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05.04.2010

Mit Holger Obermann um die Welt

Diesseits von Afrika

Text: Holger Obermann (Protokoll: Lukas Föhres)  Bild: Imago

Unser Kolumnist Holger Obermann war in vielen Ländern Afrikas als Entwicklungsexperte unterwegs, u.a. in Gambia, Guinea Conakry und Kamerun. Hier berichtet er von der Aufbauarbeit seiner deutschen Kollegen.

Mit Holger Obermann um die Welt - Diesseits von Afrika


Deutsche Trainer sind auf dem Schwarzen Kontinent die Wegbereiter der bisherigen Erfolge. Sicher kennen Sie Rudi Gutendorf, den Globetrotter mit seinen fast 50 Einsätzen in allen fünf Erdteilen, darunter auch in Afrika. Er war in den fünfziger Jahren der erste deutsche Trainer, der im Auftrag der Bundesregierung und des Deutsche Fussball-Bundes (DFB) auf den schwarzen Kontinent reiste, um dort das Fussball-ABC »Made in Germany« zu vermitteln.



Auch Winfried Schäfer, der langjährige Bundesligatrainer und spätere Auslandsexperte, ist eine feste Nummer im deutschen Fußball. Zu den bekannten Auslandtrainern zählen u.a. auch Eckardt Krautzun und Otto Pfister. Doch wenn in einigen Monaten in Südafrika die nächste Fussball-Weltmeisterschaft angepfiffen wird und man schon heute davon ausgehen kann, dass die afrikanischen Mannschaften eine gute, wenn nicht sogar überragende Rolle spielen werden, soll auch einmal ein Loblied auf jene deutschen Fussballexperten gesungen werden,  die in den vergangenen Jahrzehnten für die wichtige Aufbauarbeit in Afrika gesorgt haben. Und das, obwohl ihre Namen – in den meisten Fällen – bisher so gut wie unbekannt sind.  

Arge Zwickmühlen

Da ist Burkhard Pape zu nennen, der u.a. in Uganda fünf ereignisreiche Jahre verbrachte und der in große Konfliktsituationen geriet, als sich der Staatspräsident und Massenmörder Idi Amin bei Länderspielen auf die Trainerbank setzte und – so Pape – stets den Eindruck eines friedliebenden Menschen machte. Pape: »Ich war in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite hatte die Deutsche Botschaft in Kampala keine Anstalten gemacht, das deutsche Fussballprojekt in Uganda zu beenden, zum anderen waren wir eine erfolgreiche Mannschaft und in Afrika aufgrund unserer Spielstärke mit das Beste, was der schwarze Kontinent zu bieten hatte.«   

Deutsche Trainer, wo immer sie in Afrika (auch in Asien) arbeiten, geraten durch ihren Beruf immer wieder in arge Zwickmühlen, ließen sich aber auch in Krisenländern, nicht davon abhalten, ihrer Aufbauarbeit nachzugehen. Günter Zittel beispielsweise musste erst vor kurzem vorübergehend Madagaskar verlassen, weil dort Krieg herrschte und sich Zittel nicht mehr auf die Strasse traute. Der gesamte Trainings- und Spielbetrieb wurde unterbrochen, inzwischen geht der deutsche Trainer aus Karlsruhe aber seiner Arbeit wieder nach. »Mit Leibwächtern an der Seite zu arbeiten, ist für viele Trainer in Afrika keine Besonderheit«, sagt Zittel.  


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Kommentare

  • User
  • 08.03.2010 21:59:29 Würzburger

    Das wahr wohl die WM 02 in Südkorea und Japan.

    Interessant wäre auch hier im Vergleich das Verdienst anderer ausländischer Trainer gewesen. So scheint es an Einzelfällen herangezogen, dass die deutschen Trainer die Wegbereiter waren. Schade, wäre mehr drin gewesen.

  • User
  • 09.03.2010 19:36:15 Maddog66

    Ganz schlimmer Artikel.

    Es geht ja kaum, noch deutschbezogener über ein so komplexes Thema zu berichten.

  • User
  • 09.03.2010 19:53:54 Hotte80

    Man kann sich über alles aufregen. Man muss es nur wollen.

  • User
  • 10.03.2010 10:48:47 AntiMöller

    Maddog: wie reagierte eigentlich damals Dein Deutschlehrer, als Du Dich über Deutschbezogenheit aufregtest?

  • User
  • 11.03.2010 20:11:40 Walter Gabriel

    Hier fehlt für mich ganz klar ein Name: Antoine "Tony" Hey. Ein junger, aufstrebener Trainer, noch keine 40. Früher Profi bei Schalke und Düsseldorf. Er ist jetzt seit über fünf Jahren in Afrika tätig, trainierte schon Lesotho, Gambia, den marokkanischen Erstligisten US Monastir, die liberianische sowie die kenianische Nationalmannschaft. Nach Differenzen mit dem kenianischen Verband ist er zur Zeit ohne Anstellung. Es dürfte jedoch wohl nur noch eine Frage Zeit sein, bis er als (Co-)Trainer bei einer großen afrikanischen Mannschaft einsteigt.

  • User
  • 12.03.2010 00:41:59 Maddog66

    Hatte nie einen (merkste selbst,wa?). Aber sonst hätte der bestimmt sowas gesagt, wie "Wer die Freiheit gegenüber Gott anstrebt, muss erst die Sprache überwinden"

    Die Germanozentrik schwappt mir aber trotzdem nen bissel zu doll über (merkste wohl auch selbst).

    Das Thema gibt nun mal mehr her als es rein auf die Deutschen zu fixieren und sie als die strukturellen Heilsbringer hinzustellen.

    Aber nö aufregen muss net sein aber schad iss es dennoch.

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