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10 Dinge über Verschwörungstheorien

Koks in Uwes Saft?

Text: Alex Raack  Bild: Imago

Bestochene Schiris, gedopte Spieler, skandalumwitterte Funktionäre – seien wir doch ehrlich: Fußball ohne Verschwörungstheorien wäre wie Bratwurst ohne Bier. Wir haben die abenteuerlichsten zusammengestellt.

10 Dinge über Verschwörungstheorien - Koks in Uwes Saft?


1
Fischeier sind die Wurzel allen Übels im WM-Finale 1966. Zwei Dosen russischer Kaviar wechselten zwischen Tofik Bachramov und einem namentlich nicht bekannten malaysischen Funktionär den Besitzer. Der Schiriobmann beförderte daraufhin Bachramov zum Linienrichter. Behauptet jedenfalls der inzwischen verstorbene russische Referee Nikolai Latyschew.

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2
Nachdem der Hamburger SV im ersten Halbfinalspiel des Europapokals der Landesmeister 1961 nur 0:1 in Barcelona unterlegen war, witterte die spanische Presse bösen Betrug und offenbarte ihren Lesern, man habe ein »geheimnisvolles weißes Pulver« in der HSV-Kabine entdeckt. Lapidarer Kommentar von Hamburgs Stürmer-Ikone Uwe Seeler: »Das weiße Pulver war einfacher Traubenzucker, wir süßten damit unsere Fruchtsäfte, die wir tranken.«


3
Zwei fingierte Bestechungsfaxe der »Titanic« im Zuge der WM-Bewerbung 2006, die den Empfängern »some really good sausages, ham and – hold on to your seat – a wonderful KuKuClock!« versprachen, sollen im Juli 2000 die Wahl des FIFA-Exekutivkomitees pro Deutschland entschieden haben. Der DFB war anderer Meinung und drohte dem Satireblatt leberwurstig mit einer 600-Millionen-D-Mark-Klage.


4
12 Minuten sind im Gruppenspiel der EM 1996 zwischen England und Schottland noch zu spielen, als Schottland beim Stand von 1:0 für den Gastgeber einen Elfmeter zugesprochen bekommt. Doch David Seaman hält den Schuss von Gary McAllister. In der Wiederholung ist später zu sehen, dass sich der Ball, kurz vor der Berührung mit McAllisters Töppen, leicht bewegt. Die Erklärung ist bald gefunden: Nur mit seinem Willen, behauptet Magier Uri Geller, habe er den Ball zur Seite rollen lassen. Eine Minute nach dem Fehlschuss gelingt Paul Gascoigne sein Jahrhunderttor.


5
Die Helden von Bern sollen gedopt gewesen sein. In der Halbzeitpause des WM-Finals 1954 wurden Rahn und Kollegen tatsächlich Spritzen gesetzt, allerdings »nur Vitamin C, sonst nichts«, wie der damalige Mannschaftsarzt Franz Loogen beteuerte. Einige Weltmeister erkrankten später an Gelbsucht, was jedoch eher an unzureichend sterilisierten Spritzen, denn an Dopingpräparaten gelegen haben soll.


6
»Lasagne-Gate« erschütterte im Mai 2006 die englische Fußballöffentlichkeit. Hintergrund: Sechs Spieler der Tottenham Hotspurs klagten nach dem Verzehr der Pasta-Köstlichkeit in London über massive Magen-Darm-Probleme. Gegner West Ham United konnte sein Heimspiel mit 2:1 gewinnen. Essensproben der verdächtigen Nudelspeise erwiesen sich später als unbedenklich.


7
1966 wurde Italiens Nationalmannschaft in der Heimat mit Schimpf und Schande empfangen, in der Vorrunde der WM in England war das Team an Nordkorea gescheitert. Italien fühlte sich betrogen, die Asiaten hätten nur dank der Kraftwurz Ginseng gewonnen. Für die Squadra Azzurra hagelte es stattdessen faule Tomaten.


