Die Geschichte der Fußballfans

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28.04.2010

Mario Balotellis traurige Geschichte

Wo ist Super-Mario-Land?

Text: Benjamin Kuhlhoff  Bild: Imago

Inter Mailands Mario Balotelli ist in Italien immer wieder das Opfer rassistischer Übergriffe geworden. Im Halbfinale gegen Barca pfiffen zuletzt selbst die eigenen Fans. Die traurige Geschichte eines Jungen, der eigentlich nur Italiener sein will.

Mario Balotellis traurige Geschichte - Wo ist Super-Mario-Land?


Mailand. 20.04.2010. In der 75. Minute ruft Trainer José Mourinho den Star des Abends vom Platz. Soeben hat der Argentinier Diego Milito die Mannschaft des FC Barcelona im Hinspiel des Champions League Halbfinals im Alleingang besiegt. 3:1. Das haben sich selbst die stolzesten Interisti nicht zu erträumen gewagt. Das Guiseppe-Meazza-Stadion erhebt sich. Milito badet in einem Meer aus Applaus. Gestandene Männer verdrücken einige Tränen. Ein Festtag für alle Tifosi.

An der Außenlinie steht ein junger Mann und guckt traurig. Er ist der Einzige im blau-schwarzen Trikot, für den es heute nichts zu Feiern geben wird. Inters Nummer 45 kennt das schon, denn für ihn verkommt mittlerweile jedes Spiel in seinem Heimatland zu einer Hetzjagd.



Größe: 1,89 Meter. Gewicht: 83 Kilo. Technik: perfekt. Schusskraft: gewaltig. Körper: Modell Türsteher. Alter: 19. Die kalten Fakten des Spielers Mario Balotelli lassen jeden Talentsucher der Welt mit den Ohren schlackern und hektisch in den Geldbörsen wühlen. Balotelli, den die Gazetto dello Sport einst »Super-Mario« taufte, gilt als das größte Fußballtalent, das der italienische Fußball in den vergangenen zehn Jahren hervor gebracht hat. Sein Marktwert - 15 Millionen Euro - wirkt in einer Zeit, in der sich der Transfermarkt beständig aufheizt, nahezu lächerlich. 

Super-Mario hat zwei Probleme

Doch Mario Balotelli, dieser Erlkönig eines Weltklassestürmers, schleppt zwei »Probleme« mit sich herum. Erstens: Er ist ungestüm wie ein Wildpferd. Zweitens: Er ist schwarz. Verdammt schwarz. Und das ist in Italien traurigerweise immer noch eine unüberwindbare Hürde.

Als Balotelli an jenem Abend in Mailand das Feld betritt, kann man beobachten, wie von Sekunde zu Sekunde die Stimmung im Stadion kippt. Er beginnt furios, überlupft per Hacke einen Barca-Verteidiger, gleitet galant über den Platz und reiht sich nahtlos in den Festakt ein. Vielleicht darf Balotelli heute doch mitfeiern? Doch ein Fehlpass reicht, um die Fans aus dem Freudentaumel zu reißen. Sie pfeifen ihn aus und dem Wildpferd Balotelli gehen die Gäule durch. Er macht abfällige Gesten in Richtung Publikum. Futter für die Dummköpfe, die genau auf diese Reaktion gewartet haben. Die Hetzjagd ist nun wieder in vollem Gange. Es ist ein bisschen so wie im antiken Rom, wo angeschlagene Gladiatoren zur Belustigung des Volkes vorgeführt wurden. Er ist zum Abschuss freigegeben. Nach dem Spiel fallen Ultras Balotteli in der Tiefgarage des Stadions an. Inter-Präsident Massimo Moratti muss dazwischen gehen. Einen Tag später erklären sich die Fans im Internet: »Ciao Super-Mario. Wir haben dich ausgepfiffen, weil du in deiner typischen Arroganz über den Platz getrabt bist, während zehn unserer Spieler Blut gespuckt haben. Du existierst für uns nicht mehr.» 

Ein trauriges Beispiel misslungener Integration

Wo das alles begann, dieser grenzenlose Hass gegen ihn, das kann wahrscheinlich nicht einmal Balotelli selbst beantworten. Und dennoch ist Italiens Umgang mit Balotelli ein trauriges Beispiel dafür, wie schwer sich das Land mit dem gesellschaftlichen Wandel tut. Rassimus ist Alltag in Italiens Stadien. Und Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss sich in naher Zukunft keinerlei Hoffnung auf einen Integrationspreis machen. Im Gegenteil.

