Die Geschichte der Fußballfans

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29.01.2012

Was Sie noch nicht wussten...

Als Maradona für Tottenham spielte

Text: Alex Raack  Bild: Imago

In der neuen Ausgabe von 11FREUNDE erinnern wir in der »Momentaufnahme« an den Auftritt von Superstar Diego Maradona gegen den SV Meppen. Lest hier die Geschichte, wie »El diez« einst einen historischen Gastauftritt für die Tottenham Hotspur gab...

Was Sie noch nicht wussten... - Als Maradona für Tottenham spielte


Martin Taylors Weitsicht in Ehren. Der englische TV-Journalist hält am 1. Mai 1986 sein Mikrophon zwei kleinen Männern mit schwarzen Haaren entgegen und fragt: »Glauben sie, dass es bei der WM Ärger geben wird, wenn Argentinien auf England trifft?« Einer der Gefragten heißt Osvaldo Ardiles, er übersetzt die Frage für seinen Nebenmann und der schüttelt den Kopf und sagt mit verkniffener Miene: »Nein, nein. Keine Probleme mit England.«



Wenige Wochen später klingen die Sätze von Diego Maradona fast schon historisch albern, denn es hat sehr wohl Ärger mit England gegeben und der Ärger trägt seinen Namen. Ein glasklares Tor mit der Hand, von Maradona als »Hand Gottes« verklärt, ein sensationelles Dribbling von der Mittellinie, das Maradonas Ruf als bester Fußballer des Planeten zementiert, haben das stolze Königreich England aus dem Fußball-Weltturnier 1986 in Mexiko geworfen. Argentinien wird wenig später Weltmeister und Maradona, der fußballspielenden Revoluzzer, widmet das England-Spiel den 649 argentinischen Toten aus dem Falklandkrieg. Auf der Insel hassen sie ihn dafür wie die Pest, in Argentinien und einem Großteil der Welt wird er zum Idol, zur Ikone mit Ball am Fuß. Und schnell ist vergessen, dass eben jener Diego Maradona kurz zuvor, am 1. Mai 1986, ein Spiel für die Tottenham Hotspurs gemacht hat.

Das Fußballgenie mit den kurzen Beinen

Wie es dazu kam? Ganz bestimmt nicht wegen Maradonas Liebe zu England. Weil aber Tottenhams Publikumsliebling Osvaldo »Ossie« Ardiles, Maradonas Landsmann und Freund, zu einem Benefizmatch gegen Inter Mailand geladen hat, nimmt der kleine Dribbelkönig die Einladung an. Direkt nach einem WM-Vorbereitungskick seiner »Albiceleste« gegen Norwegen, setzt sich Maradona ins Flugzeug und steigt erst kurz vor der White Hart Lane wieder aus. Für die Zuschauer scheint »El pibe«, dieses Fußballgenie mit den kurzen Beinen, direkt aus dem Himmel zu entsteigen. Die letzten Hardcore-Fans glauben erst nach den ersten Ballkontakten, dass dort unten auf ihrem Rasen nicht ein Double, sondern Diego himself gegen den Ball tritt. Was heißt tritt? Maradona streichelt, lupft und liebkost die Kugel, dass es die helle Freude ist. Gemeinsam mit Tottenhams Ballästhet Glenn Hoddle (der ihm zuvor seine geliebte Trikotnummer 10 überlässt) bildet Maradona ein Mittelfeldduo, das ganz offenbar seit Jahren gemeinsam Fußball spielt. Die beiden Ausnahmekönner, das erste Mal gemeinsam auf einem Fußballplatz, verstehen sich blind.

Die Hotspurs gewinnen am Ende mit 2:1 gegen Inter, doch das ist 30.000 Zuschauern egal. Sie haben einen »Abend der Magie« erlebt, wie es das englische Fernsehen hinterher zusammenfasst. Maradona hat gezaubert und spricht nun die netten Worte ins Mikrophon von Martin Taylor. »Nein, nein. kein Problem mit England.« So gut er Fußball spielen kann, so miserabel sind Maradonas Fähigkeiten als abgezockter Lügner. Am 22. Juni 1986, 52 Tage nach der magischen Nacht an der White Hart Lane, schießt und schwindelt Maradona England in ein Tal der Tränen. Und beendet den Falklandkrieg. Auf seine Weise.

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»Als sich der Trubel gelegt hatte, gingen wir zusammen an den Bratwurststand...« In der neuen Ausgabe von 11FREUNDE erinnert sich Meppen-Trainer Hans-Dieter Schmidt an seine Begegnung mit dem kommenden Weltstar Diego Armando Maradona!



