Sänger Fabrian Goroncy über seine Ferguson-Hymne
»Nicht nur zum Mitgrölen«
Interview: Gareth Joswig Bild: Imago
Alex Ferguson ist der erfolgreichste britische Trainer aller Zeiten. Klar, dass »Fergie« auch seine eigene Hymne hat. Zum Erscheinen unserer neuen Ausgabe sprachen wir mit Fabrian Goroncy, dem Sänger des Ferguson-Liedes »Red is the man«.
Fabrian Goroncy, Sir Alex Ferguson feierte jüngst sein 25-jähriges Dienstjubiläum und zu Ehren des erfolgreichsten britischen Trainers aller Zeiten wurde der »United Road-Stand« in »Sir Alex Ferguson-Stand« umbenannt. Passend dazu besangen Sie seine Dienste in dem Hohelied »Red is the man«. Wie kam es dazu?
Fabrian Goroncy: Ich hatte eine Single aufgenommen, ein Cover des Songs »I started a joke« von den Bee Gees – eine Hommage an Robin Gibb. Eines Tages wurde ich von Will Robinson angerufen, dem Begründer der Manchester-United-Popband »World Red Army«. Er hatte den Song im Internet gehört und war auf meine Stimme aufmerksam geworden. Als wir telefonierten stellten wir fest, dass wir beide Manchester United-Fans sind und unbedingt ein Projekt zusammen machen wollen. Als er auf der Suche nach einem Sänger für die Ferguson-Hymne war, rief er an und sagte: »Deine Stimme ist perfekt für den Song!«
Wie kommt es, dass Sie als Deutscher, der seine Kindheit in Italien, Bayern und Berlin verbracht hat, Fan von Manchester United geworden sind?
Fabrian Goroncy: Meine Eltern und vor allem meine Mutter sind enthusiastische United-Fans. Fan von Manchester United zu werden, war mir also in die Wiege gelegt. Dass ich das Lied für Sir Alex Ferguson singen durfte, war mir eine große Ehre.
Als Sir Alex Silvester seinen 70. Geburtstag feierte, stand die Mannschaft gegen die Blackburn Rovers auf dem Platz und in der Halbzeitpause wurde Ihr Lied gespielt. Wie fühlt es sich an, wenn 75.000 Zuschauer Ihr Lied singen?
Fabrian Goroncy: Das ist gar nicht in Worte zu fassen – ein großartiges Gefühl der Gemeinsamkeit! Es wäre ein perfekter Tag gewesen, wenn United nicht gegen den Tabellenletzten Blackburn verloren 2:3 hätte. Aber man muss auch als Gewinner verlieren können – »nur wer wieder aufsteht, ist der wahre Gewinner«, würde Alex Ferguson wahrscheinlich sagen.
Hat sich Ferguson für den Song bedankt?
Fabrian Goroncy: Ich weiß, dass das Lied bei seinen Enkelkindern sehr gut angekommen ist, aber einen persönlichen Kontakt zu Fergie gab es bisher nicht. Ganz so unglücklich wird er jedoch über das Lied nicht sein, es ist ja eine Hymne auf ihn und immerhin musste er den Song freigeben.
Das Verhältnis zwischen Deutschland und England ist, den Fußball betreffend, traditionell etwas vorbelastet. Gab es keine Einwände von Seiten der Fans gegen ein Deutschen, der die Hymne für ihren Club singt?
Fabrian Goroncy: Negative Reaktionen gab es bis jetzt zum Glück nicht. Im Gegenteil: Ich habe sogar Post bekommen von Fans, die sich für den Song bedankt haben. Zum Glück klingt mein »Th« nicht allzu deutsch. (lacht)
Auf der englischen Website »The Premier League Insider« wurden Sie sogar als einer der großartigsten Pop- und Folksänger Deutschlands bezeichnet. Hätten Sie mit einem derartigen Medienecho gerechnet?
Fabrian Goroncy: Ja, ich hatte schon mit einem Hype in Manchester gerechnet. Besonders schön ist es, dass ich auch Leute außerhalb des Fußballstadions ansprechen konnte. Und dass sich nun mehr Menschen für meine Musik interessieren, ist natürlich toll.
In der Bundesligastadien dudeln meist klebrige Schlagerballaden. Was ist das Besondere an »Red is the man«?
Fabrian Goroncy: Es ist eine gelungene Mischung aus Stadionlied, Popsong und Singer-Songwriterwerk. Es könnte in den Popcharts laufen und man würde nicht sofort denken: »Alles klar, das ist eine Fußballhymne.« Es hat Anspruch und ist nicht nur zum Mitgrölen.
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In der neuen Ausgabe von 11FREUNDE: »Fußball, verdammte Hölle!« – das große Alex-Ferguson-Portrait von Patrick Barclay!
Wer mehr hören will von Singer-Songwriter Fabrian Goroncy findet hier seinen Youtube-Channel!
Aus Heft#123 02/2012


Nach Trainerstationen beim FC East Stirlingshire, FC St. Mirren, FC Aberdeen und als Coach der schottischen Nationalmannschaft, heuert Alexander Chapman Ferguson am 6. November 1986 bei Manchester United an. Der Blick noch jungfräulich, das Gesicht glatt – unser Bild zeigt den frisch gebackenen Teammanager im Februar 1987. Aller Anfang ist schwer: Die Spieler saufen wie die Löcher, Ferguson zeigt sich vom Fitnesszustand seiner Mannschaft »deprimiert.« Drei Wochen nach der Amtsübernahme stirbt auch noch seine Mutter Elizabeth im Alter von 64 Jahren an Lungenkrebs.






