Die Geschichte der Fußballfans

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25.01.2012

Vor dem Clasico: Wie gut, dass es Pepe gibt!

Ein Herz für Arschlöcher

Text: Alex Raack  Bild: Imago

Nach seinem üblen Tritt gegen Lionel Messi während des Hinspiels im spanischen Pokal-Viertelfinale, ist Real-Madrid-Mann Pepe das Oberarschloch des Weltfußballs. Vor dem Rückspiel heute Abend hat sich Alex Raack ein Herz gefasst. Und ergreift Partei für Pepe.

Vor dem Clasico: Wie gut, dass es Pepe gibt! - Ein Herz für Arschlöcher


Pepe, hat der ehemalige Weltfußballer Zinedine Zidane gesagt, sei ja außerhalb des Platzes ein ganz lieber Mensch. Ein ganz ruhiger Vertreter. Höflich, harmlos, hilfsbereit. Typ: Schwiegermamas Liebling. Nur auf dem Platz, das musste selbst der ehemalige Real-Madrid-Star Zinedine Zidane zugeben, da sei er, Pepe, eben »davon besessen zu gewinnen. Und diese Besessenheit lässt ihn manchmal Fehler machen.« Am vergangenen Mittwoch stieg Pepe seinem Gegenspieler Lionel Messi auf die Hand – während der auf dem Boden saß. Auch so ein Fehler. Nur, dass Pepe nach Meinung der gesamten Fußball-Welt diesmal zu weit gegangen war. Ein hässliches Foul im »El Clasico«, dem prominentesten Fußballspiel des Planeten, und dann auch noch gegen den derzeit besten Fußballer, die von allen geliebte Zaubermaus Lio Messi! Der Brasilianer Pepe, von Beruf Innenverteidiger, hat in seiner Karriere schon weitaus schlimmere Fouls begangen. Aber noch nie hat ein Tritt seinem Image so sehr geschadet, wie der aus dem Viertelfinal-Hinspiel im spanischen Pokal. Seit Mittwoch ist Pepe das Oberarschloch des Fußballs.



Dass es ausgerechnet Zidane war, der Pepe in Schutz nahm, hat natürlich einen Grund. Bei all seiner Eleganz, seinem unglaublichen Talent, war Zidane Zeit seiner Karriere ein Hitzkopf, ein Besessener, dem in steter Regelmäßigkeit die Sicherungen durchbrannten. Als alle Welt im WM-Finale von 2006 Zidane mit dem Siegerpokal in der Hand abtreten sehen wollte, rastete der aus und rammte seinen Schädel in die Brust von Marco Materazzi. Doch das war Zinedine Zidane, der vielleicht beste Fußballer aller Zeiten. Ein geliebtes und verehrtes Genie. Pepe ist nur ein Innenverteidiger.

Wenn Pepe Lionel Messi tritt, dann hasst ihn die ganze Welt

Dass jetzt Gott und Welt auf den Madrilenen einschlägt, war zwar abzusehen, ist in seiner Heftigkeit allerdings doch sehr erstaunlich und erinnert ein wenig – jedenfalls aus deutscher Sicht – an die wochenlangen Drohgebärden gegen Schalkes Jermaine Jones nach dem Pokalduell gegen Borussia Mönchengladbach. Jones war und ist für viele der größte Idiot, der jemals auf einem Fußballplatz stehen durfte. Bei Pepe ist der allgemeine Hass noch viel globaler. Wenn Real Madrid gegen den FC Barcelona spielt, schaut die ganze Welt zu. Wenn Pepe Lionel Messi absichtlich auf den Knöchel tritt, dann hasst ihn ein Großteil der Fußballbegeisterten Erd-Bevölkerung.

Dabei vergessen die meisten Mahner und Ankläger, dass Fußball durch Typen wie Pepe doch erst interessant wird. Ein Spielfeld voller Messis, Xavis und Cristiano Ronaldos? Dann könnte man ja auch in den Zirkus gehen. Die besten Innenverteidiger der Welt waren Arschlöcher, und es ist gut, dass es sie gibt.

