wieder geschlossen an seine Fersen. Ein unglaubliches Bild!

Auf dem Papier hieß es »Oberliga Nord« gegen »Katalanische Weltauswahl«. Eine klare Angelegenheit? 
Hans-Dieter Schmidt: Wir waren keine arme Landkundschaft, in einem Testspiel hatten wir beispielsweise schon Werder Bremen geschlagen. Aber technisch und spielerisch waren wir natürlich haushoch unterlegen. Schon nach 13 Minuten bekam Barca einen Handelfmeter, den Maradona sicher verwandelte. 

Wie ging es weiter?
Hans-Dieter Schmidt: Bis zur Pause fingen wir noch zwei weitere Tore. In der zweiten Halbzeit ließ Lattek eine komplett andere Mannschaft spielen, trotzdem standen immer noch elf Nationalspieler auf dem Platz. Am Ende hieß es »nur« 0:5, das war für uns aller Ehren wert! 

Und Maradona… ?
Hans-Dieter Schmidt: …stand von Anfang an im Mittelpunkt. Er wurde von seinen Mitspielern gesucht, und wenn er die Kugel erst mal am Fuß hatte, gab im Grunde keine Chance mehr an den Ball zu kommen. In der zweiten Halbzeit wurde er dann geschont und setzte sich ganz normal auf die Bank. 

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