Oliver Kreuzer über Basel, Heynckes und Torverbote
»Shaqiri hat nichts zu befürchten«
Interview: Andreas Bock Bild: Imago
Oliver Kreuzer spielte sechs Jahre beim FC Bayern und fünf beim FC Basel. Vor dem Champions-League-Achtelfinale der beiden Klubs sprachen wir mit ihm über die Chancen der Schweizer, die Handschrift von Thorsten Fink und Europapokalsensationen.
Oliver Kreuzer, Sie haben 150 Spiele für den FC Bayern bestritten, 119 Mal liefen Sie für den FC Basel auf. Für wen schlägt heute Ihr Herz?
Oliver Kreuzer: Eine schwierige Frage, ich hatte ja bei beiden Vereinen eine schöne Zeit, sechs Jahre war ich in München, fünf in Basel...
...dort verehren Sie die Fans heute immer noch als »Fußballgott«...
Oliver Kreuzer: Die Fans hatten immer ein gutes Gespür dafür, wer ehrliche Arbeit abgeliefert hat. Für heute Abend gilt: Der Bessere soll gewinnen.
Sie sind 1997 mit anderen Bundesligaspielern wie Maurizio Gaudino und Jürgen Hartmann vom FC Bayern zum FC Basel gewechselt. Trainer war Jörg Berger. Wie kam es eigentlich zu dieser deutschen Welle in Basel?
Oliver Kreuzer: René C. Jäggi, damals Präsident beim FC Basel, versuchte durch deutsche Spieler Schwung in die Mannschaft zu bringen. Doch leider ging der Plan nicht auf, wir blieben sportlich unter den Erwartungen. Gaudino, Hartmann und der Trainer Jörg Berger verließen den Verein rasch wieder. Ich war der einzige Deutsche, der blieb.
Basel stieg in dieser Saison beinahe ab.
Oliver Kreuzer: Es hieß damals stets, der FC Basel besitze viel Potenzial. Der Klub galt als der schlafende Riese der Schweiz. Die Erfolge blieben aber über Jahre aus. Der letzte Meisterschaftsgewinn datierte auf das Jahr 1980.
Wie wurde der schlafende Riese denn geweckt?
Oliver Kreuzer: Kurz vor Ende jener Saison retteten wir uns mit einem 3:2 gegen den SC Kriens vor dem Abstieg. Die wichtigste Entscheidung damals war die Verpflichtung von Christian Gross.
2002 wurde der FC Basel dann tatsächlich Schweizer Meister. Sie beendeten mit diesem Titel allerdings Ihre Karriere. Warum spielten Sie nicht noch ein Jahr in der Champions League?
Oliver Kreuzer: Natürlich wäre die Champions League, die ich aus meiner Zeit beim FC Bayern kannte, der krönende Abschluss gewesen. Aber ich war damals im 37. Lebensjahr, und der Entschluss, meine Karriere zu beenden, stand schon lange vorher fest. Zumal ich die Saison 2002/03 als Sportdirektor des FC Basel mit Spielen gegen Mannschaften wie Juventus Turin, FC Liverpool und Manchester United miterleben durfte. Fantastische Erinnerungen!
Den FC Basel hatte damals niemand auf der Rechnung. War das der große Vorteil?
Oliver Kreuzer: Damals waren wir noch der kleine FC Basel, der als Schweizer Verein in Fußball-Europa keine Beachtung fand. Das hatte sich nach den beiden Spielen gegen Celtic Glasgow schlagartig geändert (Basel qualifizierte sich nach einem 1:3 im Celtic Park durch ein 2:0 im Rückspiel für die Gruppenphase, d. Red.).
Werten Sie das diesjährige Abschneiden in der Champions League denn als Sensation?
Oliver Kreuzer: Die momentanen Erfolge sind zweifelsohne großartig, doch ich möchte auch anmerken, dass der FC Basel seit einigen Jahren stets europäisch spielt. Der Verein, das Umfeld und die Mannschaft sind gewachsen, und haben sich dadurch zu einem anerkannten Klub in Europa entwickelt. Der FC Basel ist kein kleiner Verein mehr.
Trotzdem gehört einiges dazu, einen Verein wie Manchester United auszuschalten.
Oliver Kreuzer: In zwei Spielen ist auch der FC Basel in der Lage, Manchester United zu schlagen. Der FC Basel war in beiden Spielen, vor allem im Rückspiel, die bessere Mannschaft. Manchester hat in Basel kein Mittel gefunden, das Spiel zu gewinnen. Insofern war das kein zufälliger Erfolg, sondern ein hoch verdienter Sieg.
Ihre Kinder leben noch in Basel. Was war denn dort nach dem Weiterkommen los?
Oliver Kreuzer: Basel ist eine fußballverrückte Stadt und hat auch das beste Publikum in der Schweiz. Soweit ich weiß, wurde auf dem legendären Barfüßlerplatz, wo schon Ottmar Hitzfeld 1973 die Meisterschaft gefeiert hat, ausgiebig gefeiert.
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2001 mischte der FC Basel den UI-Cup auf und gelangte nach Siegen über den SC Heerenveen und FC Lausanne bis ins Finale. Zu Hause reichte es am 7. August 2001 nur für ein 1:1 gegen Aston Villa. Im Rückspiel verlor man dann in Birmingham mit 1:4.




