Mit Holger Obermann um die Welt
Diesseits von Afrika
Text: Holger Obermann (Protokoll: Lukas Föhres) Bild: Imago
Unser Kolumnist Holger Obermann war in vielen Ländern Afrikas als Entwicklungsexperte unterwegs, u.a. in Gambia, Guinea Conakry und Kamerun. Hier berichtet er von der Aufbauarbeit seiner deutschen Kollegen.
Deutsche Trainer sind auf dem Schwarzen Kontinent die Wegbereiter der bisherigen Erfolge. Sicher kennen Sie Rudi Gutendorf, den Globetrotter mit seinen fast 50 Einsätzen in allen fünf Erdteilen, darunter auch in Afrika. Er war in den fünfziger Jahren der erste deutsche Trainer, der im Auftrag der Bundesregierung und des Deutsche Fussball-Bundes (DFB) auf den schwarzen Kontinent reiste, um dort das Fussball-ABC »Made in Germany« zu vermitteln.
Auch Winfried Schäfer, der langjährige Bundesligatrainer und spätere Auslandsexperte, ist eine feste Nummer im deutschen Fußball. Zu den bekannten Auslandtrainern zählen u.a. auch Eckardt Krautzun und Otto Pfister. Doch wenn in einigen Monaten in Südafrika die nächste Fussball-Weltmeisterschaft angepfiffen wird und man schon heute davon ausgehen kann, dass die afrikanischen Mannschaften eine gute, wenn nicht sogar überragende Rolle spielen werden, soll auch einmal ein Loblied auf jene deutschen Fussballexperten gesungen werden, die in den vergangenen Jahrzehnten für die wichtige Aufbauarbeit in Afrika gesorgt haben. Und das, obwohl ihre Namen – in den meisten Fällen – bisher so gut wie unbekannt sind.
Arge Zwickmühlen
Da ist Burkhard Pape zu nennen, der u.a. in Uganda fünf ereignisreiche Jahre verbrachte und der in große Konfliktsituationen geriet, als sich der Staatspräsident und Massenmörder Idi Amin bei Länderspielen auf die Trainerbank setzte und – so Pape – stets den Eindruck eines friedliebenden Menschen machte. Pape: »Ich war in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite hatte die Deutsche Botschaft in Kampala keine Anstalten gemacht, das deutsche Fussballprojekt in Uganda zu beenden, zum anderen waren wir eine erfolgreiche Mannschaft und in Afrika aufgrund unserer Spielstärke mit das Beste, was der schwarze Kontinent zu bieten hatte.«
Deutsche Trainer, wo immer sie in Afrika (auch in Asien) arbeiten, geraten durch ihren Beruf immer wieder in arge Zwickmühlen, ließen sich aber auch in Krisenländern, nicht davon abhalten, ihrer Aufbauarbeit nachzugehen. Günter Zittel beispielsweise musste erst vor kurzem vorübergehend Madagaskar verlassen, weil dort Krieg herrschte und sich Zittel nicht mehr auf die Strasse traute. Der gesamte Trainings- und Spielbetrieb wurde unterbrochen, inzwischen geht der deutsche Trainer aus Karlsruhe aber seiner Arbeit wieder nach. »Mit Leibwächtern an der Seite zu arbeiten, ist für viele Trainer in Afrika keine Besonderheit«, sagt Zittel.