Ein Krieg ohne Bösewichter? Kaum auszudenken...

Fußball ist und bleibt ein Kampfsport, die Spieler rennen und grätschen und treten sich doch aus deshalb so gut bezahlt auf die Knöchel, damit wir nicht alle paar Jahre in den Krieg ziehen müssen, um ungeliebten Ländern und Städten eins auszuwischen. Was wäre wohl in Spanien los, wenn sich Madrid und Barcelona nicht regelmäßig auf einem Fußballplatz die Schienbeine kaputt treten dürften? Die Gefahr eines Bürgerkrieges wäre ständig präsent! Dortmunder würden vor Gelsenkirchen Stellung beziehen, Hamburger Bremen belagern. Gar nicht auszudenken, was in Glasgow oder Buenos Aires los sein würde.

»Spitzenfußball ist wie Krieg. Wenn du zu lieb bist, hast du verloren«, hat Rinus Michels, der vielleicht wichtigste Fußball-Trainer aller Zeiten, mal gesagt. Und ein anständiger Krieg braucht Gut und Böse, Verlierer und Gewinner. Arschlöcher und strahlende Helden. Pepe wird nie ein strahlender Held werden, das ist der Nachteil seines Daseins als baumlanger Innenverteidiger mit etwas zu viel Testosteron im Körper. Er wird auch in Zukunft die Rolle des Bösewichts übernehmen müssen. Und ohne Bösewichte? Gäbe es auch keine strahlenden Helden. Keinen Lionel Messi, keinen Xavi und auch keinen Cristiano Ronaldo. Keinen Fußballkrieg. Und wir müssten wohl oder übel Opas Flinte vom Dachboden holen.

Lieber Pepe: Merci, dass es Dich gibt!






Wunderbar, wie sich in dieser Szene beim Europapokal-Endspiel zwischen Atletico Madrid und Bayern München der Schnäuzer von Gerd Müller (rechts) symetrisch zur Grätsche verbiegt.


Fotostrecke

  • Wunderbar, wie sich in dieser Szene beim Europapokal-Endspiel zwischen Atletico Madrid und Bayern München der Schnäuzer von Gerd Müller (rechts) symetrisch zur Grätsche verbiegt.
  • Eingesprungene Fluggrätsche von Erich Obermayer (Österreich, rechts) gegen den bedauernswerten Rene van de Kerkhof (Niederlande).
  • Eine herrliche Beinschere setzt hier Hans-Heinrich Pahl (Braunschweig) gegen Klaus Allofs (Köln) an. Bestnoten gibt es für die elegante Armhaltung. Eindrucksvoll.
  • Die Doppelgrätsche, sitzend, formvollendet ausgeführt von Johan Neeskens (Holland) im WM-Finale 1974. Zu Fall gebracht: Rainer Bonhof.
  • Fred Hesse (Düsseldorf, links) grätscht dem Lauterer Wolfgang Seel in die Parade. Freunde der Anatomie werden begeistert sein von der wunderbaren Aufnahme sämtlicher Oberschenkelmuskeln.
  • Welcome back, Kaiser! Jürgens Gelsdorf (links, Leverkusen) und Jürgen Glowacz nehmen Franz Beckenbauer nach seiner Rückkehr in die Bundesliga freundschaftlich in die Mangel.


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Kommentare

  • User
  • 25.01.2012 16:44:18 freerider

    Während des Spiels darfs ruhig rustikal zugehen, aber so ehrlose Aktionen wie die von Pepe und Jones in Spielpausen gehören zum Fußball wie Frank Rijkaard

  • User
  • 25.01.2012 16:52:07 elpibedeoro

    "Am vergangenen Mittwoch stieg Pepe seinem Gegenspieler Lionel Messi auf den Knöchel..."
    Und ich Dummchen dachte das wäre seine Hand gewesen. Das erklärt im Nachhinein natürlich, wie Messi damit teilweise Sachen macht, die aussehen als würde er sie aus dem Ärmel schütteln.

