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05.09.2009

Frank-Walter Steinmeier im Interview

»Lafontaine bringt nichts«

Interview: Dirk Gieselmann  Bild: Imago

Fußball ist gerade im Wahlkampf ein beliebtes Thema der Politiker. Volksnähe kann man so demonstrieren. Aber wie viel Leidenschaft steckt dahinter? Wir haben SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier auf den Zahn gefühlt.

Frank-Walter Steinmeier im Interview - »Lafontaine bringt nichts«


Herr Steinmeier, sich als Fußball-Fan zu geben, kommt im Wahlkampf immer gut. Wie können Sie beweisen, dass Sie den Sport nicht erst gestern entdeckt haben?

Soll ich Ihnen etwa das Vereinslied von Schalke vorsingen? Den Geruch von Umkleidekabinen kannte ich jedenfalls schon, da hatte ich mit Politik noch nichts zu tun. Ich bin mit Fußball groß geworden, hab selbst jahrelang im Verein gespielt. Und wenn Zeit ist, gehe ich noch heute gern ins Stadion.



Wo haben Sie das WM-Finale 1974 erlebt?

Leider nicht im Stadion, aber immerhin in der Dorfkneipe. Deutschland-Niederlande … das war schon damals ein richtiges Traumfinale. Vor allem wenn wir gewinnen.

Wäre Franz Beckenbauer, der Star der Weltmeistermannschaft, heute ein guter Bundespräsident?

Gegenfrage: Wäre ich ein guter Fußball-Bundestrainer? Spaß beiseite: Franz Beckenbauer hat viel für den deutschen Fußball getan – Weltmeister als Spieler, Weltmeister als Trainer, Chef-Organisator der großartigen WM 2006. Aber ich glaube, der Volksmund hat recht: Schuster, bleib' bei deinen Leisten! Das würde bestimmt auch Beckenbauer unterschreiben.

Welcher Fußball-Akteur hätte denn das Zeug zum Politiker?

Es gibt im deutschen Fußball viele große Namen, gestandene Akteure, die auch jenseits des Spielfelds etwas voranbringen. Beispiel Ewald Lienen – wie er sich beim DFB für die Rechte von Spielern einsetzte und schließlich mit anderen erfolgreich eine Spielergewerkschaft gründete. Spieler, die so etwas hinbekommen, könnten auch in der Politik was bewegen.

Und andersherum? Lafontaine als Rechtsaußen? 

Nee, bringt nichts. Der lässt sich immer gleich auswechseln, wenn's ernst wird.

Wo liegen Ihre Stärken als Spieler? Wo Ihre Schwächen?

Langer Atem, Kämpferherz, keinen Ball und das Spiel nie verloren geben. Ob ich es technisch allerdings mit Maradona aufgenommen hätte ...

Haben sie jemals das Vergnügen gehabt, gegen Gerhard »Acker« Schröder zu spielen?

Leider nein! Unsere Heimatorte liegen zwar nur 15 km entfernt. Aber er hatte seine Laufbahn schon beendet, da ging's bei mir gerade los.

Was kann Joschka Fischer am Ball?

Sie sind doch das Fachblatt! Ich glaube, er war ein ganz guter Verteidiger. Und in der einen oder anderen Politikermannschaft hat er ja auch gekickt.

Werden Sie der Nationalmannschaft zum WM-Titel 2010 gratulieren können?

Das hoffe ich sehr.

Als Außenminister? Als Oppositionsführer? Oder als Bundeskanzler?

Ich setze auf Sieg – für unsere Fußballer und für mich!






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Kommentare

  • User
  • 03.09.2009 18:47:39 kaymo

    Verehrter Herr Bundesaußenminister und Bundeskanzlerkandidat, der Oskar ist nicht einer, der sich auswechselt wenn's schwierig wird. Er ist einer, der freiwillig vom Platz geht wenn der, der eigentlich vom Platz hätte gestellt werden müssen der Jenige ist mit dem die Mannschaft eher die Chance auf Sieg hätte. Quasi wenn der Bernd Schneider freiwillig geht damit der Ballak, der buchstäblich Rot gesehen hat auf'm Platz bleibt! Auch ein Ballak würde einsehen, dass man keine 2 und schon gar kein 3 Spiele ohne so Einen wie den Bernd (wenn er noch ein Aktiver wär' natürlich) bestreiten kann und der Oskar konnte nicht ahnen, dass seinem damaligen Partei-Ballak die Mannschaft nur Mittel zum Zweck gewesen ist........aber nix für Ungut, wir sind schließlich alle Sportsfreunde, nicht?