Aus Heft#123 02/2012

70 Jahre Sir Alex Ferguson!






Weltmeisterschaft der U-20-Junioren 1979. Erstmals taucht das junge Wunderkind Diego Armando Maradona auf der großen Welt-Bühne auf. In Lanus geboren, auf dem Bolplatz sozialisiert und bei den Argentinos Juniors ausgebildet, wird Maradona in Japan zum besten Spieler des Turniers gekürt. Schwacher Trost: Zur WM 1978 im eigenen Land war er nicht nominiert worden, beim Titelgewinn darf er nur zuschauen.


Fotostrecke

  • Weltmeisterschaft der U-20-Junioren 1979. Erstmals taucht das junge Wunderkind Diego Armando Maradona auf der großen Welt-Bühne auf. In Lanus geboren, auf dem Bolplatz sozialisiert und bei den Argentinos Juniors ausgebildet, wird Maradona in Japan zum besten Spieler des Turniers gekürt. Schwacher Trost: Zur WM 1978 im eigenen Land war er nicht nominiert worden, beim Titelgewinn darf er nur zuschauen.
  • Blumenkind mit unter 20. Sein Ligadebüt hat »El pibe« da schon längst hinter sich. Er debütiert am 20. Oktober 1976, mit 16 Jahren und zehn Tagen.
  • Ein Jahr später. Segeltörn für Anfänger mit Karl-Heinz Rummenigge. Für das Shirt ginge der heute wieder schon als Styler durch
  • Fürs Familienalbum am Strand. Diego mit Diego Armando senior und Mutter Dalma Franco.
  • Könnte aus jedem x-beliebigen Teenager-Zimmer Anfang der achtziger Jahre stammen, ist aber der beste Fußballer aller Zeiten.
  • Januar 1981, Argentinien gegen Uruguay. Das Debüt hat er da längst hinter sich: 27. Feburar 1977 gegen Ungarn (5:1)


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Kommentare

  • User
  • 14.09.2010 11:15:41 geissbock77

    Angriffskrieg der Engländer?

    Lieber Herr Raack, entweder habe Sie im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst oder Sie kennen die Bedeutung des Wortes Angriffskrieg nicht.

    Die Aggression ging beim Falklandkrieg 1982 unstrittig von der argentinischen Militärdiktatur aus. Diese - nicht gerade für Menschenrechte bekannte Junta - hier als Opfer englischer Weltmachstfantasien darzustellen, ist geradezu absurd.

    So was kann man bevor man einen solchen artikel schreibt aber auch mal schnell nachlesen. Hier z.B. Link oder hier Link

  • User
  • 14.09.2010 11:23:30 ottokleff

    Ich bin verblüfft!
    Ein widerliche Militärdiktatur unter General Galtieri – ca. 30.000 ermordete Oppositionelle – greift zum Zwecke der Stabilisierung des Regimes im Inneren die Falklands / Malvinen an und scheitert letztlich.
    Diesen Umstand bezeichnet Alex Raack als:“sinnlosen Angriffskrieg der zerschmolzenden Weltmacht Großbritannien“.
    Eine wirklich interessante Form der Geschichtsfälschung durch den Autor.

    Wen es interessiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Falklandkrieg#Hinterg rund

  • User
  • 14.09.2010 11:28:26 gelsenkirchen

    hatter doch recht. was bauen die engländer ihre inseln auch so provokant vor die argentinische küste!


    manchmal frage ich mich ob sich die autoren nicht heroin in die eier spritzen...

  • User
  • 14.09.2010 11:29:51 saloth sar

    ich bin schockiert und empoert!

    wie kann der 'schreiberling' fuer ne pointe so ne geschichtsverzerrung zulassen?
    jeder weiss doch dass das boese regime zur eigenen rettung den falklandkrieg vom zaun gebrochen hat!

  • User
  • 14.09.2010 11:33:48 saloth sar

    manchmal frage ich mich ob sich die autoren nicht heroin in die eier spritzen...

    bringt das mehr als in die venen?

  • User
  • 14.09.2010 11:41:20 Mutti_Muddsen

    Herr Lehrer ich weiß was.........
    Super 1 setzten.

    Komik lebt wohl vom dehnen sogenannter Grenzen.
    Oder klagt ihr immer noch gegen die Menschenrechtsverletzungen genüber den armen"Ostfriesen".

