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22.02.2012

Oliver Kreuzer über Basel, Heynckes und Torverbote

»Shaqiri hat nichts zu befürchten«

Interview: Andreas Bock  Bild: Imago

Oliver Kreuzer spielte sechs Jahre beim FC Bayern und fünf beim FC Basel. Vor dem Champions-League-Achtelfinale der beiden Klubs sprachen wir mit ihm über die Chancen der Schweizer, die Handschrift von Thorsten Fink und Europapokalsensationen.

Oliver Kreuzer über Basel, Heynckes und Torverbote - »Shaqiri hat nichts zu befürchten«


Oliver Kreuzer, Sie haben 150 Spiele für den FC Bayern bestritten, 119 Mal liefen Sie für den FC Basel auf. Für wen schlägt heute Ihr Herz?

Oliver Kreuzer: Eine schwierige Frage, ich hatte ja bei beiden Vereinen eine schöne Zeit, sechs Jahre war ich in München, fünf in Basel...





...dort verehren Sie die Fans heute immer noch als »Fußballgott«...


Oliver Kreuzer: Die Fans hatten immer ein gutes Gespür dafür, wer ehrliche Arbeit abgeliefert hat. Für heute Abend gilt: Der Bessere soll gewinnen.

Sie sind 1997 mit anderen Bundesligaspielern wie Maurizio Gaudino und Jürgen Hartmann vom FC Bayern zum FC Basel gewechselt. Trainer war Jörg Berger. Wie kam es eigentlich zu dieser deutschen Welle in Basel?

Oliver Kreuzer: René C. Jäggi, damals Präsident beim FC Basel, versuchte durch deutsche Spieler Schwung in die Mannschaft zu bringen. Doch leider ging der Plan nicht auf, wir blieben sportlich unter den Erwartungen. Gaudino, Hartmann und der Trainer Jörg Berger verließen den Verein rasch wieder. Ich war der einzige Deutsche, der blieb. 



Basel stieg in dieser Saison beinahe ab.

Oliver Kreuzer: Es hieß damals stets, der FC Basel besitze viel Potenzial. Der Klub galt als der schlafende Riese der Schweiz. Die Erfolge blieben aber über Jahre aus. Der letzte Meisterschaftsgewinn datierte auf das Jahr 1980. 


Wie wurde der schlafende Riese denn geweckt?

Oliver Kreuzer: Kurz vor Ende jener Saison retteten wir uns mit einem 3:2 gegen den SC Kriens vor dem Abstieg. Die wichtigste Entscheidung damals war die Verpflichtung von Christian Gross.

2002 wurde der FC Basel dann tatsächlich Schweizer Meister. Sie beendeten mit diesem Titel allerdings Ihre Karriere. Warum spielten Sie nicht noch ein Jahr in der Champions League?

Oliver Kreuzer: Natürlich wäre die Champions League, die ich aus meiner Zeit beim FC Bayern kannte, der krönende Abschluss gewesen. Aber ich war damals im 37. Lebensjahr, und der Entschluss, meine Karriere zu beenden, stand schon lange vorher fest. Zumal ich die Saison 2002/03 als Sportdirektor des FC Basel mit Spielen gegen Mannschaften wie Juventus Turin, FC Liverpool und Manchester United miterleben durfte. Fantastische Erinnerungen!



Den FC Basel hatte damals niemand auf der Rechnung. War das der große Vorteil?

Oliver Kreuzer: Damals waren wir noch der kleine FC Basel, der als Schweizer Verein in Fußball-Europa keine Beachtung fand. Das hatte sich nach den beiden Spielen gegen Celtic Glasgow schlagartig geändert (Basel qualifizierte sich nach einem 1:3 im Celtic Park durch ein 2:0 im Rückspiel für die Gruppenphase, d. Red.).

Werten Sie das diesjährige Abschneiden in der Champions League denn als Sensation?

Oliver Kreuzer: Die momentanen Erfolge sind zweifelsohne großartig, doch ich möchte auch anmerken, dass der FC Basel seit einigen Jahren stets europäisch spielt. Der Verein, das Umfeld und die Mannschaft sind gewachsen, und haben sich dadurch zu einem anerkannten Klub in Europa entwickelt. Der FC Basel ist kein kleiner Verein mehr.

Trotzdem gehört einiges dazu, einen Verein wie Manchester United auszuschalten.

Oliver Kreuzer: In zwei Spielen ist auch der FC Basel in der Lage, Manchester United zu schlagen. Der FC Basel war in beiden Spielen, vor allem im Rückspiel, die bessere Mannschaft. Manchester hat in Basel kein Mittel gefunden, das Spiel zu gewinnen. Insofern war das kein zufälliger Erfolg, sondern ein hoch verdienter Sieg. 



