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01.11.2009

Fußballer über Arbeit und Karierre

»Ich bin doch kein Pfarrer«

Text: Thorsten Schaar  Bild: Imago

Von Spiel zu Spiel, von Torwand zu Torwand, von PR-Termin zu PR-Termin: Das Profidasein erlaubt keinen Nebenjob. Und doch kennen sich einige Fußballer erstaunlich gut auf dem Arbeitsmarkt aus, wie folgende Zitate beweisen.

Fußballer über Arbeit und Karierre - »Ich bin doch kein Pfarrer«


»Es kann nicht sein, dass einige Spieler hinter dem Rücken Politik machen.«
Aber wenn doch gerade Bundestagswahl ist, zumal in der Bundeshauptstadt, Harry Gämperle  



»Wenn es an der Motivation liegt, dann sollte sich der eine oder andere fragen, ob es richtig war, dass er seinen Namen unter einen Profivertrag gesetzt hat.«
Peter Neururer beklagt die Zunahme von PR-Terminen, hier: Autogrammstunden  


»Was soll ich mit den Spielern reden, ich bin doch kein Pfarrer.«
Eher ein Mann der leisen Töne und keinen Papst in der Tasche, Werner Lorant  


»Die sollen sich nicht so anstellen, bei mir zählen nur glatte Brüche als Verletzungen.«
Nicht gut zu sprechen auf Kassenpatienten: Dr. Otto Rehhagel (Universitätsklinikum Bremen)  


»Am Montag nehme ich mir vor, zur nächsten Partie zehn Spieler auszuwechseln. Am Dienstag sind es sieben oder acht, am Donnerstag noch vier Spieler. Wenn es dann Samstag wird, stelle ich fest, dass ich doch wieder dieselben elf Scheißkerle einsetzen muss wie in der Vorwoche.«
Bei Real Madrid kriegen sie jeden Trainer klein, egal ob Heynckes, Schuster – oder John Toshack  


»Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass die Mannschaft noch nicht reif für die Bundesliga ist. Aber dass einige Spieler so weich in der Birne sind, hätte ich nicht gedacht.«
Trainiert die Birne beim Schach: Felix Magath


»Einige Spieler wissen zwar, wer im Film ›Star Trek‹ welche Rolle spielt,
aber nicht, mit wem sie es im nächsten Spiel zu tun haben.«

Christoph Daum selbst hielt Captain Kirk immer für den Spielführer  


»Das größte Problem beim Fußball sind die Spieler. Wenn wir die abschaffen könnten, wäre alles gut.«
Hat sich danach lieber selbst als Trainer abgeschafft: Helmut Schulte  


»Ich habe meinen Spielern in der Pause gesagt: Wenn wir schon mal alle hier sind, können wir doch eigentlich auch mal ein bisschen Fußball spielen.«
Jürgen Klopp propagiert eine Besinnung auf die alten Werte in diesem überhitzten Geschäft  


»Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt – da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten.« 
Wechselte sich trotzdem nicht selbst ein, sondern später aus: Berti Vogts  


»Die Deckung hat Angst  vor ihrem schwachen Torwart.
Deshalb spielt sie so gut.«

Ohne Deckung, aber mit Deckel: Udo Lattek




Aus Heft#96 11/2009

Die große Freiheit Wende und Fußball






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