  • User
  • 25.01.2012 16:55:56 Hiob

    Wenn Sie Puyol, Piqué, Thiago Silva, Kompany, Chiellini, Hummels oder viele andere Innenverteidiger allein wegen ihrer Arbeitsweise als "Arschloch" bezeichnen, dann müsste man wiederum für Sie, Herr Raack, ob dieses abgrundtief schlechten Artikels, ein neues, ultimativ vernichtendes Schimpfwort kreieren!

  • User
  • 25.01.2012 17:17:28 PittiTrueffelschwein

    Der Artikel unterstreicht im Prinzip, was ich gestern im anderen Thread geschrieben hatte, dementsprechend, vielen Dank, Herr Raack.

  • User
  • 25.01.2012 17:38:17 Lok10

    "Dass jetzt Gott und Welt auf den Madrilenen einschlägt, war zwar abzusehen"...
    weil sie in den letzten Clasicos nicht selten Verschwörungstheorien und Schiedsrichter für ihre Niederlagen ausmachten und auf Pressekonferenzen unter völligem Realitätsverlust die beleidigte mimose gaben. Die Tatsache, dass Barca regelmäßig an die 70% Ballbesitz inne hat und Real wenn übrehaupt nur hinterher rennen kann bleibt völlig unangetastet. Finger ins Auge durch Mou, tritt auf die Hand (+ gefühlte 1000 Fouls an Messi) durch Pepe, dass ist das womit Real Madrid derzeit "glänzt" während Barca den Fußball zur kunst erhebt. Dennoch richtige entscheidung von Mou Pepe heut mit nach Barcelona zu nehem, schlimmer kann man ihn gar nicht bestrafen, als heute Abend vor 100.000 Katalanen Spießruten laufen zu lassen, Luis Figo lässt Grüßen...
    Aber was wäre ein Clasico ohne eine standesgemäße Enstimmung durch Alfredo Martinez...Link

    dennoch könnte ich einen Sieg der Weißen für gut heißen, damit der Clasico nicht zum Sparingskampf verkommt, man schämt sich ja fast fremd für Mou und seine Mannen..
    Saludos

  • User
  • 25.01.2012 17:40:44 Hotte80

    11freunde schreibt häufiger ziemlichen unsinn. Herr Raack schreibt häufig unsinn. diese zeilen gehören zweifelsohne zum bescheuersten der letzten zeit.
    ist es eigentlich so schwer, den unterschied zwischen einem harten spieler, der auch mal ordentlich in die parade fährt und einem üblen treter wie diesem pepe zu erkennen? vielleicht einfach mal das "best-of"-video diesen durchgedrehten zeitgenossen anschauen, dann klingelts vielleicht.

  • User
  • 25.01.2012 18:27:26 ProfessorBolz

    Also Herr Raack, im Ernst, es muss nicht immer unbedingt jemanden geben der Opposition bezieht.

    Nur weil Ihnen Fußball sonst zu langweilig ist, muss es keinen Pepe geben, der seine Gegner verletzen will. Fußball ist doch kein Boulevard.

    Immer diese "gehört dazu"-Scheiße. Gewalt zu Verurteilen gehört zu den Werten unserer Gesellschaft. Und wenn Fußball immer schon so war und man das jetzt erst durch Kamerapräsens erkennt, dann muss Fußball sich jetzt halt ändern. Was kann man mit "ist halt die Natur des Menschen" und "war schon immer so" nicht alles belegen.

    Ihren (zitierten) Kriegsvergleich buch ich mal unter schlechter Geschmack ab.

    Und der Zidane-Vergleich stimmt ebenfalls nicht, weil bei dem die Heimtücke fehlt.

