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03.03.2012

Beim 11mm-Festival: José Mourinho - The best coach in the world

Batmans Robin

Text: Benjamin Kuhlhoff  Bild: Imago

Überheblich, laut und verdammt erfolgreich. Das 11mm-Festival zeigt eine Dokumentation über José Mourinho, der heute zu zu den besten Trainern der Welt gehört. Doch von wem hat The Special One eigentlich gelernt? Wir wissen: von einem Engländer.

Beim 11mm-Festival: José Mourinho - The best coach in the world - Batmans Robin


24.11.2009. Die knapp 94.000 Zuschauer im Camp Nou warten unruhig auf ihre Helden. Doch jetzt sind erst die anderen dran. Inter Mailand ist zu Gast. Zanetti, Lucio, Cambiasso und wie sie alle heißen. Sie werden geduldet. Es gibt nur vereinzelte Pfiffe. Dann kommt Samuel Eto’o, der vor der Saison zu Inter Mailand verkauft/-tauscht/-trieben wurde. Die Menschen erheben sich von den Sitzen. Applaus brandet auf. Sie lieben ihren Samu noch immer, egal, welches Trikot er trägt. Echte Helden vergisst man nicht, man respektiert sie. Auch Eto’o muss schwer schlucken. Ein bewegender Moment.



Und dann tritt noch ein alter Bekannter ins Rund: José Mário dos Santos Félix Mourinho, besser bekannt als: »The Special One«, kehrt zurück an seine alte Wirkungsstätte. Die Fans bleiben stehen. Der Applaus verstummt und von den Rängen hallt es: »Du bist nur ein Übersetzer.« Respekt? Fehlanzeige. Diesen arroganten Gockel belächeln sie hier nur.

Die rechte Hand des Misters

Dabei wäre er einmal beinahe einer ihrer Helden geworden. Denn der Weg von José Mourinho an die großen Fleischtöpfe des Weltfußballs ist eng geknüpft an einen Mann: Bobby Robson. Robson, der im Juli 2009 an Lungenkrebs verstarb, gilt als Mentor des extrovertierten Portugiesen. Das erste Treffen der englischen Trainerlegende mit dem charismatischen Neuling ist detailgetreu in Robsons Autobiographie »Farewell But Not Goodbye« beschrieben: »Wir trafen uns das erste Mal 1992 an einem Flughafen in Lissabon. Er sagt zu mir: ›Hallo Mister. Ich heiße José Mourinho und der Präsident von Sporting Lissabon hat mich als ihren Übersetzer engagiert. Ich hoffe, ich kann einen guten Job für sie machen.‹ Seit dem Tag hat er mich immer Mister genannt. Das war typisch für José. Immer nett und  zuvorkommend.« Robson und Mourinho blieben danach auf Jahre unzertrennlich. Ein Duo wie Batman und Robin.

Auf der einen Seite der anerkannte Trainer, der so ziemlich alles erlebt hat, als Entdecker und Förderer zahlreicher Weltstars wie Gascoigne, Lineker, Romario, Ronaldo, Figo und Shearer gilt. Auf der anderen Seite der wissbegierige, smarte Newcomer ohne echten Stallgeruch. Denn Mourinho war selbst nie ein großer Fußballer, aber eben einer, der immer zu Stelle war, wenn Sir Bobby rief. Ein treuer Begleiter, so treu, dass Robson 1996 seine Zusage als Trainer beim FC Barcelona an eine Bedingung knüpfte. Er wollte Mourinho dabei haben. Der war längst mehr als Robsons Übersetzer, er war seine rechte Hand, Co-Trainer und engster Vertrauter in Personalunion.

Ronaldos Aufpasser, Peps Kumpel

Mourinho lernt in Barcelona katalanisch, wird zum Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft. Vor allem bei Barcas Führungsspielern steht er hoch im Kurs. Zum heutigen Barca-Trainer Pep Guardiola bescheinigte ihm Robson einst eine besondere Beziehung: »Pep war der Fixstern der Barca-Mannschaft. Er hatte zu allem eine Meinung und sprach sie offen aus. Oft habe ich mit ihm über Taktik gestritten. José merkte, dass Pep eine wichtige Figur im Klub war und freundete sich mit ihm an.«  

Auch im Umgang mit einem hasenzahnigen Jungstar, den Robson für knappe 30 Millionen Mark von seinem alten Verein Eindhoven holte, schrieb Robson Mourinho magische Fähigkeiten zu. »Man hätte sehen sollen, wie er mit Ronaldo umging. Er wusste, wie er mit ihm sprechen musste. Ronaldo war auf dem Weg ein großer Spieler zu werden. José nahm ihn unter seine Fittiche: Keine Disco, keine Mode, kein Schmuck, keine Autos und Mädchen. Er hörte auf José und wurde bei Barca zum besten Spieler der Welt.«


weiterlesen [1] [2]





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Kommentare

  • User
  • 20.04.2010 18:51:12 bergomi

    sorry für's klugscheißen, aber manana heisst morgen, nicht gestern. ansonsten guter artikel.

  • User
  • 20.04.2010 19:02:31 Benni Kuhlhoff

    Danke für den Hinweis. Ist korrigiert

    VHS-Kurse sind auch nicht mehr das, was sie mal waren....

  • User
  • 20.04.2010 19:37:31 Gabor aus ungarn

    Super artikel, bravo!
    Habe ich echt genossen.

    Als Juve Fan, habe ich doch Morinho irendwie doch gemocht (nicht selbstverstaendlich), doch, als den letzten Freitag Abend Sissoko von Juve rot bekommen hat, und der "Übersetzer" im hemmungslosen jubeln hin und her herumgesprungen ist von freude (krass unfair), danach war es vorbei mit der liebe.

  • User
  • 20.04.2010 19:41:48 pele60

    Boah, starker Artikel!!! Die Person Mourinho ist mehr als streitbar, aber die Karriere ist wunderbar nachgezeichnet!

    Dem Genießen meines Vorredners kann ich nur zustimmen

  • User
  • 20.04.2010 21:58:59 GTEvo

    Ich kann mich nur anschliessen, Worte die wie Pfeile treffen!
    Sehr lebendig, äusserst informativ und richtig fesselnd aufs Blatt bekommen!
    Tolles "Kabinettstückchen" Sportsfreund BenniKuhloff!

    6Bälle dafür!
    "in Memorian MaxMerkel"

  • User
  • 20.04.2010 22:00:09 GTEvo

    kaufe "h"...

  • User
  • 21.04.2010 09:58:59 wojcicki

    Schickes Teil!

  • User
  • 21.04.2010 11:20:39 ollie12359

    Soooo gut ist der Kuhlhoff dann auch wieder nicht!

  • User
  • 21.04.2010 15:42:38 teivos

    klasse artikel. auch wenn es mir zum schluss zu schnell ging. hätte das gern ausführlicher gehabt. dennoch top! :)

  • User
  • 26.04.2010 14:13:57 schnuerfuchs

    Guttes Mopped!
    Wer sich für 'the special one' interessiert, es gibt eine klasse Reportage bei youtube:
    http://www.youtube.com/watch?v=YMwoS3KuNO4&feature =related

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