Carsten Jancker über seine Zeit in China
»Lebendige Kröten beim Essen«
Interview: Erik Peter Bild: Imago
Dieser Mann kennt sich aus mit chinesischem Fußball: Carsten Jancker spielte 2006 ein halbes Jahr lang in der chinesischen Super League für Shanghai Shenhua, dem Verein der jüngst Nicolas Anelka verpflichtet hat. Was hat China, was andere nicht haben?
Carsten Jancker, Ihr ehemaliger Verein Shanghai Shenhua hat während der Winterpause Nicolas Anelka verpflichtet. Was macht den Reiz für solch einen Spieler aus nach China zu wechseln?
Carsten Jancker: Ich will ihm nicht zu nahe treten, aber ein Nicolas Anelka wechselt wahrscheinlich nicht allein wegen der sportlichen Perspektive nach China, sondern weil er sicher ein sehr lukratives Angebot vom Verein bekommen hat. Vielleicht ist er ja auch abenteuerlustig.
Wie ist die Liga sportlich einzuordnen?
Carsten Jancker: Fußballerisch ist die Liga auf dem Niveau der dritten Liga in Deutschland.
Vor zehn Jahren war Jörg Albertz der erste wirklich prominente Spieler, der aus Europa nach China wechselte. Nun stand sogar Didier Drogba kurz vor einem Wechsel nach Shanghai. Was ist da los in China?
Carsten Jancker: Ich denke, dass da richtig was passiert. Mit dem zunehmenden Reichtum gibt es auch mehr Investoren für den Fußball. Bei Shanghai Shenhua wird ein neuer Finanzier an Bord sein, der jetzt Meister werden will und mit Anelka einen Riesen-Fisch an Land gezogen hat.
Welches Potenzial hat der chinesische Fußball?
Carsten Jancker: Schon wegen der Masse der Leute ist da ein großes Potential. Wenn man sich endlich gezielt auf den Fußball konzentriert, kann sich eine sehr gute Liga und auch eine erfolgreiche Nationalmannschaft entwickeln.
Wie populär ist der Fußball in China?
Carsten Jancker: In Shanghai war der Zuschauerzuspruch ziemlich groß. Zu unseren Heimspielen kamen ungefähr 20.000 Fans. Bei Auswärtsspielen, zu denen man schon mal vier Stunden geflogen ist, waren aber teilweise nur 2000 bis 3000 Zuschauer.
Sie sind 2006 für ein halbes Jahr nach Shanghai gewechselt. Was wussten Sie vor ihrem Wechsel vom Fußball in China?
Carsten Jancker: Eigentlich überhaupt nichts.
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»Gestatten, Jancker!« – Am 9. Spieltag der Saison 1993/94 gibt der 1974 in Grevesmuehlen (DDR) geborene Carsten Jancker sein Bundesligadebuet, damals noch für den 1. FC Köln. Gegend en VfB Leipzig gelingt ihm gleich der Treffer zum 3:1. Unser Bild zeigt ihn allerdings Jahre spaeter im DFB-Pokalfinale 1999 gegen Werder Bremen.