  • User
  • 25.01.2012 18:41:53 Der_Schuster

    Ach Mädels, was meint Ihr denn war vor 20 Jahren auf den Plätzen los?
    Da sind die paar Aktionen die man heute durch die Boulevard Presse und dem permanenten Fernsehzwang mitkriegt doch lächerlich.

    Die Hand ist dran, der hochgedopte (sorry, durch intensives medizinisches und vor allem notwendiges Medikamentenabreichen welches alleinig zum Schutz des Spielers galt, wollte ich natürlich schreiben) Messi kann spielen, wo ist das Problem?

    Klar muss das nicht permament sein, aber nach manchem hier müßte ja bald jeder Spieler eine eigene Kamera auf sich gerichtet haben (nebst Mikro im Trikot) damit man auch ja nichts hinterlistiges machen kann.

    Nen Tipp zur Güte, einfach mal ein paar Interviews, Bücher der alten Bundesliga Brigade lesen und Baldrian trinken.

  • User
  • 25.01.2012 18:55:49 ProfessorBolz

    Ach Mädels, was meint Ihr denn war vor 20 Jahren auf den Plätzen los?

    Was meinst denn was vor 70 Jahren in Deutschland los war. Wasn Argument Schuster.

    Klar muss das nicht permament sein,


    Wie oft wäre in Ordnung?

    Die Kameras haben es eingefangen, ich denke keiner wird die Absichtlichkeit bestreiten, also: Strafe. Von Spielertotalüberwachung hat kein Schwein gesprochen. Wenn ich sehe wie jemand öffentlich seine Kinder schlägt, fordere ich noch lange nicht dass alle Haushalte mit Kindern verwanzt werden.

    Kleiner Tipp: Argumentieren und Baldrian absetzen.

  • User
  • 25.01.2012 18:57:56 Conde de Cordoba

    Selten dämliches schwachsinniges Geschreibsel, der Verfasser sollte sich eine Selfmadegarotte kaufen.

  • User
  • 25.01.2012 19:58:10 gelsenkirchen

    damit man auch ja nichts hinterlistiges machen kann.

    also hinterlistigkeit gehört zwingend dazu? mal in der spielpause ellenbogen an den hinterkopf, beim weglaufen aufs gesicht treten, entschuldigend runterbücken und dabei knie in die wirbelsäule ballern, finger ins auge bohren? cool...




    schwacher artikel. anstatt solche verteidiger zu würdigen die zwar eine harte gangart wählen aber dennoch die sportlichkeit nicht verlassen (puyol oder vidic z.b.) wird jemand abgefeiert der selbst beim MMA für seine feige hinterfotzigkeit rausgeschmissen worden wäre. und wie weiter oben angesprochen hinkt der zidane-vergleich.

    real madrid verrät sich mit mourinho und pepe selber, sieht das selbstverständnis des clubs doch eigentlich ziemlich anders aus wie ich meine.

  • User
  • 25.01.2012 20:12:04 Hiob

    gelse beipflichtend füge ich noch hinzu, dass auch ein "Magazin für Fussballkultur" sich mit der veröffentlichung dieses artikels ebenso selbst ad absurdum führt.

  • User
  • 25.01.2012 20:17:35 Der_Schuster

    @Prof. Bolz
    K.A. was vor 70 Jahren los war, ich vermute nichts, da die Leute zu der Zeit mit anderem beschäftigt waren.

    Wie oft wäre in Ordnung?
    Jeden Spieltag ~10-50 Mal, aber abseits der Kameras und ohne bleibende Schäden.

    Warum der Spanische Verband wohl keine Strafe vergibt...mal bitte drüber nachdenken Herr Prof. und Nein es wird nicht an der spanisch-portugiesischen Freundschaft liegen. (Hast du evtl. nicht das ganze Spiel gesehen und bist auch einer der den Lahm wegen seinem Buch kritisiert hat ohne nur vier Zeilen mit Zusammenhang zu lesen?)