Im Jahr 1990 kommt Mario Balotellti als Kind ghanaischer Einwanderer in Palermo zur Welt. Mit drei Jahren wird er von einer Pflegefamilie aufgenommen, mit 14 erfolgt eine Einladung aus Barcas Talentschmiede La Masia. Doch er fällt durch das Raster, auch weil Barcelona keinen Streit mit dem italienischen Verband riskieren will. Der spekuliert nämlich ebenfalls auf Balotelli. Er soll ein neuer Heilsbringer des Calcio werden. 2006 wechselt er vom Drittligisten AC Lumezzane für knapp 350.000 Euro zu Inter Mailand. Sein Profidebüt gibt er im Dezember 2007. Es folgt ein Doppelpack gegen Regina und gegen Juventus Turin. Italien jubelte über seinen ersten schwarzen Superstar.


weiterlesen [1] [2]





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Kommentare

  • User
  • 28.04.2010 15:15:45 Pilsette

    http://www.youtube.com/watch?v=-l5fV_M2RaY&feature =related

  • User
  • 28.04.2010 15:18:00 Ripuli

    "Aus Sicht vieler Italiener ist Balotelli selbst Schuld an seiner Situation, selbst Nationaltorwart Gianluigi Buffon kritisiert ihn öffentlich."

    Derselbe Buffon, der bei Parma unbedingt mit der 88 spielen wollte und die neo-faschistische Parole "Boia Chi Molla" auf seinem T-Shirt spazieren trägt? Stimmt, der ist natürlich über jeden Rassismusverdacht erhaben...

  • User
  • 28.04.2010 15:19:31 Balkanmaradona

    ach mann, der tut mir leid, der balotelli. vielleicht ist´s zeit für nen neuanfang bei der frankfurter eintracht....

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  • 28.04.2010 15:20:36 bullekatschebomber

    es ist eine schande, wie der mob in italien wütet.

  • User
  • 28.04.2010 15:28:56 BeppeWilson

    Ein weiterer Faktor weshalb er seinen Kredit bei den Interisti verspielt hat, liegt in der Tatsache dass er Milan Fan ist. Seit dies rauskam, wird jede Aktion noch genauer beobachtet. Dass er sich dann noch zu einer aktion wie dem Trikotwegwerfen hat hinreißen lassen, machte die Situation nicht einfacher. Er provoziert mit seinem Auftreten und macht es dadurch den (faschistischen) Ultras diverser Vereine leicht auch Toleranz für die Schmähung zu erlangen.

  • User
  • 28.04.2010 15:30:59 Buthelezi

    Wie ich schonmal zu dem Thema schrieb, bin ich echt ueberrascht, dass Balotelli so lange in Italien geblieben ist bzw. evtl. ja auch noch weiter bleibt (angeblich will er ja zum AC Mailand).

    Noetigt mir gewissen Respekt ab, dass er sich (noch) nicht in's Ausland abgeseilt hat - scheint ja fuer ihn eine Sache des Prinzips zu sein. Leider glaube ich, dass er da gg. Windmuehlen kaempft; aber einer muss ja den Anfang machen.

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  • 28.04.2010 15:36:34 Interista

    Beppe sagt, was im Artikel fehlt. Das nicht-Interfans gegen ihn sind ist nicht so schlimm, dass sie ihrem Frust immer wieder in Form von Rassismus ausdrücken ist sch***. Inter ist zu Zeit sowieso auf dem Weg zum Italienischen FC Bayern zu werden, entweder du liebst oder hasst sie. Doch dass sich die Interfans gegen ihn stellen, liegt daran, dass er sich im Fernsehen (auf einem Berlusconi Sender) mit Milantrikot zeigt und gesteht Milanista zu sein und dann lustlos über den Platz trottet. Das man mit solchen Aktionen viel Kredit verspielt müsste allen klar sein. Zudem hat er sich als Berater Raiola ausgesucht, der vor einem Jahr Ibrahimovic Bauchschmerzen einredete und danach nach Spanien verschiffte (auch wenn sich der Transfer ihm nachhinein gelohnt hat...)

  • User
  • 28.04.2010 15:42:25 Vitoco

    Sorry lieber Benjamin Kuhlhoff, aber das ist nur die eine Seite der Geschichte.
    Ich lebe seit 2 Monaten in Italien und bin mit einer ähnlichen Meinung bezüglich Balotelli wie dieser Artikel vertritt, hier angekommen.
    Diese musste ich aber revidieren.
    Ja, der italienische Fußball hat in vielen Stadien ein riesiges Problem mit dem Rassismus.
    Ja, auch die italienische Gesellschaft mit dem Idioten Berlusconi an der Spitze streubt sich in vielen Bereichen gegen die Integration von Ausländer.
    Ja, Balotelli wurde in Turin und Verona ausgepfiffen und beschimpft.
    All das trägt aber nur bedingt zu Balotellis Problemen mit dem Verein Inter oder dessen Fans bei.