  • User
  • 03.09.2009 21:28:54 RayRay

    Unterhaltsames Interview. Aber solche Werbung braucht der gute Mann ja auch....
    Schau'n mer mal ob's hilft.

  • User
  • 03.09.2009 23:38:46 NERO2810

    Sogar hier bei 11Freunde bleibt man von den Labereien der Politiker nicht verschont...hmmm...was kommt als nächstes? Interview mit der Angie?

  • User
  • 03.09.2009 23:40:32 Tzaduk

    Ich hab von dem Kaymaren-Geseier nix verstanden. Ich glaube aber auch, dass Lafontaine genau wie sein Adlatus, der Berliner Super-Gysi nicht auf dem Platz bleibt, wenn es kompliziert wird. Dat sind keine Effenberg-Typen, sondern viel eher... Möllers. Erst einmal aufgestellt wird gewirbelt, solange es Spaß macht. Aber wenn nicht...Und dann ist da plötzlich dieser alte Ohrläppchenbruch... Komplizierte Geschichte, darf man nicht unterschätzen... besser mal auswechseln. Als Bundeslinksaußen hätte ich aber den Lafontaine gerne mal gesehen. Sicher sehr lustig. Und Stoiber als seinen Bundesrechtsaußen?

  • User
  • 04.09.2009 06:57:06 FalscherHase

    Puh, schwere Kost am Freitagmorgen.

  • User
  • 04.09.2009 08:02:51 Der Terrier

    Mir hat das Interview gefallen. Wirkt sehr locker und fällt nicht der typischen Interviews-während-der-Wahlkampfzeit-Verkrampfung zum Opfer.

    Fänd's jetzt aber nur fair, wenn die Angie, der Guido und die Renate auch so ein nettes Interview mit Dr. rer. pol. Gieselmann führen dürfen. Sonst kann ich die 11Freunde ja nicht mehr als politisch neutrales Magazin betrachten...

  • User
  • 04.09.2009 09:06:27 noorange

    "Nee, bringt nichts. Der lässt sich immer gleich auswechseln, wenn's ernst wird. "

    Immer die gleiche Legende.

    Ich würde es mal so ausdrücken:
    Lafontaine ist vom Platz gegeangen, weil seine Mannschaft sich mit dem Schiri darauf geeinigt hatte, dass sie jetzt auch sanktionslos Foul spielen darf.

    Tja und wer ist die andere Mannschaft?
    ...

  • User
  • 04.09.2009 11:21:04 Portnoy

    Was soll so'n interview hier? Sowas sollte sich 11Freunde sparen. Vollkommen inhalts- und sinnleer wie man es von der Politik kennt!

    Und hat ja auch nix mit Fußballkultur zu tun... noch nicht mal was mit Kultur!

  • User
  • 04.09.2009 11:22:56 GTEvo

    Der Oscar ist weder vom Platz gegangen, noch ist er ausgewechselt worden..er hat den Verein verlassen.

    Er meint:" Das Konzept der Linken habe Ihn von Anfang an überzeugt, hier entstehe was Großes...hier könne er etwas bewegen"


    GlückAuf

  • User
  • 04.09.2009 12:24:35 misterkite

    das schlimme ist doch das die ganzen spin doctors und pr bratzen und agentur hanseln die politik so fest im griff haben, dass das was vorne rauskommt vollkommen inhaltsleer ist...

  • User
  • 04.09.2009 13:54:58 esnullvier

    So wird in der Tat ein Schuh draus: Lafontaine hat den Verein (ähhm Partei wenn man so will) gewechselt, ist aus innerer Überzeugung gewechselt. Das ist absolut legitim, denn die Prtei kann man wechsel, nicht aber den Lieblingsverein.

    Jetzt haben wir die Situation, das Lafontaine zwar in der richtigen Partei ist, aber den falschen Lieblingsklub (1. FC Saarbrücken?) hat.
    Bei Steinmeier ist es genau umgekehrt: Er hat mit Schalke den richtigen Lieblingsverein, aber mit der SPD die falsche Partei.

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