    Was ne Gegend wo du herkommst wo öffentlich Kinder geschlagen werden...

    Großer Tipp: Meinen 1. Tipp beherzigen und auf den Boden der Tatsachen zurückkommen auch wenn das für manchen Intelektuellen nicht einfach ist.

  • User
  • 25.01.2012 20:24:31 Buthelezi

    @ Lok10

    während Barca den Fußball zur kunst erhebt.


    Leider erhob Barca in den Spielen der letzten Saison auch noch ganz andere Sachen zur Kunst.

  • User
  • 25.01.2012 20:25:05 Der_Schuster

    @gelse
    Hinterlistigkeit gehört zwingend dazu! Jawohl!

    Das was du da allerdings nennst ist nicht Hinterlist sondern etwas anderes, aber anscheinend gilt das im Pott als Hinterlist. Schade.

    Wer selber mal auf dem Platz gestanden hat weiß bzw. sollte wissen was Hinterlist ist, wer lieber auf so makabere Fouls wie du sie nennst steht hat im Fussball nichts verloren.

    Falls es der Standard 11 Freunde User nicht mitgekriegt hat: Ich bin nicht Pro-Pepe oder Pro-Jones, ich bin nur Anti-Blümchen-Fussball und habe insbesondere etwas gegen männliche Diven die sich 4 Jahre Tot stellen um dann 10 sec später wieder loszusprinten.

    Wenn ihr eine Sportart möchtet in der nur noch Weichlinge und Dribbelkönige spielen dürfen...ich möchte das nicht.
    (Bin aber vielleicht als Verteidiger nicht der richtige Ansprechpartner, ein genialer, siebenmaliger Übersteiger mit Flik-Flak Mittelfeldspieler sieht das vermutlich anders)

  • User
  • 25.01.2012 20:27:00 Der_Schuster

    @Buthelezi
    Du darfst das Manifest Barcelona doch nicht erschüttern, die provozieren nicht und verhalten sich auch sonst nicht daneben.

    (Der gewiefte User findet Sarkasmus und Ironie)

  • User
  • 25.01.2012 20:31:43 gelsenkirchen

    Das was du da allerdings nennst ist nicht Hinterlist sondern etwas anderes, aber anscheinend gilt das im Pott als Hinterlist. Schade.

    klär mich auf, tough.guy: was ist denn für dich hinterlist.


    ich bin nur Anti-Blümchen-Fussball

    ich doch auch: "anstatt solche verteidiger zu würdigen die zwar eine harte gangart wählen aber dennoch die sportlichkeit nicht verlassen (puyol oder vidic z.b.) wird jemand abgefeiert der selbst beim MMA für seine feige hinterfotzigkeit rausgeschmissen worden wäre."

  • User
  • 25.01.2012 20:36:49 Buthelezi

    Noch als Anmerkung:

    Ich glaube die Aktion von Pepe ruft diesmal vor allem deshalb besonders starke Reaktionen hervor, weil sie nicht geahndet wird, nicht einmal im Nachhinein.

    Das vermittelt dann den Eindruck, das Verhalten sei in Ordnung. Ist es aber nicht - Tätlichkeiten in Spielunterbrechungen sind scheiße und haben in meinen Augen auch mit hartem Spiel nichts zu tun. Und auch hartes Spiel hat Folgen bzw. sollte sie haben, in Form von gelben und roten Karten.

  • User
  • 25.01.2012 20:55:39 Platzfehler

    Ich finde es auch richtig, dass das "Arschloch" nicht ausstirbt. Allerdings definiert sich ein solcher Fußballer dadurch dass er zwar austeilt und auch vor Schmerzen nicht zurückschreckt, aber auch ebenfalls einstecken kann. Das absichtliche Treten auf Spieler die am Boden liegen, ist für mich jedoch feiges Verhalten und ein Ausdruck von Verzweiflung vor dem Gegner, und hat keineswegs etwas mit bedingungslosem Einsatz für das eigene Team zu tun.