    - José Mourinho, beileibe ein arroganter Sack aber dennoch ein absoluter Fußballfachmann, hat Mario Balotelli zuletzt für mehrere Wochen nicht in den Kader nominiert. Warum? Weil er schwarz ist? Bestimmt nicht, sondern weil er vermutlich undiszipliniert Auftritt und nicht für die Mannschaft kämpft.

    - Mario Balotelli hat vor wenigen Wochen vor einer laufenden TV-Kamera ein Milan-Trikot angezogen. Hast du das bei deiner Recherche übersehen? Balotelli hatte zuvor mehrmals geäußert, dass er mit dem AC Milan sympathisiere.
    Was sagt ein Dortmunder, wenn Barrios im Fernsehen ein Schalke-Trikot anzieht? Wird er ausgepfiffen beim nächsten Spiel? Ist die Hautfarbe hierfür entscheidend?


    - Bei der hier beschriebenen Szene im Hinspiel gegen Barcelona gab es auch ein Vorspiel: Mourinho steht vor Balotellis Einwechslung minutenlang neben ihm, redet ihm wahrscheinlich gut zu, gibt ihm taktische Anweisungen, klopft ihm väterlich auf die Schultern. Kaum fünf Minuten nach der Einwechslung ist Inters Coachs außersich, beschimpft seinen eigenen Spieler wie ich es selten von einem Trainer gesehen habe und schickt einen Assistenten auf die Außenbahn wo 'Super Mario' spielt, um diesem nochmals taktische Anweisungen mitzuteilen.
    Ist Mourinho so ausgerastet weil Balotelli schwarz ist? Nein, weil er wahrscheinlich sich einen Scheiß gekümmert hat, was er auf dem Platz für die Mannschaft tun soll.

    - nochmal wenige Minuten später, spielt Barcelona auf ihrer linken Seite traumhaftes Kurzpassspiel. Inter muss aber unbedingt in Ballbesitz kommen oder eine Annäherung an den Strafraum verhindern und Cambiasso hetzt im Dreieck dem Ball hinterher wie das Schweinchen in der Mitte. Balotelli, der auf dieser rechten Seite von Inter spielt, trabt aus der Offensive zurück und macht nur wenig Anstalten dem (im übertragenen Sinne) 'blutspuckenden' Cambiasso zuhelfen.
    Ab diesem Zeitpunkt rasten die Fans aus. Ob das etwas mit seiner Hautfarbe zu tun hat, bezweifle ich.
    Zuvor hatte Balotelli ansehnlich einen 40 Meter Hammer direkt aufs Tor gebrettert (in einer Szene, wo Ballbesitz vielleicht günstiger wäre) und im Mittelfeld mit viel Risiko 2 Gegenspieler überlupft.

    Damit man mich nicht falsch versteht. Ich liebe risikoreiche Kreativspieler von Maradona bis Mehmet Scholl, ich bin mir der schwierigen Situation Balotellis als dunkelhäutigem Italiener durchaus bewusst und er tut mir Leid in dieser schwierigen Zeit für ihn. Ich bin grundsätzlich dagegen die eigene Mannschaft während des Spiels auszupfeiffen.

    Aber wenn ich Inter Fan wäre und nur wenige Minuten vor einem 3:1 gegen die Übermannschaft Barcelona stehe, und möglicherweise in Champions League Finale einziehen kann...
    ...dann würde ich Balotelli gnadenlos auspfeiffen, weil sein Verhalten dumm und arrogant ist.

    ...UND DANN schmeißt er noch das Trikot auf den Boden?

  • User
  • 28.04.2010 15:51:40 Buthelezi

    Waren es denn nur Pfiffe letzten Dienstag, oder rassistische Beschimpfungen? Ersteres koennte ich nachvollziehen aber letzteres ist unverzeihlich; egal wie schlecht jmd. spielt oder wie scheisse er sich benimmt, fuer Rassismus gibt es (in meinen Augen) keine Rechtfertigung.

    Der SID berichtete von "rassistischen Beschimpfungen", aber der SID ist nun wirklich nicht die beste Quelle der Welt. Weiss da jemand mehr?

