Die Geschichte der Fußballfans

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Neues aus der Primera División

Da geht was

Text: Jörn Höcker  Bild: Imago

Da geht was

Die Homepage von Andreas Hinkel ist von der Aufmachung her zweifelsohne eine Topadresse. Nette Features, tolles Design – nur in Sachen Aktualität hink(el)t sie momentan um einiges hinterher. „Neue Fanpost-Adresse“, lautet da die neueste Nachricht www.andreas-hinkel.de und ist vom 14. Juli 2006. Seither ist der Schwabe, der sich auf seiner Page immer noch in VfB Stuttgart-Accessoires präsentiert, in der Calle Sevilla F. C., Estadio Ramon Sanclez P., fußballerisch beheimatet. Viel mehr konnte man, zumindest durch seinen eigenen Internetauftritt, nicht über sein neues Leben auf der Peninsula in Erfahrung bringen. Es wurde still um die einstige deutsche Abwehrhoffnung.



Eines erstes Ausrufezeichen, das man in seiner schwäbischen Heimat sicher gerne vernommen hat, setzte Hinkel am Samstag: Gegen Villareal C. F. kam er in der spanischen Primera Division nun erstmals über volle 90 Minuten für seinen neuen Arbeitgeber FC Sevilla zum Einsatz. Es war eine erste große Bewährungsprobe nach dem Pokaleinsatz, und die nächste Gelegenheit, sich bei Coach Juan de la Cruz Ramos langfristig zu empfehlen. Und man kann dem Deutschen im Dienste der „Besten Clubmannschaft des Jahres 2006“ durchaus quittieren, seine Chance genutzt zu haben.

Keine Spur von mangelnder Fitness

Hinkel überzeugte auf der rechten offensiven Außenbahn durch die typisch deutschen Tugenden Disziplin sowie Kampfgeist und weniger durch technische Schmankerl oder Erfolg versprechende Alleingänge. Doch wie soll man auch, wenn man in der bis dato 18 Spieltage umfassenden Saison vom Trainer erst 143 Spielminuten berücksichtigt wurde? – Von mangelnder Fitness aufgrund mangelnder Spielpraxis war nichts zu sehen, die Abstimmung mit den Mitspielern passte.

Vor allem mit Rechtsverteidiger Daniel Alves Da Silva – kurz Dani Alves – harmonierte Hinkel prächtig. Der Brasilianer wurde vor allem in der zweiten Halbzeit immer offensivstärker, leitete fast jeden zweiten Angriff über rechts ein – und war in brenzligen Situationen gleich wieder hinten vor Ort. Das Zusammenspiel mit Hinkel (der sich immer wieder fallen ließ) passte, wenngleich Alves ihn auf Rechts deutlich in den Schatten stellte.

Zum Scorerpunkt kam es nicht

Wie Alves (legte in der 58. und 93. zweimal in Weltklassemanier für Toptorjäger Frederic Kanouté auf, der die Torschützenliste momentan mit 15 Treffern vor Ronaldinho (12) anführt) hätte sich auch Andreas Hinkel seinen Scorerpunkt redlich verdient gehabt: In der 64. Spielminute legte der Neu-Andalusier im Sechszehner clever quer für Mitspieler Duda, der aus aussichtsreicher Position jedoch kläglich scheiterte.

So blieb es am Ende bei einem für Sevilla enttäuschenden 0:0, das die Andalusier im Titelrennen leicht zurück warf, zumal sich das Hinkel-Team zuvor gegen Zaragoza (mit Wolfsburgs Ex-Spielmacher D’Alessandro und dem früheren BVB-Stürmer Ewerthon) und auch gegen Mallorca zwei unerwartete Pleiten einfing. So müssen es sich die Spieler und Funktionäre des Sevilla F. C. heute gefallen lassen, dass die spanische Sportzeitung Marca (sinngemäß) titelt: „Sevilla findet das Gegengift für ein schlechtes 2007 wieder nicht“. Eines ist indes jedoch sicher: An der rechten Außenbahn mit Alves und Hinkel lag es nicht.

Übrigens erneut nicht zum Aufgebot des letztjährigen Champions League-Halbfinalisten Villareal C. F. zählte der argentinische Superstar Juan Román Riquelme. Sein Coach Manuel Luis Pellegrini suspendierte ihn vor Wochen wegen mangelnden Engagements, das sich anscheinend auch bis zum Duell mit Spitzenreiter Sevilla nicht eingestellt hatte. Riquelme verfolgte das 0:0 von der Tribüne aus – und das deutlich frustriert. Marca titelte am Sonntag, dass er auf dem Flughafen vom naheliegenden Valencia gesehen wurde – und das bei einem Heimspiel seines Clubs… Ob sein Flieger wohl nach München ging? – Der Bundesliga würde Riquelme sicher gut stehen.




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