8
»DDR-Beratung für Polen?«, vermuteten im Vorfeld des Halbfinals 1974 zwischen Deutschland und Polen die Gazetten. Eine sogenannte Beobachtungstruppe aus Ostdeutschland habe Polens Trainer Kazimierz Gorski rechtzeitig ein genaues Dossier über alle Schwachstellen im deutschen Team zukommen lassen. Doch das half alles nichts: sintflutartiger Regen als natürlicher Verbündeter der Westdeutschen machte dem perfiden Plan einen Strich durch die Rechnung.


9
Eine raffinierte Aktion der südkoreanischen Gastgeber bei der WM 2002 soll das Achtelfinale gegen Italien entschieden haben. Weil sich die asiatischen Fußballer aus Sicht der Europäer äußerlich nicht voneinander unterscheiden ließen, behaupten Blogger, Trainer Guus Hiddink habe zur Halbzeit sein komplettes Team ausgetauscht.


10 
Jürgen L. Born, ehemaliger Präsident von Werder Bremen, wurde erst vor kurzem verdächtigt, im Zuge des Roberto-Silva-Deals illegal an Spielertransfers mitverdient zu haben. Was die Kollegen von der »Süddeutschen Zeitung« zu einer großartigen Überschrift inspirierte: »Die Born-Verschwörung«. P.S.: Born wurde inzwischen von allen Vorwürfen freigesprochen.


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Aus Heft#96 11/2009

Die große Freiheit Wende und Fußball


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Kommentare

  • User
  • 12.11.2009 18:14:05 nanOMeter

    bei punkt 5/6 fehlt ein absatz / < /br> /

  • User
  • 12.11.2009 19:19:14 oranje48

    Da gehört noch so eine abenteuerliche Geschichte dazu. WM '74, Zeit zwischen Halbfinale und Finale und so gerade vor dem Enspiel. Die Holländer sitzen gut gelaunt und ihren überragenden Spielstil feiernd unter einander in ihrem Sauerlandhotel. Man rauchte Sigarren und so. Hotels, die damals in 1974 noch nicht nur für eine Mannschaft waren, doch auch für ein paar Fremdgäste.

    Es kommt ein Teigwaren-Vertreter, wie er sagt, der auf seiner Vertreter-Reise nur eine Nacht übernachten wollte. Ja, da wäre noch ein kleines Zimmer frei, sagte man an der Rezeption. Jedoch(!), der Vertreter war ein Bild-Journalist! Die Geschichte nimmt seinen Lauf und ist bekannt. Bild am nächsten Tag (zwei Seiten breit): Die Holländer sollten sich die Kante gegeben haben und vor allem Cruyff und Rensenbrink sollten sich dabei unten in dem Hotels-Swimmingpool mit beruflichen Damen heftigst vergnügt haben. Sie wären nachts nicht auf ihr Zimmer gewesen.

    Es gab dadurch natürlich Krisenzustände mit den eigenen Frauen / Freundinnen. Der schon verheirateten Cruyff z.B. stand nur noch mindestens 6 Stunden lang am Tag, in Schweiss badend in der Telefonzelle des Hotels, denn Danny, seine Frau, wollte die Scheidung. "Aber Danny, du kennst das Phänomen hier nicht". Das ist die Bildzeitung hier. Sowas gibt es bei uns in Holland nicht". Nicht gerade die tollste und beste Vorbereitung für das Endspiel! Das hartneckige Gerücht danach ging, dass die geheime Einschleusungs-Idee von der DFB ausgedacht und initiert war. Das Endspiel-Ergebnis ist bekannt.

  • User
  • 15.11.2009 05:35:28 saloth sar

    hoert endlich auf zu jammern, is ja schwer peinlich!

  • User
  • 15.11.2009 09:44:09 ColePorter

    Sauerland-Hotel?

    Das Hotel, in dem tatsächlich die Sause ging, befindet sich in Münster-Hiltrup. Nix Sauerland.

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