Ihre Kinder leben noch in Basel. Was war denn dort nach dem Weiterkommen los?

Oliver Kreuzer: Basel ist eine fußballverrückte Stadt und hat auch das beste Publikum in der Schweiz. Soweit ich weiß, wurde auf dem legendären Barfüßlerplatz, wo schon Ottmar Hitzfeld 1973 die Meisterschaft gefeiert hat, ausgiebig gefeiert.  




weiterlesen [1] [2]



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2001 mischte der FC Basel den UI-Cup auf und gelangte nach Siegen über den SC Heerenveen und FC Lausanne bis ins Finale. Zu Hause reichte es am 7. August 2001 nur für ein 1:1 gegen Aston Villa. Im Rückspiel verlor man dann in Birmingham mit 1:4.


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  • 2001 mischte der FC Basel den UI-Cup auf und gelangte nach Siegen über den SC Heerenveen und FC Lausanne bis ins Finale. Zu Hause reichte es am 7. August 2001 nur für ein 1:1 gegen Aston Villa. Im Rückspiel verlor man dann in Birmingham mit 1:4.
  • In der Champions-League-Saison 2002/03 konnte der Schweizer Klub auftrumpfen. Zunächst setzte sich die Mannschaft in der 3. Runde der Qualifikation gegen Celtic Glasgow durch. Auswärts gelang Basel am 14. August 2002 zwar nur ein 1:3. Das sollte aber reichen, da man die Schotten zwei Wochen später zu Hause mit 2:0 besiegte.
  • In der Vorrunde der Champions League bezwang man Spartak Moskau am 17. September 2002 zu Hause, sowie am 5. November 2002 in Moskau mit jeweils 2:0. <br />
  • Da half auch Stanislaw Cherchessov, hier als »Iwan der Schreckliche«-Double, im Tor der Moskauer nicht.
  • Michael Owen kam nicht zum Zug. Und so musste sich selbst Gegner FC Liverpool zwei Unentschieden gefallen lassen. Am 25. September 2002 kamen die Reds in der Anfield Road nicht über ein 1:1 hinaus.
  • Nach dem Führungstreffer zum 1:0 durch Julio Hernán Rossi und einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung verspielte Basel am 12. November 2002 den Sieg noch. Am Ende hieß es 3:3.


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Kommentare

  • User
  • 22.02.2012 18:20:49 Capocannoniere

    und das wird dem FCB zum Weiterkommen reichen

    Kreuzer wird Recht behalten, so oder so...geborener Diplomat, der er ist.^^^

    Wenn ich das recht in Erinnerung habe, war der FC Barcelona ursprünglich nichts anderes, als eine spanische Dependance des FC Basel. Gamper, die alte Socke, war ein Baseler Geschäftsmann, den es nach Spanien verschlagen hatte (auch Inter Mailand ist von ausländischen, vorwiegend britischen Geschäftsleuten gegründet worden).

  • User
  • 22.02.2012 23:44:32 einrudithömmes

    ... und nur die Bühne für Jäggis Generalprobe beim FCK.

    Na, selbst wenn: Ende des 19. Jahrhunderts war Barca ja noch nicht sooo domierend, dass ich das verwerflich fände.

    Was die "Antworten" vom Kruezer angeht...

    ...dort verehren Sie die Fans heute immer noch als »Fußballgott«...

    Oliver Kreuzer: Die Fans hatten immer ein gutes Gespür dafür, wer ehrlich Arbeit abgeliefert hat. Für heute Abend gilt: Der Bessere soll gewinnen.


    Das hatter doch niemal so gesagt, der Mann. Komm', geh!

  • User
  • 23.02.2012 08:25:59 gelsenkirchen

    Wenn ich das recht in Erinnerung habe, war der FC Barcelona ursprünglich nichts anderes, als eine spanische Dependance des FC Basel. Gamper, die alte Socke, war ein Baseler Geschäftsmann, den es nach Spanien verschlagen hatte

    vorsicht: zürcher als basler zu bezeichnen sehen die dda nicht so gerne! umgekehrt übrigens auch nicht.

    man munkelt ja auch er hätte die farben seines heimischen fc winterthur genommen. oder aber, nach wiki, vom "fc excelsior zürich". tatsache ist, dass das einfach gar nicht so genau überliefert worden ist und sich deswegen mehrere legenden um dieses thema ranken.
    auf jedenfall war gamper schweizer und hat den fc barcelona gegründet.

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