  • User
  • 28.04.2010 16:44:24 davide81

    Also eins vorneweg. Ich bin kein Rassist aber italiener. Es scheint mir fast so, dass keine Möglichkeit ausgelassen wird um den italienischen Fussball mit Dreck zu bewerfen. Also dieser Artikel ist der Gipfel an Populismus und ist vom Inhalt her mit den Hasstiraden des 4 Buchstaben Blättchen zu vergleichen. Ich dachte dies wäre ein Magazin für Fussball Kultur und nicht für Fussball Demagogie.

    Mario Balotelli ist in den Augen der Tifosi nicht der böse schwarze sondern einfach ein riesiges Talent, dass sich grottenschlecht verhält und auf dem besten Wege ist in die Fusstapfen eines Antonio Cassano zu schlüpfen. Alleine die Art zu jubeln nach seinen Toren zeugt von grosser Arroganz. Entweder jubelt er demonstrativ nicht, alà Christian Vieri, oder er macht Gesten in die Kurven der gegnerischen Fans. Als logische Konsequenz ist er bei den gegnerischen Ultras nicht gerade beliebt.

    Die Pfiffe der eigenen Fans sind eindeutig auf Marios verhalten während dieser Saison zurückzuführen. Seit Anfang der Saison prangert der liebe Jose, Balotellis professionelles Verhalten an. "Er solle sich ein Beispiel an Viera, Toldo und Materazzi nehmen" hiess es nach internen Protesten gegen seine Nichtberücksichtigung in der Startaufstellung oder "Spieler wie C. Zanetti und Cambiasso arbeiten jeden Tag konzentriert. Mario Balotelli hat noch nichts erreicht". Da ja Jose Mourinho bekanntlich in Fussballerkreisen als einer gilt der sich allzu gerne demonstrativ vor die Mannschaft stellt lässt viel auf Marios professionelle Attitüde schliessen. Ferner hat er in diversen Interviews explizit erwähnt, dass er ein Fan des AC Mailand ist und hat jüngst sogar das Cl Spiel des AC's gegen Manchester auf der Tribüne verfolgt. Naja, das wäre ungefähr so als wenn Manuel Neuer bei einer Fotoreportage seine BVB Bettwäsche präsentieren würde. Doch die italienische Seele ist es gewohnt viel zu erdulden und nimmt vieles Kommentarlos hin. Nicht aber den Verrat, dabei spielen seine AC Milan symphatie Bekundungen er eine untergeordnete Rolle. Es ist vielmehr der Wechsel seines Agenten. Mario Balotelli hat Mino Raiola als seinen Agenten auserkoren. Der selbe Mino Raiola, der den Wechseltheater um Z.Ibrahimovic zu Barcelona inszeniert hat und der jüngst von Moratti zur persona non grada auserkoren hat, was durch den Verkauf sämtlicher unter Raiola stehender Spieler untermauert wurde. Dieser Wechsel wurde von den Fans als Zeichen einer bevorstehenden "Betruges" aufgefasst. Das Fass zum überlaufen hat sein an Arbeitsverweigerung anmutendes Verhalten im Cl Halbfinale gebracht. Inter Mailand hat seit 45 Jahren den Cup mit den grossen Ohren nicht mehr gewinnen können. Der demonstrative Ausspruch nach den Pfiffen "Ihr seit doch alles H...söhne" gefolgt von mehreren "Vaffa...los" und der demonstrative Trikot Wurf nach Spielende haben natürlich nicht dazu beigetragen die Gemüter abzukühlen.

    Dies dürfte untermauern, dass die Pfiffe keinen rassistischen background haben sondern vielmehr als emotiver Ausbruch der Tiofosis zu verstehen ist. Dass es unter 85000 Zuschauern auch einige wenige gibt die ihren Unmut mit rassistischen Äusserungen untermauern müssen ist rein statistisch wahrscheinlich, denn wie ein italienischen Sprichwort so schön sagt "Die Mutter der Idioten ist immer Schwanger" . In diesem Sinne wünsche ich der Redaktion viel spass bei der nächsten Diffamierung.

  • User
  • 28.04.2010 17:08:36 Joachim Horst

    Wer behauptet, dass allein seine Spielweise und nicht seine Hautfarbe mit dem rassistischen (!) Verhalten der italienischen Fans zu tun haben, der tickt echt nicht mehr ganz richtig im Kopf. Anders kann man es nicht sagen.

  • User
  • 28.04.2010 17:16:36 saloth sar

    Doch die italienische Seele ist es gewohnt viel zu erdulden und nimmt vieles Kommentarlos hin. Nicht aber den Verrat

    wobei doch verrat der italiener grosses talent ist.