  • User
  • 25.01.2012 21:10:52 AbteilungAttacke

    @ Schuster

    Trotzdem überzeugt dein "Früher war mehr Lametta"-Argument nicht. Nur weil es früher so war, muß es nicht automatisch "gut" oder "Teil des Fußballs" sein. Man sehe nur, was vor 30 Jahren in den Stadion im Fanblock los war.


    Das was du da allerdings nennst ist nicht Hinterlist sondern etwas anderes


    Dann gib doch mal deine Definition von Hinterlist.

    Nichts ist dagegen einzuwenden, dass Fußball ein Sport mit Körperkontakt ist, aber warum eine Sportart gleich "Blümchenfussball" und "Weichlich" ist, nur weil man Aktionen wie die von Pepe und Jones zu Recht verdammt, leuchtet (mir) nicht ein.

    Denn noch bevor es "Härte" im Fußball gab, gab es Sportlichkeit, so etwas wie "Ehre", wenn dir dieser Begriff lieber ist. Und wenn ich die Wahl zwischen diesen beiden Dingen habe, weiß ich wo ich bin. Genau darin liegt das Problem. Und nicht mit dem Ring des Gyges.

    Und nur zur Klarstellung: Gegen den teilweise überzogenen, öffentlichen Furor, den man gegen Jones in Stellung brachte, habe ich, auch hier im Forum, angeschrieben.
    Trotzdem war seine Aktion eine Schweinerei. Genau wie die von Pepe.

    Und warum Pepe nicht bestraft wird ? Nun aus der Hüfte geschossen, weil Real einfach großen Einfluss hat?

    Umgekehrt könnte man genau so gut fragen, warum Special One, der den Sieg über alles stellt, direkt nach der Numme Pepe eine "Denkpause" gab. Das mit dem "angeschlagen" roch doch nach Vorwand.

  • User
  • 25.01.2012 21:21:23 dermitdemballtanzt

    Sorry, aber ich kann es nicht mehr hören: dass die Treter den Fußball interessanter machen. Was ist das denn für eine unmögliche Logik, die hinter dieser Rechtfertigung steht. Pepe und auch Jones haben mit ihren Fouls eine Grenze überschritten. Das war vorsätzliche Körperverletzung, das ist definitiv nicht "part of the game". Wie sieht's denn sonst so in der 11Freunde-Redaktion aus? Tritt man dem Kollegen da auch mal die Hand kaputt, um die Arbeit etwas interessanter zu machen?

  • User
  • 25.01.2012 21:30:33 Autobahnkreuz

    "Die Hand ist dran, der hochgedopte (sorry, durch intensives medizinisches und vor allem notwendiges Medikamentenabreichen welches alleinig zum Schutz des Spielers galt, wollte ich natürlich schreiben) Messi kann spielen, wo ist das Problem?

    (Hast du evtl. nicht das ganze Spiel gesehen und bist auch einer der den Lahm wegen seinem Buch kritisiert hat ohne nur vier Zeilen mit Zusammenhang zu lesen?)"


    Steht das mit Messi auch in Lahms Buch?

  • User
  • 25.01.2012 21:46:11 AntiMöller

    Pepe verletzt permanent und in blasphemischer Weise, den Gennaro-Gattuso-Codex. Ihr wisst was ich meine und das ist eben der Unterschied.

  • User
  • 26.01.2012 00:11:00 Haubentaucher

    Ohje... nett gemeint, aber im Endeffekt nur die Bestätigung, dass es eigentlich keine Argumente pro Pepe gibt.
    Der Fußball braucht "Holzfäller" und "Arschlöcher", Nowotnys und Gattusos aber keine Pepes. Ihn gnädigerweise in der Kategorie "Arschlöcher" einzuordnen ist n bischen euphemistisch! Oder?
    Andi Brehme muss man lieben, Balotelli muss man lieben, aber Pepe...

