Ausverkauf bei Real Madrid?
Das große Kabbeln
Text: Alex Raack Bild: Imago
Kaum ist Real Madrid aus der Champions League geflogen, werden in Spaniens Metropole erste Transfergerüchte der neuen Stars laut. Wir haben für Kaka, Cristiano Ronaldo und Kollegen schon einmal in die Glaskugel geschaut.
Nicht mal 24 Stunden ist her, da wurde das große Real Madrid aus der Champions League gekegelt. Im Achtelfinale. Für die erfolgreichsten Verein der Welt eine riesengroße Blamage. Möglicherweise rollen jetzt Köpfe bei den »Königlichen«. Trainer Manuel Pellegrini steht angeblich schon auf der Abschussliste. Nach Informationen von 11FREUNDE ist der Chilene nicht der Einzige, der den Verein bald verlassen wird. Ein Ausblick auf die kommende Transferperiode.
Iker Casillas
Der Torwart, im Real-Internat geboren, aufgewachsen und gepflegt, liebäugelt nur kurz mit einem Wechsel in die zweite Mannschaft (»Zurück zu den Wurzeln!«), besinnt sich dann doch eines Besseren und bleibt der ersten Auswahl erhalten. Vor laufenden TV-Kameras lässt sich Casillas das Logo der Madrilenen auf die Stirn tätowieren und behauptet anschließend vollmundig »Real oder Tod!«. Wenige Wochen später hat sich die Zahl schmerzhafter Gesichtstätowierungen in der Spaniens Hauptstadt sprunghaft erhöht.
Christoph Metzelder
Seine vierzehnmonatige Verletzungspause hat Deutschlands beliebtester Innenverteidiger lässig überwunden, jetzt fühlt sich Christoph Metzelder gerüstet für den erneuten Konkurrenzkampf: »In Madrid will ich mich für die WM 2014 empfehlen.« Nationaltrainer Winfried Schäfer soll den ehemaligen Dortmunder laut Insiderinformationen (DFB-Pressemann Stenger: »Diese Aussagen sind streng bierhoff, äh, geheim.«) bereits auf dem Zettel haben. Als Metzelder zum ersten Training erscheint, wird er allerdings bereits an der Ordnerpforte schroff abgewiesen. Reals Vereinsführung hat den Deutschen in der Zwischenzeit verkauft, der AC Milan hat spontan zugegriffen (»Wir brauchen dringend frisches Blut.«). Auf dem Nachhauseweg reißt sich Metzelder das Kreuzband, als er an der Ampel auf Grün wartet.
Kaka
Für den sensiblen Mittelfeldmann ist die Zeit bei Real Madrid eine einzige Enttäuschung. Nicht nur sportlich hat der Brasilianer keinen Zugang gefunden, auch sonst scheinen Spaniens Hauptstadt und Kaka nicht zueinander zu passen. Obwohl der streng religiöse Fußballer in 13 Monaten 17 Millionen Dollar an die hiesige Kirche überwiesen hatte, waren die übernatürlichen Erleuchtungen ausgeblieben. Spontan heuert Kaka beim SC Paderborn an und führt den ansässigen Bibelkreis in neue Sphären. Erst als ihm der neue SC-Trainer Otto Rehhagel das Beten nach Torerfolgen verbietet (»Kann er gefälligst zu Hause machen!«) trennen sich die Wege des UEFA-Cup-Teilnehmers aus Ostwestfalen wieder. Kaka entsagt dem Profi-Fußball und schließt sich der Freizeittruppe »Die Nacktmullfreunde« in der Bunten Liga Marburg an.
Rafael van der Vaart
Die Rückkehr von Rafael van der Vaart legt für drei Tage das komplette öffentliche Leben in Hamburg lahm. Alte Männer weinen hemmungslos, auf Anweisung des frisch gewählten Bürgermeisters Ronald Schill werden alle Neugeborenen »Rafael« getauft, egal ob männlich oder weiblich. Die Alster wird zu Ehren des Holländers orange gefärbt, Lumpi Spörl vollführt vor lauter Vorfreude Fallrückzieher in Holzschuhen auf der Reeperbahn. Der FC St. Pauli sieht sich in der Massenhysterie gezwungen, Sylvie van der Vaart zum Saisonauftakt im Mittelkreis singen zu lassen. In seinem ersten Spiel gegen den VfB Stuttgart gelingen van der Vaart sechs Tore und acht Vorlagen, zwei davon mit dem Augenlid. »Hamburg ist meine Heimat!«, diktiert der Mittelfeldmann den Journalisten in die Blöcke und schwört ewige Treue. Sieben Stunden später gibt er unter Tränen den Wechsel zum FC Chelsea bekannt.
Cristiano Ronaldo
Bei der Vorführung des Bremer Neuzugangs Cristiano Ronaldo finden sich lediglich 120 Menschen im Weserstadion ein, darunter zwei Schulklassen, die von Stadion-Wärter Frank Baumann die Ostkurve gezeigt bekommen. Ronaldo lächelt tapfer in die einzige Kamera und sagt: »Endlich ein Klub, mit dem ich dauerhaft Chancen auf den Champions-League-Gewinn habe.« Platzwart Marco Bode scheucht den Portugiesen schließlich vom Platz (»Und nicht auf die Würmer treten, das sind aktive Lebewesen mit Schmerzempfinden!«) Ronaldo gelingen im Training einige gute Szenen, unter anderen schafft er es, Co-Trainer Wolfgang Wolff gleich viermal hintereinander zu tunneln.
Zu viel für Thomas Schaaf, der Ronaldo wochenlang nur auf der Bank lässt. Nach der Hinrunde ist die Zeit des ehemaligen Weltfußballers in Bremen abgelaufen, es zieht ihn zur TSG Hoffenheim. Für diese Ablöse schafft es Sportdirektor Christian Nerlinger gerade noch Ailton aus Uerdingen los zu kaufen. Mit 62 Toren in 11 Spielen ist der Kugelblitz in Bremen längst wieder zum Wunschspieler mutiert. Bei seiner Begrüßung fallen 45.000 Bremer in stille Ekstase.
Raul
Bleibt.