  • User
  • 28.04.2010 17:17:22 davide81

    Die Pfiife waren nicht rassistischer Natur...Es waren einfach nur Piffe oder kannst du einen rassistischen von einem unrassistischen Piff unterscheiden ??? (Studienfach Pfiffologie oder wat) Er geht einfach seinen Fans mit seinem Verhalten auf den Sack. Keine Ahnung, wenn man 50 Euro für ein Ticket ausgibt hat man das Recht zu pfeiffen egal ob der Spieler schwarz, weiss, orange oder grün ist.. Sorry. Und wenn nur 50 Stück sich wie idioten Verhalten, dann ist das durchaus im Rahmen des möglichen oder wollt ihr mir etwa erkären, dass die deutsche Fussballlandschaft frei von Null Gehirnen ist ?!? Solange kein vernünftigen Gesetze rund um den italienischen Fussball auf den weg gebracht werden bzw. eigene Stadien gebaut werden wird das aber alltag bleiben. Trotzdem finde ich es unverschämt, dass aus einer Fliege ein Elefant gemacht wird, nur weil es im zusammenhang mit dem italienischen Fussball steht.

  • User
  • 28.04.2010 17:18:07 calimero

    welches rassistische verhalten jetzt?
    kann das sein, dass man sich hier in einer endlosschleife befindet?

  • User
  • 28.04.2010 17:20:30 saloth sar

    davide, mich wuerde das verhaeltnis der italiener zum verrat imteressieren

  • User
  • 28.04.2010 17:25:02 davide81

    @saloth sar

    Wenn du daraus ein Geschichtsstunde machen willst ausserhalb von Fussballthemen machen willst dann hab ich keinen Nerv dafür.

    Aus Fussballerischer Hinsicht ist damit gemeint, dass Herr Balotelli eine Bringschuld gegenüber den Verein hat, da er ja ein Eigengewächs ist. Apropo Verhältniss zum Verrat wurde nicht jüngst der Dortmunder C.Metzelder Fanclub aufgelöst??

  • User
  • 28.04.2010 17:33:46 saloth sar

    schade, grosse toene spucken und dann die nerven verlieren. man moechte fast sagen, italiener halt

  • User
  • 28.04.2010 17:36:57 davide81

    Hier der Link zum Kommentar von Birgit Schönau

    http://operabuffa.blogspot.com/

  • User
  • 28.04.2010 17:44:20 Portnoy

    Danke Haensgen! Genau Deiner Meinung! davide lüfte mal Deine Hose.Dein Beitrag ist mir n bisschen zu undifferenziert...

    Buthelezi macht genau den Punkt! Immer schön die Argumente von einander trennen. Is eigentlich nich' so schwer aber besonders Vitoco und davide versäumern das hier ziemlich fahrlässig.

  • User
  • 28.04.2010 17:46:18 rockshox

    Der italienische Fussball bewirft sich selbst mit Dreck. Balotelli ist ja kein Einzelfall. Das schlimmste ist, das der italienische Fussballverband halbherzig gegen rassistische Fans vorgeht. Es gibt höchstens mal lächerlich Strafen wie die €25.000 gegen Juve oder die Sperrung einer Fankurve.

    Wenn die FICG nicht mit Spielabbrüchen und Punktabzügen dagegen vorgeht, wird sich nichts ändern.

    Was mich an der Balotelli Story am meisten ärgert, ist das man von einem 19 jährigen erwartet, er habe die ganzen Anfeindungen souverän wegzustecken und dürfte sich nicht provozieren lassen.

  • User
  • 28.04.2010 17:57:19 DerKönig

    an saloth sar: also ein bisschen überdenken solltest du deine äußerungen zu davide81 vielleicht auch.
    hier unreflektiert alles was halt in der "zeitung" steht glauben, Rassismus ist ja aufjedenfall auch eine böse sache, aber durch die Blume zu behaupten alle italiener wären Verräter, woooh, hat auch irgendwie einen stark rassistischen beigeschmack...

    zum thema: eventuell sollte man die situation um diesen speziellen Spieler doch mal etwas genauer betrachten als dies im artikel geschehen ist. allein die tatsache das nicht in einem wort die sache mit dem AC trikot erwähnt wurde, zeugt hier doch von einer sehr schlechten Recherche oder schlicht Meinungsmache gegen die ganzen bösen italienischen Rassisten. ich finde da das Dortmund/schalke beispiel schon recht erhellend.
    keine Frage, der italienische Fußball (und nicht nur der Fußball) hat sicher ein gewisses Problem mit dem Faschismus respektive Rassismus, aber den armen Balotelli jetzt hier als eine Art Bauernopfer darzustellen, bringt die Sache auch nicht voran. Ich möchte hier auf keinen fall sagen, dass er irgendwie an diesen rassistischen Anfeindungen eine Schuld trägt- diese gilt es strikt zu verurteilen, aber die tatsache das die Interfans ihn nicht mögen, liegt sicher nicht an seiner hautfarbe.

