Jens Lehmann über seinen WM-Traum
»Ich wäre perfekt«
Text: Thorsten Schabelon Bild: Imago
Nach 22 Jahren im Profifußball wird Jens Lehmann seine Karriere beenden. Oder doch nicht? Ein Gespräch über seine Biographie, eine Fortsetzung seiner Laufbahn beim FC Augsburg – und seine Hoffnung auf die WM.
Herr Lehmann, im Mai wird Ihre Biographie erscheinen. Ist das Buch fertig, oder gibt es noch Platz für das »Wunder von Barcelona« mit dem VfB Stuttgart kommende Woche in der Champions League?
(lacht) Es wäre schön, wenn wir das schaffen. Das würde ich schon einfließen lassen. Wir sind in der Endphase, ich lese Korrektur, werde noch ein paar Sachen ändern und ein finales Stückchen hinzufügen.
Der Titel lautet »Warum eigentlich ich«…
Es ist ein Arbeitstitel, der endgültige Titel steht noch nicht fest.
Könnte der »Ich« lauten?
Nein, so sicher nicht. Die Titelfrage ist noch nicht geklärt.
Werden Sie in dem Buch ein paar Sachen aus Ihrer Sicht klarstellen?
Das glaube ich weniger. Das Buch zu schreiben war eine wertvolle Erfahrung. Ich konnte Dinge, die mich gestört haben, aufschreiben und aus gegenwärtigen Ereignissen die Emotionalität herausnehmen. Als Profi stehst du immer in der Kritik. Die ist mal positiv, aber auch, weil es sich besser verkaufen lässt, negativ. Der Leser, sofern es jemand kauft, wird viele Momente und Geschichten finden, die er wegen der aktuellen Ereignisse gar nicht mehr im Gedächtnis hat.
Aktuell verbindet man mit Ihnen zwei Geschichten: Sie haben sich in Mainz von einem Fan die Brille ausgeliehen. Und bei einem Champions-League-Spiel haben Sie hinter einer Bande eine Wasserpause gemacht. Wird das auch thematisiert?
Das sollte man jetzt mal zu den Akten legen.
Ihre sportlichen Erfolge und Großtaten werden alles überstrahlen?
Das wird die Zeit zeigen.
Was waren Ihre markantesten Karriere-Momente?
Eine Verletzung in Leverkusen im September 1992. Ich war 22 Jahre alt. Das Kreuzband war gerissen und im Knie alles kaputt. Zu der Zeit war noch unklar, ob damit nicht die Karriere beendet ist. Sportlich war der UEFA-Pokal-Sieg mit Schalke 1997 sehr wichtig. Da bin ich für europäische Top-Klubs interessant geworden.
Welche Szenen aus Ihrer Karriere wird man in 20 Jahren mit dem Namen Jens Lehmann verbinden?
In Deutschland vielleicht das gewonnene Elfmeterschießen gegen Argentinien. Aber das war natürlich eine tolle Mannschaftsleistung. In England sind es zwei gehaltene Elfmeter, mit denen der FC Arsenal ins Champions-League-Finale eingezogen ist und das FA-Cup Endspiel gewonnen hat.
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