    Weiter schön aufpassen in der Schule

  • User
  • 14.09.2010 11:46:13 saloth sar

    probiers halt mal aus!

    aeh noe, ich steh nicht so auf spritzen, wenn dann rauchen!

  • User
  • 14.09.2010 11:46:26 gelsenkirchen

    liebe mutti, leider geht die fürchterlich lustige zweideutigkeit in diesem text nur bedingt auf.
    aber das ist ja nicht so wichtig solange der gag stimmt und die lacher fließen. in der heutigen zeit reicht ja sowieso ein "entschuldigung, habbich nich so gemeint!" um alles wieder geradezurücken! herrlich einfach ist das alles, klasse!

  • User
  • 14.09.2010 11:52:54 geissbock77

    @mutti

    ich hab alles nochmal gelesen, komik oder ironie finde ich leider nicht.

    und dem raack schlage ich vor den text zu kürzen. die teile über fußball können von mir aus drin bleiben, aber alles was mit politik zu tun hat besser nicht...

  • User
  • 14.09.2010 12:53:31 Alex Raack

    Liebe User,

    es ist korrigiert, verzeiht meine historische Verklärung. Aber das mit dem Heroin in die Eier spritzen war gemein.

    Grüße

  • User
  • 14.09.2010 14:14:15 Vitoco

    Maradona für die Spurs? Wie geil, das wusste ich noch nicht... Dabei denk ich immer, mich relativ gut mit Maradona auszukennen. Aber Diego ist halt immer für eine Überraschung gut!
    Sehr schöne Anekdote. Danke!

    Dass der Autor Alex Raack seine Geschichtsschreibung über den Falklandkrieg nach der Kritik der Leser verbesser hat, ist ne gute Aktion.
    Dennoch hätte er die Bezeichnung "Angriffskrieg der Engländer" einfach nur den Argentiniern in den Mund legen müssen und hätte damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn in Argentinien verkennt selbst der linkeste oder friedlichstes Gegner der Militärdiktatur sehr häufig, dass die Junta zum Zwecke der Stabilisierung des Regimes im Inneren die Falklandinseln zurückerobern wollte.

  • User
  • 14.09.2010 14:18:54 Hotte80

    Ausserdem haben doch die Briten bestimmt schon im März neunund... ähm, zweiundachtzig mobil gemacht!

  • User
  • 14.09.2010 14:43:28 Baggerfahrer

    Hotte, laß das nicht die argenitinische Menschenrechtsbeauftrage Erica Arroyo de la Piedra hören, sonst schießt die noch kurz vor 6 zurück.

  • User
  • 14.09.2010 21:50:01 Ramon Diaz

    Um das mit dem Angriffskrieg noch mal zu entkräftigen:
    "Si quieren venir, que vengan!", diesen Satz sprach der besoffene Sohn einer H**e, Galtieri anlässlich der erfolgreichen Besetzung der Malvinas vom Balkon der Casa Rosada, das mehrere Tausend Leute seinen Nachnamen skandierten, als wäre er ein Fussballmagier, ist mit das Ekligste was man seit der Reaktion auf Goebbels Sportpalastrede sehen konnte. Mir wird jedenfalls immer übel wenn ich diesen Moment im TV sehe.
    Anderseits ist der Konsens hier wirklich das man sich nur Terretorium welches von den Brititschen Piraten geraubt wurde zurückholte, der Angriff also eigentlich das einzig Positive Werk der letzten Milit. Diktatur war (ok, viele Geschichtsverdreher die auch gern vom Rechten Rand aus argumentieren sowie eine enorme Zahl aus der Mittelschicht sagt das es alles sehr viel sicherer war, auf der Straße etc., und man eigentlich alle Villas einstampfen und ihre Bewohner erschiessen sollte).

  • User
  • 14.09.2010 21:50:53 Ramon Diaz

    Oh jetzt hab ich gar nichts zu Diego gesagt, also GRANDE DIEGO, allerdings nur als Spieler...

  • User
  • 15.09.2010 07:55:27 Man the Van

    Herr Lehrer, ich habe auch aufgepasst: "Martin Taylors Weitsicht in Ehren" schreib Herr Raack zu Beginn des Artikels. Er möge sich das youtube-Video unter seinem Text anschauen, dann erführe er dank Einblendung gleich zu Beginn, dass jener Weitsichtige nicht Taylor sondern T y l e r heißt.
    Dieses Heroin in den Klöten scheint wirklich reinzuhauen...

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