    und anbei bemerkt: es ist auch wirklich die pure Heuchelei, wenn immer wieder mit dem Finger auf die anderen (in dem fall Italiener) gezeigt wird, wobei es wohl auch in deutschland genügend Rassisten und derlei Gesindel gibt, die sich auch durch den Fußball gehör verschaffen. ich bring jetzt mal kein Beispiel, aber sich für Fußballkultur interessiert, dem wird sicher der ein oder ander farbige Spieler einfallen der auch in Deutschland Probleme hatte...

  • User
  • 28.04.2010 17:59:25 madonito

    Man kann vielleicht nicht rassistische von nicht-rassistischen Pfiffen unterscheiden, wohl aber rassistisches von nicht-rassistischem Affengeschrei. Und das ganz ohne Anthropolgiestudium.

    Taktisches Fehlverhalten, Posieren im Rivalen-Trikot und ein Verhalten was man durchaus unter jugendlichem Übermut einordnen kann, rechtfertigen noch lange keinen Rassismus. Und genau der wird im Artikel als großes Problem der Italiener dargestellt.
    Balotelli ist ja auch nicht das erste Beispiel dafür in Italien (in Spanien gibt es natürlich ähnliche Probleme...)

  • User
  • 28.04.2010 18:02:20 Vitoco

    Unglaublich... Interista, Davide81 und ich klären hier einiges auf und versuchen mit Hintergrundinfos die deutschen Fußballfans über die tatsächlichen Verhältnisse der Causa Balotelli azu informieren...
    ...und dann kommen die alteingessenen Forumsmitglieder Haensgen vom Deich, Saloth Sar und Calimero um die Ecke und wollen mal wieder mit sinnfreien Beiträgen eine halbwitzige 5-Wörter Threads anzetteln, um gleichzeitig inhaltliche Fortschritte in der Diskussion verstummen zu lassen.

    Rockshox hat Recht, wenn er sagt, dass der italienische Verband nur halbherzig gegen Rassismus vorgeht und nicht nur Juve hat leider eine riesige Faschobande auf der Tribüne.
    All das ist aber unabhängig von den Vorkomnissen am letzten Dienstag zu betrachten, auch wenn unter den Interfans sicherlich auch zuviele Rassisten sind, konnte man die Reaktion aller Fans beobachten (inkl José Mourinho). Und den Kritikern allesamt rassistische Äußerungen zuzuschreiben, wäre dann doch nun wirklich etwas zuviel, oder?!

  • User
  • 28.04.2010 18:02:59 flow_loehne

    Warum wird Eto von den Inter-Fans eigentlich nicht angefeindet, wenn sie doch soooo rassistisch sind?

  • User
  • 28.04.2010 18:06:31 calimero

    ich find es super, dass die zwei, drei hier was aufklären. so war das von mir nicht gemeint. es geht darum, dass Joachin schreibt, dass.... ach vergiss es, vitoco.

  • User
  • 28.04.2010 18:07:05 davide81

    @Vitoco

    Ich bin Juventus Fan .....

  • User
  • 28.04.2010 18:15:21 DerKönig

    an madonito:
    geb dir völlig Recht!
    doch ging es hier eben nicht nur um den Rassismus im italienischen Fußball, und falls doch, dann wurde hier doch eine situation um einen Spieler völlig undifferenziert dargestellt. Denn jedem der sich etwas näher mit dem Spieler Balotelli beschäftigt, kann doch eindeutig erkennen, das der "Fanunmut" gegenüber ihm, sicher nicht darauf basiert, das er schwarz ist. aber genauso wurde es im artikel dargestellt- die bösartigen Italiener, die alles hassen was nicht weiß ist, ist doch schwachsinn.
    Balotelli wird vielleicht tatsächlich gehasst von den Interfans, von den anderen womöglich auch, aber man sollte wirklich mal überlegen ob das nicht womöglich auch eben an Aktionen wie der mit dem AC-Trikot liegen könnte oder an bestimmten Gesten, welche er gegnerischen Fans gegenüber so zur Schau stellt.
    Und da man nicht davon ausgehen sollte, das ein Fußballstadion- egal welches Land (auch wenn es manch einer nicht zu glauben scheint, auch in DEUTSCHLAND) - nicht prall gefüllt mit Intelektuellen und Hochschulabsolventen ist, bringt man die Abneigung gegenüber einem Spieler eben auch mal auf etwas hässliche Art und Weise zum Ausdruck.
    Wahrscheinlich werd ich jetzt als Revisionist oder Relativist bezeichnet, aber es entspricht nun mal irgendwo der Realität.
    Ich persönlich verachte so etwas zu tiefst, aber wenn ein farbiger Spieler irgendwo u.a. aufgrund seiner Hautfarbe diffamiert beleidigt etc. wird, sollte man- auch wenn es ein äußerst verabscheuungswürdiges Verhalten ist- doch trotzdem etwas tiefer nach den Ursachen forschen. mMn reicht es nicht ihn als kleinen Bengel darzustellen, und alle seine verfehlungen seinem jugendlichen leichtsinn zuzuschreiben.
    wenn er weiß wäre, die Leute wird ihn sicher ähnlich beurteilen, nur eben ohne rassistische Beleidigungen- und DAS ist das eigentliche Problem.

