Hugo Almeida über EM-Gegner Deutschland
»Wir müssen Özil ausschalten!«
Interview: Kristian Sommer Bild: Imago
Hugo Almeida, ehemals Werder Bremen, jetzt Besiktas Istanbul, hat sich wieder erholt. Mit Portugal muss der bullige Angreifer in der Gruppenphase der Euro 2012 gegen Holland, Dänemark und Deutschland antreten. Wir sprachen mit ihm über Angst und Özil.
Hugo Almeida, die Auslosung der Gruppen für die Europameisterschaft 2012 ist nun schon einige Tage alt. Sie spielen mit Portugal gegen Dänemark, Holland und Deutschland. Haben Sie den ersten Schock bereits überwunden?
Hugo Almeida: Ehrlich gesagt, schlimmer hätte es uns kaum treffen können. Das ist die absolute Todesgruppe! Wer die überlebt, muss es anschließend eigentlich ins Endspiel schaffen.
Haben Sie Angst vor der deutschen Nationalmannschaft?
Hugo Almeida: Angst? Ich habe keine Angst, auch nicht vor Deutschland. In Portugal wird schon von einer Revanche für 2008 gesprochen (Deutschland besiegte Portugal bei der EM im Viertelfinale mit 3:2, d. Red.), aber ich finde wir sollten das Spiel nicht zu sehr hochstilisieren. Mir persönlich ist es auch völlig egal, ob ich gegen Deutschland treffe oder gegen Dänemark. Hauptsache, wir kommen weiter.
Die internationale Presse hat Deutschland neben Spanien zu einem der Topfavoriten auf den Titel ausgerufen. Ihre Meinung?
Hugo Almeida: Ach, darüber mache ich mir keine Gedanken. Gab es überhaupt schon einmal ein Turnier, in dem Deutschland nicht zum engeren Favoritenkreis zählte?
Die deutsche Nationalmannschaft war, insbesondere in der Offensive, in den vergangenen Jahren selten so gut besetzt, wie jetzt. Wer soll bei Ihnen Mario Gomez, Miroslav Klose oder Mario Götze stoppen?
Hugo Almeida: Ganz ehrlich? Gomez oder Klose werden gar nicht mehr so wichtig sein, wenn wir Mesut Özil ausgeschaltet haben. Ich habe bei Werder Bremen ja erlebt, wie wichtig Mesut für eine Mannschaft sein kann. Wenn wir ihn ausschalten können, ist das schon die halbe Miete.
Hugo Almeida, wie weit kommt Portugal bei der Euro 2012?
Hugo Almeida: Ich denke, wir werden ein entscheidendes Wörtchen mitreden können. Hoffentlich schon nach einem erfolgreichen ersten Spieltag (Deutschland spielt am 1. Spieltag gegen Portugal, d. Red.).


Bei Klub Naval 1º de Maio beginnt Hugo Almeida seine Karriere und wechselt im Alter von 18 Jahren in die Jugendabteilung des FC Porto. Trotz guter Leistungen in der B-Elf hat der bullige Stürmer Probleme, sich unter José Mourinho durchzusetzen. Almeida wird zweimal zu União Leira und an Boavista Porto verliehen, ehe er in der Meistersaison 2005/06 einen Stammplatz ergattert. Insgesamt blickt er zufrieden auf seine Zeit in Porto zurück: »Ich bin José dankbar, dass er mich zu Profi gemacht hat.«