  • User
  • 26.01.2012 00:31:53 Lok10

    @Buthelezi & Schuster
    also das der Fußballer an sich ein grenzenloser Schauspieler ist und im Vergleich zu Sportlern anderer Sportarten beinahe beschämend mädchenhaft daher kommt ist aber durch die Bank weg weisgott keine Neuigkeit..und diese "Kunst" hat Barca wahrlich nicht für sich allein gepachtet.
    Die Kunst allerdings die Pille kreisen zulassen und auf engsten Räumen immer wieder das perfekte Dreieck aufzuziehen zweifelsfrei schon. Da kommt derzeit einfach niemand ran und Real Madrid von der Spielweise her gleich gar nicht! Es wird heut wohl so um die 34min. rum gewesen sein als Barca dies wiedereinmal demonstrierte, ein Passspiel zum Zunge schnalzen.

    Nagut was solls, der Clasico ist vorüber, der "Asesino" hat sich auch einigermaßen im Griff gehabt und alles in allem würd ich mal sagen war heut Real nicht unbedingt vom Glück überhäuft..will eigentlich heißen Higuaín war nach 16sec. zu blöd, Özil hatte bei seinem Distanzschuß Pech, Handspiel von Busquets kann man geben und somit auch Penalty, Sergio Ramos hätte durchaus zu Ende spielen dürfen jedoch hätte Lass gelb-rot verdient.

    Da auf der anderen Seite bei Barca gleich 3 Hochkaräter mit Iniesta, Cesc und Alexis vorzeitig abgegangen sind, haben Sie sich noch ganz gut ins Halbfinale gezittert, da so viel von Real auch nicht mehr kam. Die Schidsrichterentscheidungen in beiden Partien haben sich ausgeglichen, meiner Meinung nach beides "Heimschiris".

    Um es mit den Worten von Cristiano zu sagen: "Wer Fußball liebt, der will Ron...äh Barca sehen!!" allerdings wär der Clasico ohne Real auch nur halb so schön und die sind eigentlich weder auf Pepe noch auf Mou angewiesen.

    ps..um mal zur Überschrift zurück zukommen..Ronaldo ist auch ein Arschloch, der Vergleich mit Pepe erübrigt sich jedoch.

  • User
  • 26.01.2012 02:02:12 Lok10

    ...achso ja das Tor von Ramos hätte man geben können wie ich finde..

  • User
  • 26.01.2012 07:36:21 misterkite

    Nein, der Ramos ist auch ein Arschloch !

  • User
  • 26.01.2012 08:18:32 misterkite

    Außerdem lieber Alex raack, was die arschlöcher angeht: es ist in meinen Augen (okay ich bin kurzsichtig) ein Unterschied ob ein Jens jeremies mit einer schmerzhaften aber fairen Grätsche einen Mitspieler "aus dem Spiel nimmt" (hier aua, da drüben okay) oder ein, sagen wir, naja zurehrenrettung wird's nicht sein, also zur Verteidigung, eisenhartes Raubein einen Spieler vim Platz tritt. Außerdem verlange ich von den pepes und jones dieser Welt, dass sie zumindest einstecken können, aber selbst das können sie nicht, ständig beim schirri reklamieren und schauspielern kommt ja bei solchem Abschaum noch dazu !

  • User
  • 26.01.2012 09:56:37 Redondo7 1

    Alles Arschlochs!

  • User
  • 26.01.2012 10:03:40 mehmetwirdankendir

    Was kann ein Artikel außer informieren, Zustimmung hervorrufen, Meinung bilden, Meinung beeinflussen?

    Provozieren.

    Mit Sicherheit ist Herr Raack nicht dieser hanebüchenen Meinung.
    Aber polarisiert hat er und gelesen wurds.

    Gelesen, gelacht und aus dem Hirn gelöscht.