  • User
  • 28.04.2010 18:21:16 saloth sar

    mein lieber vitoco,
    wenn jemand des pauschalisieren mit diesem absatz einleitet

    Es scheint mir fast so, dass keine Möglichkeit ausgelassen wird um den italienischen Fussball mit Dreck zu bewerfen. Also dieser Artikel ist der Gipfel an Populismus und ist vom Inhalt her mit den Hasstiraden des 4 Buchstaben Blättchen zu vergleichen. Ich dachte dies wäre ein Magazin für Fussball Kultur und nicht für Fussball Demagogie.

    dann gebe ich alles dem pauschalisierungsvorwurf gerecht zu werden.

  • User
  • 28.04.2010 18:29:21 Ripuli

    "Und da man nicht davon ausgehen sollte, das ein Fußballstadion- egal welches Land (auch wenn es manch einer nicht zu glauben scheint, auch in DEUTSCHLAND) - nicht prall gefüllt mit Intelektuellen und Hochschulabsolventen ist, bringt man die Abneigung gegenüber einem Spieler eben auch mal auf etwas hässliche Art und Weise zum Ausdruck."

    Sorry, aber Szenen wie beim Halbfinalhinspiel, als DAS GANZE STADION laut und vernehmlich den eigenen Spieler ausgepfiffen hat, ohne dass dieser zuvor einen spielentscheidenden Fehler begangen hätte - das habe ich in dieser Form in Deutschland noch nie erlebt.

    Natürlich gibt es hier auch immer wieder Spieler, die einen schweren Stand bei den eigenen Fans haben, schneller als andere ausgepfiffen werden und für manche die Verantwortung für jede einzelne Niederlage tragen - als Dortmunder fällt mir da spontan Philipp Degen ein, ähnliche Beispiele dürfte es in jedem BuLi-Verein geben.

    Natürlich war das Anziehen des Milan-Trikots (das ein Journalist ihm gereicht hat, in der Hoffnung auf eine spektakuläre Schlagzeile) ein schlimmer Fehler von Balotelli, aber was ist denn mit van der Vaart und seinem Valencia-Trikot? Thimothée Atouba und seinem Stinkefinger gegen die HSV-Fans? Nach deiner Logik hätten diese Spieler eine ähnliche Hetzjagd erdulden müssen. Mussten sie aber nicht. Und ich glaube nicht, dass das daran liegt, dass beim HSV nur Intellektuelle und Hochschulabsolventen in der Kurve stehen.

  • User
  • 28.04.2010 18:58:25 Kobja

    er tut dieses nicht, er tut jenes nicht. schön und gut, aber hat nochmal einer gekuckt, wie alt der junge ist? neunzehn und kommt bei 3:1 für die eigene mannschaft gegen barca auf den platz. ich würde mir geraderaus in die hose scheißen, aber saftig. vor allem, wenn man davor halb italien gegen sich aufgebracht hat (5% wegen der hautfarbe, 95% wegen disziplinlosigkeit).
    ja, er mag ein "profi" sein, aber viele vergleichbare spiele hat der gute mann ja wohl noch nicht gemacht. und ich geh mal davon aus, dass im in den jahren zuvor bei inter heftig zucker in den arsch geblasen wurde, nachdem er ja so ein wunderkind ist und nu isser halt ein bisschen überfordert der gute und vielleicht hat er auch einfach nicht die viel besungenen eier, die man halt so braucht.
    fazit: tifosi sind arschlöcher, schlachtenbummler aber auch. und vom arschloch zum rassisten ist es kein weiter weg.

