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14.04.2010

Angst vor leeren WM-Stadien

Südafrika zu Gast in Südafrika

Text: Lars Spannagel  Bild: Imago

Ist die Welt wieder zu Gast bei Freunden? Daraus scheint nichts zu werden. Eine halbe Million WM-Karten wartet noch auf Abnehmer. Nun setzen die Organisatoren auf die einheimischen Fans – und senken endlich die Ticketpreise.

Angst vor leeren WM-Stadien - Südafrika zu Gast in Südafrika


Es sollte alles so werden wie 2006, als Deutschland die perfekte WM ausrichtete. Der Weltverband Fifa war zuversichtlich: Fußballfans aus aller Welt würden lange im Voraus alle Hotelzimmer in Südafrika buchen und die Stadien ausverkaufen. Erst jetzt, knapp zwei Monate vor dem Eröffnungsspiel, gestehen sich die WM-Organisatoren ein: Die Welt wird nicht zu Gast in Südafrika sein.



Zu teuer die Flüge, zu kalt der Winter am Kap, zu strapaziös die Reisen von Spielort zu Spielort, zu ungewiss die Sicherheitslage: Nur wenige Fans wollen ihren Nationalteams nach Südafrika folgen. Das Endspiel ist ausverkauft – aber sonst? Eine halbe Million Karten wartet noch auf Abnehmer. Und wenn es selbst für das Eröffnungsspiel zwischen den Gastgebern und Mexiko noch Tickets gibt, wie leer müssen die Stadien dann erst bei Partien wie Südkorea - Griechenland oder Algerien - Slowenien sein? Solche WM-Geisterspiele, bei denen nur das klägliche Tröten einiger Vuvuzelas zu hören ist, sind der Albtraum der Veranstalter.

Bei den Olympischen Spielen in Peking konnte Chinas Führung wenigstens Studenten und Soldaten als Publikum abkommandieren. Diese Möglichkeit hat die Fifa nicht. Deswegen tut sie nun das einzig Richtige: Sie lädt die Gastgeber zu ihrer eigenen WM ein. Dank einer Preissenkung – euphemistisch »Re-Kategorisierung« genannt – werden sich jetzt ein paar Südafrikaner mehr einen Besuch im Stadion leisten können. Eine internationale WM wird das Turnier in Südafrika mit Sicherheit nicht mehr. So bleibt immerhin die Chance, dass es ein stimmungsvolles südafrikanisches Fußballfest wird.






Kommentare

  • User
  • 15.04.2010 00:13:38 Statistikfreund

    ...und somit hat es doch etwas gutes. Ich wünsche den Südafrikanern ganz ohne Häme viel Spaß und spannende Spiele mit vielen Toren!

    Die Menschen, die jetzt glücklicherweise ins Stadion gehen können, wären vom Geld verdienen mit der WM eh ausgeschlossen gewesen, jetzt haben sie die Möglichkeit sich das ein oder andere Spiel anzuschauen.

    Und Herr Spannagel Südkorea - Griechenland oder Algerien - Slowenien werden somit genauso stimmungsvoll werden, wie vermeintliche Knallerspiele Italien gegen Irgendwen. So hat doch jeder etwas davon...Arividerci!

  • User
  • 15.04.2010 00:55:52 bentill

    Nicht nur, dass der Artikel elendig schwach geschrieben ist, so richtig feiner Boulevard-Stakkato, nein, das wird rein geschrieben was nur geht. Leidet der Herr Autor etwa unter leicht selektiver Wahrnehmung? Wird hier einmal mehr ein Bild geschürt, dass uns Europäer, respektive Deutsche ("zu Gast bei Freunden") ach so toll darstellt? Billig. Fad. Langweilig.

    http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/kap-der-herrli ch-schlechten-nachrichten

  • User
  • 15.04.2010 10:17:28 Zocker87

    @bentill: "Wird hier einmal mehr ein Bild geschürt, dass uns Europäer, respektive Deutsche ("zu Gast bei Freunden") ach so toll darstellt?"
    Ich glaube der Autor will nur sagen, dass kaum ausländisches Publikum da ist, mehr nicht. Das hat doch nichts damit zu tun wie toll wir sind... Du musst doch wohl auch zugeben, dass die WM 2006 überaus erfolgreich war und Menschen aus aller Welt hier waren. das wird aus verschiedenen Gründen in Südafrika warscheinlich nicht der Fall sein...

