Englischer Verband veröffentlicht Anleitung zum Grätschen
Die Götter des guten Gemetzels
Text: 11FREUNDE Bild: Imago
Fußball-England ist verwirrt: Welche Grätschen sind heutzutage noch erlaubt und welche nicht? Aus diesem Grund verschickt der englische Verband an alle Klubs eine DVD, die zeigt, wie es richtig gemacht wird.
Die Grätsche ist die hohe Kunst des Verteidigens: Eine Symbiose aus Risiko, Einsatz und Hingabe. Das gilt nirgendwo so explizit wie im Mutterland des Fußballs, wo es noch heute mehr Szenenapplaus für ein »sliding tackle« der Extraklasse gibt, als einen brotlosen Übersteiger an der Eckfahne. Dass sich so ein nationales Kulturgut nicht von alleine schützt, haben auch die Herren des englischen Fußballverbandes FA mitbekommen und verschicken aus diesem Grund eine DVD, die sich dem richtigen Grätschen widmet. Mike Riley, Manager der englischen Fußballspielergewerkschaft, kennt das Problem: »Dir muss bewusst sein, dass du ein enormes Risiko eingehst, wenn du mit beiden Beinen voraus grätschst. Das kann ganz schnell zu einem Platzverweis führen.« Weiter ergänzt er den Sinn des kleinen Filmchens, das alle Zweifel aus der Welt schaffen soll: »Es geht den Unterschied zwischen einer gelben und einer roten Karte zu bestimmen.« Wir präsentieren schon jetzt die verschiedenen Arten des Grätschens und zeigen, wie es richtig geht.
Roy Keane in zwei Akten
Was wäre eine Liste über das Grätschen ohne den Altmeister des brutalen Tackles, Roy Keane? Der Ire macht vor, wie man den von Riley angesprochenen Unterschied von einer gelben zu einer roten Karte am leichtesten ausmachen kann: Gelb gibt es für das rüde Einsteigen ohne Chance den Ball zu spielen, Rot gibt es, wenn man darüber hinaus auch noch die Karriere des Gegenspielers beendet.
So geht´s:
So geht´s nicht:


Wunderbar, wie sich in dieser Szene beim Europapokal-Endspiel zwischen Atletico Madrid und Bayern München der Schnäuzer von Gerd Müller (rechts) symetrisch zur Grätsche verbiegt.