  • User
  • 28.04.2010 20:34:56 linkswierechts

    schade, grosse toene spucken und dann die nerven verlieren. man moechte fast sagen, italiener halt

    Das sagt ja der richtige...:-)

  • User
  • 28.04.2010 22:19:11 bobby171

    schon komisch, dass sich ganze Stadien gegen dunkelhäutige Spieler verbünden können, wenn diese unmotiviert oder gar schlecht spielen und/oder provozieren usw. Bei hellhäutigen Spielern reicht es nie dazu, dass alle sich auf einen "einschießen". Natürlich ist das Rassimus, und der Vergleich zu anderen Ligen (Deutschland oder sonstwo) ändert nichts an der Sache. Als ob es dadurch besser würde, dass auch bei "uns" Nazis im Stadion sitzen. Nazi ist übrigens eh das Stichwort: Während bei "uns" Nazis pöbeln, ist es z. B. in Italien der mainstream, der da brüllt, das ist ein Unterschied, den man zur Kenntnis nehmen sollte. Ist aber auch ein Sauerei von den Afrikanern, dass die sich tot an die Strände spülen lassen in Italien und Spanien.

  • User
  • 28.04.2010 22:34:07 tzzzzzzzz

    Unglaublich ist eigentlich, dass ein 19-jähriger Bursche damit total allein gelassen wird. Und das macht der mit seit er 17 ist. Welcher Mensch würde denn in einer solchen Situation "erwachsen" reagieren? Und was ist eine "erwachsene" Reaktion?

    Abgesehen vom absehbaren Gehalt, tut mir der Junge total leid.

  • User
  • 29.04.2010 02:15:10 der lenny

    Interessant, und wenn es nicht so traurig wäre, amüsant, wie sich in dieser Diskussion die Relativierung von Rassismus und anti-italienische Ressentiments abwechseln.

    Gut, dass es rassistische Ausfälle im deutschen Fußball nicht gibt. Frag nach bei Gerald Asamoah. Und dass mehrere italienische Nationalspieler bekennende Faschisten sind wird von der anderen Seite genauso unter den Teppich gekehrt...von Lazios Irreducibili will ich gar nicht erst anfangen.

    Und Spieler in einer Garage anzugreifen hat einen Scheißdreck mit der Ultra-Kultur zu tun.

  • User
  • 29.04.2010 05:53:24 saloth sar

    linkswierechts: touché!

  • User
  • 29.04.2010 14:58:23 Vitoco

    Die FR bemüht sich wie üblich politisch korrekt, einen Zusammenhang zwischen Rassismus und Balotellis eklatanter Arbeitsverweigerung im Halbfinale gegen Barcelona zu sehen. Um nicht etwa dem Spieler, sondern Fans und Klub ein "Armutszeugnis in der Pokalnacht" auszustellen. In Wirklichkeit war Balotellis Benehmen ein Armutszeugnis für einen hoch talentierten aber leider vollkommen disziplinlosen Fußballer. Fußball ist ein Mannschaftssport und in der letzten Viertelstunde eines CL-Halbfinals kann man nicht die Diva geben, um damit den Sieg der eigenen Mannschaft zu gefährden. Darauf haben die Inter-Fans reagiert. Was zum Teufel hat das mit dem Scheitern der italienischen Einwanderungspolitik zu tun?
    Das rassistische Gebrülle gegen Balotelli ist zu verurteilen. Aber man muss sein zutiefst unsportliches Verhalten beim Namen nennen dürfen. Mourinho (weiß Gott kein Rassist) hat es auf den Punkt gebracht: Alle haben sich am Dienstag Abend für Inter verausgabt. Nur einer nicht.


    (C) Birgit Schönau: http://operabuffa.blogspot.com/ Donnerstag, 22.April 2010

    zuvor wurde schon der Link geliefert, hier der Wortlaut wie sich die größte (deuschsprachige) Kennerin des italienischen Fußballs äußerte.

  • User
  • 29.04.2010 15:02:19 AntiMöller

    Übrigens ist "Calcio" ein sehr lesenswertes Buch von Birgit Schönau.

  • User
  • 30.04.2010 11:56:04 Veltinsbauch Eufi

    Ja Anti, aber nach den Entwicklungen im italienischen Fußball dann doch genauso überholt wie Tim Parks "Eine Saison mit Verona".

  • User
  • 01.05.2010 08:52:46 El Feinde

    "Während bei "uns" Nazis pöbeln, ist es z. B. in Italien der mainstream, der da brüllt"

    schöner beitrag, der die ganze interessante diskussion zusammenfasst.
    danke für die aufklärung durch die italiener unter uns.
    das zeigt auch nur, daß mehr recherche mehr ist.

    El

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