    Und ich geb Gelse und Kite Recht. Jeremies, Puyol, Vidic ja.
    Feige Mistpratzen wie Jones oder Pepe nein.

    Dennoch fühlte ich mich durch die überhart geführten Classicos letztes Jahr gut unterhalten. Wie Ramos in bester Ringermanier auf Villa eingesprungen ist und ihn mit beiden Beinen zu Boden brachte... hatte was.
    Muss ich zu meiner eigenen Schande gestehen.

  • User
  • 26.01.2012 15:41:10 Fix

    Vidic ist in meinen Augen ein ungünstiges Beispiel. Mit Sicherheit liegt eine von Vidics IV-Qualitäten in der Zweikampfstärke. Allerdings verfängt sich sein Ellenbogen gerade bei Kopfbällen des Öfteren im Gegenspieler, nicht immer im Gesicht. Jedoch kommen die se Ellenbogenaktionen bei Vidic desöfteren vor. da er seine Arme bei in der Luft geführten Zweikämpfen nach meiner supjektiven Betrachtungsweise häufiger als andere Verteidiger gegen den Stürmer einsetzt.
    Was mir weiterhin an Vidic missfällt ist das häufige Einsetzen der Hand um die Flugbahn von Flankenbällen, die er knapp verfehlen würde, spielentscheidend zu verändern. Hierbei möchte ich ihm im Gegensatz zu seiner Ellenbogentaktik (ich nenn es jetzt einfach mal so) Absicht unterstellen.
    Ansonsten ist Vidic ein sehr guter und spielstarker Verteidiger, aber wie gesagt als gutes Beispiel für zweikampfstarke faire Verteidiger denke ich wäre sein Kollege Ferdinand an der Steller ein besseres Beispiel.

    Den Artikel halte aufgrund schwacher Argumente für Pepe für überflüssig.

  • User
  • 26.01.2012 15:44:17 Fix

    Vielleicht sollte ich es bei Vidic besser als "Ellenbogenspielweise" anstatt als Taktik beschreiben, da Taktik ja impliziert er würde mit Absicht den Ellenbogen im Zweikampf einsetzten. das ist mir aber so noch nicht aufgefallen.

  • User
  • 26.01.2012 15:52:03 giselher

    Was mir weiterhin an Vidic missfällt ist das häufige Einsetzen der Hand um die Flugbahn von Flankenbällen, die er knapp verfehlen würde, spielentscheidend zu verändern.

    z.B. hier ab etwa 2.20 m.

  • User
  • 26.01.2012 18:46:47 bergomi

    pepe, der letzte held!

  • User
  • 26.01.2012 19:47:17 Hiob

    @mehmetwirdankendir, dem günther wallraff des fußballs!
    macht nur leider den artikel keinen deut besser, geschweige denn passender für das (zwischen all dem mist kaum noch erkennbare) 11freunde-format.
    und bevor die frage kommt: ich bin nur noch wegen Holgers beiträgen hier. :/

  • User
  • 27.01.2012 01:46:59 schteffen

    "Dennoch fühlte ich mich durch die überhart geführten Classicos letztes Jahr gut unterhalten. Wie Ramos in bester Ringermanier auf Villa eingesprungen ist und ihn mit beiden Beinen zu Boden brachte... hatte was."

    Ich guckse mir aus genau diesem Grund nicht mehr (live) an, die clasicos. Wie im Übrigen auch Spiele des FC Sevilla. Aber ist ja alles Geschmackssache.

  • User
  • 03.02.2012 19:53:49 Capocannoniere

    Geil war auch die Szene in einem der letztjährigen Klassiker, in der Puyol versuchte, per Übersteiger an Ramos vorbeizukommen...welcher ihn daraufhin prompt per Bodycheck von den Beinen holte, nach dem Motto: "Spinn` nicht rum". Von Puyol in Messi-Manier überlaufen worden zu sein, das wollte Ramos sich nicht nachsagen lassen.

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