1975/76: Torschützenkönig Klaus Fischer über Eisstockschießen

»Am Ende waren wir unschlagbar«

Seit 50 Jahren wird in den deutschen Stadien Woche für Woche die Geschichte der Bundesliga fortgeführt. Es wurden Siege gefeiert, Niederlagen bedauert, Tore geschossen und Chancen vergeben. 11FREUNDE lässt die Protagonisten aus fünf Jahrzehnten Bundesliga zu Wort kommen. Wir sprachen mit Klaus Fischer über die Saison 1975/1976.

Klaus Fischer, Sie sind in der Saison 1975/1976 mit 29 Toren Torschützenkönig geworden. Wie viele Fallrückziehertore waren dabei?
Keines.

Und was ist mit dem Tor des Jahres 1975?
Natürlich. Wie konnte ich das vergessen? Gegen Karlsruhe ist mir ein schönes Tor gelungen. Das war aber das einzige Fallrückziehertor, was mir in der Bundesliga geglückt ist.

Wer hat Ihnen zu Schalker Zeiten die meisten Tore aufgelegt?
Wir hatten zwei sehr gute Außenstürmer. Rüdiger Abramczik und Erwin Kremers haben diese Rolle klassisch umgesetzt. Früher hatten die Flügel ausschließlich die Aufgabe, den Mittelstürmer durch Dribblings und Flanken in Szene zu setzen. Das war damals einfach so.

Trotz Ihrer vielen Tore hat es für Schalke damals letztlich nur für den sechsten Platz gereicht. Warum war nicht mehr drin?
Woran genau es gelegen hat, kann ich ihnen nicht sagen. Allerdings war es auch nicht so, dass für den FC Schalke zwingend mehr hätte herausspringen müssen. Eigentlich waren wir in meinen elf Jahren auf Schalke nur zweimal richtig gut: 1972 und 1977 sind wir jeweils Vize-Meister geworden und konnten einmal den DFB-Pokal gewinnen. In den übrigen Jahren haben wir keine dominierende Rolle gespielt.

Am Sturm hat kann es aber nicht gelegen haben.
Nein, wir hatten einen sehr guten Sturm, aber in der Abwehr und im Mittelfeld Probleme. Mehr als der sechste Platz war einfach nicht drin.

Können Sie sich an ein besonderes Spiel in dieser Saison erinnern?
Wir haben zu Hause 6:2 gewonnen - kurioserweise wieder gegen den Karlsruher SC. Ich habe vier Tore geschossen, die anderen beiden Tore schossen bezeichnenderweise Rüdiger Abramczik und Erwin Kremers.

Sie sind vorher aus der Bezirksliga vom FC Zwiesel direkt zu 1860 München in die Bundesliga gewechselt und haben in ihrer ersten Saison neun Tore erzielt. Warum ist ihnen der Sprung in die Bundesliga derart leicht gefallen?
Die Position des Mittelstürmers war bei den Münchnern zu dieser Zeit frei. Daher habe ich auch etwas Glück gehabt. Aber so leicht ist mir der Sprung nicht gefallen. Ich habe mitten in der Saison eine Rote Karte bekommen und seit diesem Spiel kein Tor mehr geschossen. Die Rote Karte war unberechtigt und hat mich damals völlig aus der Bahn geworfen. Trotzdem konnte ich mit meinen neun Toren schon zufrieden sein.

Können Sie den heutigen Bezirksliga-Stürmern auch noch Hoffnung auf eine Karriere im Profifußball machen?
Wir hatten beim FC Zwiesel damals eine super Mannschaft und sind immerhin in die Landesliga aufgestiegen. Aber man kann die damalige Bezirksliga nicht mehr mit den heutigen Bezirksligen vergleichen. In den Bezirksligen von heute läuft doch gar nichts.

Sie hatten neben dem Fußball noch eine durchaus erfolgreiche Karriere im Eisstockschießen. Dort sind sie immerhin Bayrischer Meister, Deutscher Meister und Europameister geworden.
(lacht) Das stimmt. Im Winter lag bei uns so viel Schnee, dass wir kein Fußball spielen konnten. Deswegen waren wir als Jugendliche entweder Ski fahren oder Eisstock schießen. Unser Dorf hatte 400 Einwohner und wir haben in der Winterzeit unheimlich viel trainiert. Am Ende waren wir unschlagbar.

Wo fand die damalige Europameisterschaft statt?
In Mittenwald. Wir waren total dominant und haben während der gesamten Europameisterschaft kein Spiel verloren. Auch heute gibt es eine Bundesliga und sogar eine Nationalmannschaft im Eisstockschießen. Wenn ich kein Fußballspieler geworden wäre, dann wäre ich sicher Nationalspieler im Eisstockschießen geworden.

Spielen sie heute noch?
Nein, aber ich könnte es auch heute noch. Was man kann, dass kann man. Vielleicht habe ich etwas von meiner Schußstärke eingebüßt, aber die Präzision habe ich immer noch. Beim 60-jährigen Jubiläum des Vereins, habe ich mit meinen beiden Brüdern beim vereinsinternen Turnier teilgenommen und wir haben gewonnen.


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