10.09.2009

1972: Höttges über die Wembley-Elf

»Es war die Mischung«

Horst-Dieter Höttges gehörte zur legendären Wembley-Elf, die am 29. April 1972 das EM-Viertelfinale gegen England in London gewann. Wir sprachen mit dem Eisenfuß über den Triumph und was Löw daraus lernen kann.

Interview: Erik Rossel Bild: Imago
1972: Höttges über die Wembley-Elf
Wie war die Vorbereitung auf das Spiel. Hatte man Sie in England gut empfangen?

Es passierte nichts Besonderes. Wir hatten unser Quartier und haben uns ganz gut auf das Spiel vorbereitet. Das Ergebnis steht ja heute noch fest.

Was passierte nach dem Spiel? Ging es gleich wieder nach Deutschland oder blieb noch Zeit in London zu feiern?

Wir saßen am Abend noch zusammen und tranken unser Bier. Am nächsten Morgen flogen wir zurück nach Deutschland. Am Wochenende spielten wir ja schon wieder mit unseren Vereinen in der Meisterschaft.

Wenn sie die Nationalmannschaft von heute mit der von damals vergleichen: Was könnte Jogi Löw von der Wembley-Elf lernen?

Herr Löw ist sicher klug genug, um einiges von damals zu lernen. Ich denke, dass er bestimmt schon Spiele von uns gesehen hat. Er kennt sich im Fußball ziemlich gut aus. Ich bin sicher, dass er seinen Weg gehen wird.

Was macht die Mannschaften von damals und heute so unterschiedlich?

Es ist schwierig, die Teams miteinander vergleichen. Die ganze Situation im Fußball hat sich verändert. Auch das Leben ist anders. Der größte Unterschied sind sicherlich die finanziellen Verhältnisse. Wenn ich überlege, was wir an Erfolgsprämien bekamen und was die Spieler heute kriegen, hat sich schon eine Menge verändert. Aber Fußball ist eben ihr Job – und für ihren Job müssen sie bezahlt werden.


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