1979/80: Horst Hrubesch über die Kunst des Küstenangelns

»Das Angeln war ein toller Ausgleich zum Profifußball«

Seit 50 Jahren wird in den deutschen Stadien Woche für Woche die Geschichte der Bundesliga fortgeführt. Es wurden Siege gefeiert, Niederlagen bedauert, Tore geschossen und Chancen vergeben. 11FREUNDE lässt die Protagonisten aus fünf Jahrzehnten Bundesliga zu Wort kommen. Wir sprachen mit Horst Hrubesch über die Saison 1979/1980.

Horst Hrubesch, 1980 veröffentlichten Sie Ihr Buch »Dorschangeln vom Boot und an den Küsten«. Wie kommt ein Kopfballungeheuer zum Angelsport?
Ich habe immer schon geangelt, bereits als Kind. Bei uns im Westen gab es aber nur Flüsse, Kanäle oder mal eine Kiesgrube. Als ich dann in den Norden kam, musste ich mich erstmal schlau machen, wie man an der Küste angelt. Dabei stieß ich auf den Paul Parey Verlag. Lektor im Verlag war damals ein Herr Peinemann, den ich durch Zufall am Telefon hatte, als ich anrief. Ihn fragte ich nach Büchern, die einen in die Kunst des Küstenangelns einführen.

Vergebens?
Es gab noch keine. Peinemann und ich unterhielten uns eine Weile, und irgendwann sagte er zu mir: »Schreib doch selber ein Buch drüber«. Aber ich konnte ja nicht einfach ein Buch über eine Sache schreiben, von der ich keinen blassen Schimmer hatte.

Was Sie aber dennoch taten.
Peinemann gab mir jemanden an die Hand, der Ahnung hatte: Dieter Schicker, ein Autor, der selber angelte und den Sport aus dem Effeff kannte. Wir haben uns dann gemeinsam an die Umsetzung des Buches gesetzt. Schicker zeigte mir das Angeln vom Kutter und vom Ufer aus und verriet mir alles, was ich wissen musste. Wir machten Fotos und immer wenn ich Zeit hatte, sind wir an die Küste oder mit dem Boot rausgefahren. So nahm das Buchprojekt Form an.

Ein Buch, das eine Art Standardwerk geworden ist.
Es ist ein sehr erfolgreiches Buch gewesen, es gab drei Auflagen, die allesamt ausverkauft sind. Auch in Norwegen und Dänemark wurde es verlegt und war auch dort irgendwann ausverkauft. Eigentlich müsste es bald mal neu aufgelegt werden, vielleicht in einer aktualisierten Form. Es hat sich in den letzten 30 Jahren viel getan in der Fischerei.

Planen Sie etwa einen zweiten Teil?
Nein, das war eine einmalige Sache, die mir damals sehr viel Spaß gemacht hat. Das Angeln war ein toller Ausgleich zum Profifußball. Wenn wir mit der Mannschaft unterwegs waren, hatte ich zudem viel Zeit, um am Manuskript zu arbeiten, zu korrigieren und meine Ideen umzusetzen.

Konnten Sie denn oft genug zum Angeln fahren? Sie waren Stürmer beim HSV und Nationalspieler.
Gerade als Profi musst du ab und zu raus an die Luft und den Kopf freibekommen. Mein Ausgleich waren einerseits meine Familie, andererseits eben das Angeln. Häufig habe ich auch beides verbunden. Dann habe ich die Kindern zum Angeln mitgenommen, wir sind zur Ostsee gefahren, haben geangelt und uns abends eine Wurst auf den Grill gehauen.

Andere Fußballer, ihr Mitspieler Kevin Keegan zum Beispiel, nahmen zu dieser Zeit Popsongs auf. Sie schrieben über das Angeln. Waren Sie nicht der Typ Popstar?
Ach, wissen Sie, wenn man älter wird, stellt man sich immer öfter die Frage, worum es im Leben eigentlich geht. Und worum es geht, ist die Normalität, das normale Leben. Als Fußballer war ich vom Glück geküsst, ich konnte den Sport zu meinem Beruf machen. Ich habe dank des Fußballs so viel erlebt und gesehen, da tut es manchmal gut, in der einfachen, simplen Natur zu sitzen und die Schönheit der Landschaft wahrzunehmen.


Gewinnspiel!
TOPPS wartet zum Jubiläum der Bundesliga mit einer ganz besonderen Match Attax Kollektion auf: Die 50 legendärsten Spieler aus 50 Jahren Bundesliga. Da darf Horst Hrubesch natürlich nicht fehlen. Wir verlosen 22 Sammelkarten dieser Legende. Schreib einfach eine Mail mit deinem Namen und deiner Adresse an 50JahreBundesliga@11freunde.de und gib als Betreff Horst Hrubesch an. Teilnahmeschluss ist 12. Mai 2013.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!