    Ich hoffe auch auf gute Spiele und beneide die Südafrikaner, weil sie sich extrem kostengünstig, aus unserer sicht, die Spiele ansehen können. Vllt sogar mehrer Spiele, was bei uns ja dank Losverfahren usw eh fast unmöglich war, ausser wenn man irgendein Offizieller oder Politiker ist.
    Finde trotzdem die Vergabe war ein Fehler, ebenso, wie die der Nächsten Meisterschaften (Polen-Ukrainie und Rio), aber das Thema is ja schon genug diskutiert worden...

  • User
  • 15.04.2010 19:24:02 AbteilungAttacke

    So dolle ist der TAZ-Artikel mit seiner typischen "Wir sind dagegen"-Haltung auch nicht. Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

    So gibt es nicht wenig Stimmen, die die Organisation und Unterbringung in Athen bis heute für schlecht (im Vergleich zu Sidney etwa) befinden - eine Ansicht, welche sich auch im Bekanntenkreis bestätigt hat.

    Zu Südafrika: Da kann man sich wohl nur ne' Meinung bilden, wenn man umfangreichere Kenntnisse hat. Auch mag's da mehr Rauch als Feuer geben. Doch jede Kritik als quasi-koloniale Hochnäsigkeit abzuqualifizieren, scheint auch nicht richtig.

    Aber bald ist ja das Turnier, da sind alle schlauer: Kritiker wie Befürworter.

  • User
  • 16.04.2010 11:46:41 Buthelezi

    Ich fand den Artikel der TAZ schon einigermassen zutreffend. Es ging ja nicht darum, zu sagen, dass in Suedafrika alles in Butter ist - sondern nur um eine Kritik an der arg einseitigen und selektiven Berichterstattung.

    Und es ist schon sehr erstaunlich, dass z.B. Uli H. sich ueber die Sicherheit der WM Sorgen macht und dann aber Muenchen 1972 anscheinend als gelungene Spiele wahr nimmt...

    Suedafrika hat sicher mit anderen Problemen zu kaempfen als Deutschland - aber so ganz problemlos sind Grossveranstaltungen auch hierzulande nicht. Also gerne auf Probleme hinweisen, aber halt nicht nur auf das Schlechte konzentrieren.

  • User
  • 16.04.2010 16:36:38 Veltinsbauch Eufi

    Was mich mal interessieren würde: Wie kann Südafrika ein Trainingslager in der Endphase der Saison beziehen ?
    Die Spieler haben doch noch Spiele mit ihren Clubs ?!?

  • User
  • 16.04.2010 17:31:01 MarcRamone

    Die sind wohl durch:

    Südafrika, NSL Premiership
    Letzter Spieltag: Sa. 06.03.2010
    Meister: SuperSport United

    Bei kicker heißt es NSL Premiership und woanders:

    Saison Start ABSA Premiership : 07.08.2009
    Saison Ende ABSA Premiership : 28.02.2010

  • User
  • 16.04.2010 18:30:11 Shinook

    Ich will das auch nicht immer so einseitig betrachtet wissen. Einer der Hauptgründe vieler Leute, nicht nach Südafrika zu fliegen ist neben dem Preis (wobei sich der jetzt im Vergleich zu Spielen auf anderen Kontinenten auch nicht großartig hervortut), meiner Meinung nach diese bescheuerte Vuvuzela. Das mag das Lieblingsinstrument für Fußball dort sein, aber großartig extravagante Lärmgeräte sind auch bei anderen WMs nicht zugelassen worden. Da verstehe ich die FIFA nicht. Die Dinger nerven unglaublich, und da diese eine Sache von vornherein klar ist: JEDES Spiel wird die komplette Zeit über von diesen Plastiktröten begleitet sein. Und wenn ich mir überlegt hätte, zur WM zu fliegen, mit all den Kosten und all den möglichen Hintergedanken die andere, womöglich noch weißere Europäer als ich noch haben könnten, dann hätte all mein Gedankenspiel bei der Vuvuzela ihre Antwort gefunden. Ich zahl mich doch nich knietief ins Dispo um mir dann von 40.000 tröten die Birne weichbraten zu lassen.

    Vielleicht lag dieser Gedankengang ja bei noch mehr potentiellen WM-Besuchern vor. (?)

  • User
  • 16.04.2010 18:30:58 Shinook

    Den Rest haben wir gestern schon gewieft als Eurozentrismus definieren können. Abgelehnt.

  • User
  • 16.04.2010 22:00:32 Buthelezi

    Ich meine gelesen zu haben, dass die Dinger live im Stadion anders (und wohl weniger nervraubend) klingen als im TV.

    Wobei ich ehrlich zugeben muss noch nie so ein Teil live gehört zu haben, andererseits aber auch nicht so sehr genervt von den Dingern war (beim Confed Cup)...

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